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Helios bietet Corona-Sonderzahlungen an

Die Gewerkschaft Verdi und der Krankenhauskonzern handeln einen neuen Tarifvertrag aus. Für die bisherige Zurückhaltung hat Helios Gründe.

Auch Beschäftigte der Leisniger Helios-Klinik werden nach dem neuen Konzerntarifvertrag entlohnt, über den im Moment verhandelt wird.
Auch Beschäftigte der Leisniger Helios-Klinik werden nach dem neuen Konzerntarifvertrag entlohnt, über den im Moment verhandelt wird. © Lars Halbauer

Leisnig. Ein Prozent mehr Lohn ab dem Sommer dieses Jahres. Das ist das aktuelle Angebot von Helios für den nächsten Konzerntarifvertrag.

„Das kann man nicht als Angebot bezeichnen, sondern eher als Hohn“, sagt Robin Rottloff, Sekretär bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Deren Forderung lautet unter anderem: 5,5 Prozent mehr Lohn (wir berichteten).

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Ines Balkow, PR-Managerin bei der Helios-Kliniken GmbH, erklärt: „Das Entgeltniveau unseres Konzerntarifvertrages liegt in weiten Teilen bereits jetzt über dem Niveau des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst.“

In den vergangenen zwei Jahren seien die Entgelttabellen für die Helios-Beschäftigten in Summe um 6,5 Prozent angehoben worden, im Kalenderjahr 2020 um insgesamt 3,5 Prozent. „Damit sind die Beschäftigten 2021 schon auf einem vergleichsweise hohen Entgeltniveau in das Kalenderjahr gestartet“, so Ines Balkow.

Derzeitige Belastung soll gewürdigt werden

Dem Vorwurf von Verdi, das Helios-Management versucht, die Belegschaft durch Änderung der Pflegezulage gegeneinander auszuspielen, hält die Helios-Sprecherin entgegen: „Durch das Absenken der Pflegezulage für die Pflegekräfte im Funktionsdienst und durch die künftige Berücksichtigung der Operationstechnischen- sowie der Anästhesietechnischen Assistenten sowie der Mitarbeiter im Herzkatheterlabor schaffen wir insgesamt eine neue, gerechtere Verteilung.“

Im bisherigen Tarifvertrag ist eine Zulage von 300 Euro für bestimmte Berufsgruppen festgeschrieben. Der aktuelle Vorschlag lautet, dass mehr Mitarbeiter in Zukunft eine Zulage in Höhe von 150 Euro erhalten sollen. Laut Verdi gefällt das vor allem jenen nicht, die sich am Ende mit einer geringeren Pauschale zufriedengeben müssten, wenn es bei Abschluss des Vertrages bei dem aktuellen Stand bleibt.

Dass der Konzern die Leistungen seiner Mitarbeiter in der schwierigen Pandemiezeit nicht honoriert, wie die Gewerkschaft festgestellt haben will, lässt Ines Balkow so nicht stehen. „Um die Belastungen der Beschäftigten in der Corona Krise zu würdigen, haben wir eine Corona-Sonderzahlung in Höhe von 400 Euro für alle Beschäftigten und in Höhe von 75 Euro für alle Auszubildenden angeboten“, sagt sie.

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Am 31. März gehen die Verhandlungen zu einem neuen Konzerntarifvertrag weiter. Der soll nach Abschluss für rund 21.000 nicht-ärztlich Beschäftigte in 34 deutschen Helios-Klinken, darunter auch der in Leisnig, gelten.

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