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Im Alkoholrausch zugeschlagen

Zwei Döbelner stehen wegen Körperverletzung vor dem Döbelner Amtsgericht. Das Opfer war ein Freund.

Symbolfoto: In einer Wohnung in Döbeln-Ost soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Doch vor Gericht sollte der Fall eigentlich nicht landen.
Symbolfoto: In einer Wohnung in Döbeln-Ost soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Doch vor Gericht sollte der Fall eigentlich nicht landen. © Norbert Millauer

Döbeln. Eigentlich sind sie Freunde, aber irgendwie auch nicht: Vor Gericht standen zwei Döbelner und ein Opfer, das den Fall eigentlich gar nicht vor dem Gericht bringen wollte. „Ich wollte das eigentlich alles rückgängig machen“, sagt der 38-Jährige, der unter Alkohol Opfer einer Körperverletzung in seiner eigenen Wohnung wurde.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt in diesem Verfahren zwei 53 und 50 Jahre alte Döbelner, am 20. April 2020 in einer Wohnung an der Meißner Straße eine andere Person körperlich verletzt zu haben. Beide waren betrunken und hatten mehrere Promille Alkohol im Blut.

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Zweimal im Krankenhaus gelandet

Das Opfer, eigentlich ein Bekannter der Angeklagten, flüchtete und musste später durch den Rettungsdienst mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht werden. Erst einige Tage zuvor wurde das 38-jährige Opfer im Krankenhaus behandelt, nachdem ihn ein Unbekannter auf einem Supermarkt-Parkplatz niedergeschlagen hatte.

Vor Gericht erklären beide Angeklagten, sie seien am Tattag erst im Garten gewesen, wo sie mehrere Flaschen Bier konsumierten. „Danach wollten wir im Laden Nachschub holen“, erzählt der 50-Jährige. Dabei hätten sie den Mitbewohner des Opfers getroffen, der in naher Zukunft aus der Wohnung ausziehen sollte – auf Druck des 38-jährigen Opfers.

Stimmung bei Gespräch gekippt

„Daraufhin haben wir ihn beruhigt und wollten mit zu ihm nach Hause gehen, um das zu klären“, so einer der Angeklagten. In der Wohnung seien die beiden dann auf ihren Bekannten getroffen. Mit diesem hätten sie nur reden willen. Das sei ihnen auch ohne Probleme gelungen. Auch ein geliehener 20 Euro-Schein sei vom Opfer an einen der Angeklagten zurückgegeben worden. „Es gab da keinen Streit.“

Erst auf Nachfrage der vorsitzenden Richterin Nancy Weiß, was im Anschluss passierte, rückten beide Angeklagten mit der Sprache heraus. Laut dem 50-jährigen Arbeitslosen wollte sein mitbeschuldigter Freund mit dem Opfer reden, „ihn überzeugen, dass Drogen keine Lösung“ seien. Daraufhin sei die Stimmung umgeschlagen und es seien mehrere Beleidigungen gefallen. 

Das bestätigt auch der 53-jährige Angestellte der Stadtverwaltung, der sich in Folge dessen so aufgeregt habe, dass er dem 38-Jährigen in der Mietwohnung einen Faustschlag ins Gesicht gab. Der fiel hin. Der andere Angeklagte stellte sich seinen Angaben zufolge zwischen beide und wollte den Streit schlichten.

Zeugen nicht ins Gericht gekommen

All das bestätigt auch das Opfer, das als Zeuge geladen war. Wie er berichtet sei der Alkoholpegel jedoch bei allen nicht niedrig gewesen. Seine Nachbarin rief letztendlich die Polizei, die alle Personen auseinanderbrachte. Im Nachhinein wollte das Opfer von der Anzeige absehen, ging sogar zur Polizei. Doch er rechnete nicht mit der Staatsanwaltschaft, die den Fall bereits mit öffentlichem Interesse übernahm.

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In der Wohnung hielten sich während des Vorfalls auch weitere Zeugen auf, die vor Gericht noch aussagen sollen. Zum ersten Verhandlungstag sind sie jedoch nicht erschienen. „Bei einem ist der Aufenthaltsort unbekannt. Da kam der Brief zurück. Den anderen müssen wir vorführen lassen“, sagt Richterin Weiß. Der Prozess wird fortgesetzt.

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