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Holländer Weg als Abkürzung zu Karls Erlebnis-Erlebnisdorf?

Auf der schmalen Straße sind relativ viele Fußgänger unterwegs. Einen Fußweg gibt es nicht. Messungen ergeben: Es wird oft zu schnell gefahren.

Von Jens Hoyer
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Auf dem Holländer Weg gilt nicht überall Tempo 30. Die Stadt prüft, ob das geändert wird.
Auf dem Holländer Weg gilt nicht überall Tempo 30. Die Stadt prüft, ob das geändert wird. © Dietmar Thomas

Döbeln. Was wird eigentlich mit dem Verkehr auf dem Holländer Weg, wenn 2023 Karls Erlebnis-Dorf an der B 169 eröffnet? Diese Frage stellt sich Bernd Becker, der in Nähe des Holländerturms und der Holländerwindmühle wohnt, die dem Weg seinen Namen gegeben haben. Zumindest die Ortsansässigen werden auch den Schleichweg durch Gärtitz nutzen, vermutete er. Weber sieht auch jetzt schon Gefahren für Fußgänger und Radfahrer, die auf der schmalen Straße unterwegs sind. Am Holländerweg gibt es eine große Gartenanlage. „Viele Leute laufen in ihre Gärten“, sagte er. Einen Fußweg oder kombinierten Fuß-Radweg gibt es an der Straße nicht.

Auf einem Teil der Straße direkt am Holländer und ab der Gartenanlage in Gärtitz ist Tempo 30 geboten. Dazwischen ist Tempo 50 erlaubt. Warum eigentlich? „In anderen Gebieten geht es ja auch, dass nur 30 gefahren werden darf“, sagte Becker. Nach seiner Einschätzung wird auf der Straße zu schnell gefahren. „Wenn wir aus dem Grundstück rausfahren, müssen wir schon ganz schön aufpassen.“

Messtafel liefert Verkehrszahlen

Von der Aufpflasterung, die das Rasen verhindern soll, hält Becker aber nichts. „Wenn die Autos über die Schwelle zu schnell fahren, zittert das ganze Haus.“Die Stadt hatte im vergangenen Jahr an 23 Tagen im Juni und Juli eine ihrer Messtafeln am Holländer Weg im 50-er Bereich aufgehängt, die ein paar grundlegende Daten liefern sollte. Das Ergebnis: Es gibt nicht sehr viel Verkehr auf der Straße.

In Richtung Stadt waren es im Messzeitraum 9.974 Fahrzeuge, in Gegenrichtung 10.200. Diesen Verkehr gibt es auf manchen innerstädtischen Straßen an zwei Tagen.

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Eine Einschätzung stimmt allerdings: Es wird zu schnell gefahren. In Richtung Stadt hatten reichlich zehn Prozent der Fahrzeuge mehr als 50 bis etwa 70 Stundenkilometer drauf, in Gegenrichtung sogar 26 Prozent. Allerdings, so Stadtsprecher Thomas Mettcher, waren die Überschreitungen in vielen Fällen nur wenig über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Einige Fahrzeuge seien aber auch mit mehr als 90 Stundenkilometern gemessen worden.

Eine Einschätzung teilt die Stadtverwaltung: „Vor allem in der Zeit vom Frühjahr bis zum Herbst, in der die Kleingärtner aktiv sind, sind dort viele Autos und Fußgänger unterwegs.“ Eine Ausweitung der Tempo-30-Regelung auf die gesamte Straße soll geprüft werden, so Thomas Mettcher.

Rad-Fußweg wäre gute Lösung

Nach Ansicht der Verwaltung wäre mittelfristig ein Rad-Fußweg an dieser Stelle eine gute Lösung. „Dazu ist eine Machbarkeitsstudie notwendig, die zeigt, wie dies umgesetzt werden kann, auch hinsichtlich der vorhandenen Böschung. Danach muss man schauen, welche Grundstücke betroffen sind, mit den Eigentümer sprechen und sehen, wer bereit ist, einen Teil seines Grundstückes abzugeben“, so Mettcher.

An den gepflasterten Fahrbahnschwellen will die Verwaltung aber festhalten, weil sie sich als verkehrsberuhigenden Maßnahmen bewährt hätten.Bei den Planungen für Karls Erlebnis-Dorf werde der Verkehr mit betrachtet.

Eine direkte Anbindung des Erlebnisparks aus Richtung Gärtitz für den Autoverkehr soll es nicht geben. Nur für Radfahrer sei ein Weg geplant, der an den bestehenden Elbe-Mulderadweg anbindet.

„Die weit überwiegende Zahl der Besucher wird von auswärts kommen und über die Autobahn oder die B 169 anreisen. Auch für die allermeisten Döbelner wird der Weg über die B 169 der günstigste sein. Wir werden aber die Entwicklung in und um Gärtitz im Auge behalten und nachsteuern, sollte es notwendig werden“, so Mettcher.