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Im Plüschkostüm zum Open-Air-Fasching in Waldheim

Zum ersten Mal feiert der Spindelfaschingsclub Waldheim den Auftakt im Freien. Dort sind ganz andere Kostüme möglich als im Saal.

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Eine tierische Band hatte sich zum Faschingsauftakt des Spindelfaschingsclubs eingefunden, der erstmals Open Air auf dem Festplatz am Kreuzfelsen in Waldheim gefeiert wurde.
Eine tierische Band hatte sich zum Faschingsauftakt des Spindelfaschingsclubs eingefunden, der erstmals Open Air auf dem Festplatz am Kreuzfelsen in Waldheim gefeiert wurde. © Dietmar Thomas

Von Claudia Erbert

Waldheim. Sie seien noch nie mit Unterhemd zum Fasching gegangen. Aber die Tupper-Maika und die Mandy feiern endlich wieder. Maika Blum und ihre Freundin haben bunte Perücken mit Einhorn-Haarreifen aufgesetzt.

Ein bisschen Rock ist noch unter den warmen Jacken zu sehen – aber beide freuen sich, dass die Veranstaltung stattfinden kann: „Hier draußen ist es doch eine gute Idee und wenn sich alle testen, sollte es ziemlich sicher sein.“

Es gelten die 3G-Regeln und der Spindelfaschingsclub (SFC) hat im Voraus darum gebeten, dass sich möglichst jeder testen lässt, um größtmögliche Sicherheit zu haben. „Ich hatte überlegt, ob man mit 2G hätte in der Schelle feiern können. Aber so freue ich mich, dass so viele gekommen sind“, sagt Gerd Biggi Baier, der zwar an der Technik steht, aber nur noch im Hintergrund agiert.

„Als Verein hätte uns das auch auf die Füße fallen können, hohe Ausgaben, keine Leute – aber das Wetter spielt uns wirklich in die Karten. Der Platz ist trocken, kein Regen, nicht zu kalt.“

Seifenblasen statt Konfetti

Und weil der Platz zwar nicht matschig ist, aber trotzdem nicht zu kehren wie Parkett, bleibt das Konfetti in den Tüten. Traditionell marschiert der Elferrat zum Auftakt ein und statt bunten Papierschnipseln gibt es Seifenblasen – das sieht richtig toll aus und ist ein Vorteil der Outdoor-Variante. Auf dem Saal wäre es mit Seifenblasen sehr rutschig geworden.

Auch die Ölgeister haben sich schnell an den neuen Auftrittsort gewöhnt. Ihr Tanz ist so cool, dass noch eine Zugabe gefordert wird. Eltern und Trainer sind besonders stolz: „Sie haben zuletzt mehrmals die Woche trainiert und bis Donnerstag noch Elemente geändert. Alle haben sich so auf Publikum und Applaus gefreut“, erklärt Annett Hempel, deren Tochter Sophie mittanzt.

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Dass Faschingsprogramm auch ohne große Kulissen und Requisiten geht, zeigen die vielen Einlagen vom SFC. Die Playback-Einlagen werden wie immer bejubelt und als Axel Nixdorf als Marc Forster auf die Bühne kommt, stockt so mancher kurz und glaubt, den echten Sänger zu sehen. Sekunden schnell füllt sich der Bereich vor der Bühne und das Publikum singt wie bei einem Livekonzert.

© Dietmar Thomas
© Dietmar Thomas
© Dietmar Thomas
© Dietmar Thomas

Mit dem Flug SFC 49 vom Gate 11 geht es später über die Wolken. Alle bekannten Fluggasttypen sind vertreten: weinende Kinder, die, die immer und überall schläft, der Typ, dem immer schlecht wird, der Chauvi, der weder vor Fluggästen noch der Stewardess halt macht und die verwöhnte Lady, die schon beim Einsteigen nach dem Prosecco ruft. Gemeinsam überstehen sie Turbulenzen und eine Bruchlandung, nach der dann der blinde Captain aus dem Cockpit kommt. Das Publikum grölt.

Die Polonaise ist endlos lang. Und wie sonst eigentlich nie können Kinder und Eltern gemeinsam feiern. Fast alle tragen ein Kostüm. Hier draußen sind auch besonders Kuschelige möglich.

Zschaitzer und Limmritzer zu Besuch

SFC-Präsident Uwe Kuhnert, genannt Kuno, moderiert mit Tina und Udo Schmidt, der Hahn kräht und es gibt Spindel-Öl: „Es ist doch hier wirklich geil, das könnten wir fast jedes Jahr hier machen.“

Da nicht alle Vereine die Möglichkeit zu so einer Veranstaltung im Freien haben, sind etliche zum Waldheimer Auftakt gekommen. Die Zschaitzer werden mehrfach auch mit ihrem Schlachtruf „Olé“ begrüßt und auch die Limmritzer Vereinskollegen sind mit ein paar Mitgliedern vertreten.

Gemeinsam feiern sie nicht wie üblich bis 2, sondern nur bis 22 Uhr, aber auch das hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht. Ein Feuerwerk rundet den etwas anderen Auftakt ab. Keiner wagt einen Ausblick, ob es die erste und letzte Veranstaltung der 49. Saison gewesen ist.

Alle hoffen, dass es bald wieder richtigen Fasching geben kann. Bis dahin sind Homepage, Facebook und Instagram-Account der Narren vom Spindelfaschingsclub eine gute Adresse – regelmäßig gibt es witzige Videos, Rate- und Gewinnspiele, sogar Tanzauftritte der kleinen und großen Funken und Ölgeister.