merken
Döbeln

Immer noch Fragen zu Schutzmasken

Risikopatienten sorgen sich in der Pandemie noch mehr um ihre Gesundheit. Eine Teilhabe am Alltag ist für manche schwierig.

© dpa

Region Döbeln. Für die einen sind sie nur notwendiges Übel, für die anderen sind sie zum Schutz ihres ohnehin schon angegriffenen Immunsystems ein wichtiger Bestandteil des Alltags geworden: die Schutzmasken. Doch nicht jeder kann sich aufgrund verschiedener Vorerkrankungen damit arrangieren. Es gibt sehr unterschiedliche Erfahrungen und noch die eine oder andere Frage.

Einer Leserin ist es vor kurzem mit einer OP-Maske im Supermarkt ziemlich schlecht ergangen. Die Kassiererin habe ihr ihren Zustand schon angesehen. Bis nach draußen an die Luft habe sie es noch geschafft. Möglicherweise käme sie mit einer Maske anderen Typs besser klar. Doch das kann sie nicht testen.

Anzeige
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig

Die Berufsakademie (BA) Sachsen in Riesa und Leipzig lädt Studieninteressierte am 13. März 2021 zum digitalen Tag der offenen Tür mit Praxispartnern ein.

„Unter einer FFP2-Maske bekomme ich gar keine Luft“, erzählt die Frau, die auch so schon mit Atemproblemen zu kämpfen hat. Gern würde sie probieren, ob sie mit Masken der Bezeichnung KN95 und N95 zurechtkommt. „Doch die meisten Apotheken haben lediglich die FFP2-Masken vorrätig. Eine Auswahl, wie sie in der Corona-Schutzmasken-Verordnung beschrieben wird, ist also gar nicht möglich.“

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Andrea Bachmann betreibt in Roßwein die „Löwen“-Apotheke und ist Sprecherin der Apotheker in der Region Döbeln. Sie erklärt: „FFP2-, KN95- sowie N95-Masken sind gleichgestellt. Alle drei haben dieselbe Wirkung: Sie filtern die Aerosole der Atemluft zu mindestens 95 Prozent. Die unterschiedliche Bezeichnung ist lediglich auf die verschiedenen Herstellerländer beziehungsweise die dortigen Standards zurückzuführen.“

Bei den FFP2-Masken, die die Apotheken an die Kunden weitergeben, handele es sich um geprüfte Masken europäischen Standards, sagt Andrea Bachmann. Sie empfiehlt Menschen mit Herz- Kreislaufbeschwerden und Asthmatikern, die das Tragen von Masken besonders belastet, sich nicht noch körperlichen Belastungen auszusetzen, also beispielsweise schwere Einkaufstaschen zu tragen. „Bestimmt übernimmt den Einkauf auch jemand anders aus der Familie oder ein Nachbar“, so die Roßweinerin.

Auch der Weg in die Apotheke müsse nicht unbedingt persönlich erfolgen. „Wer bei uns anruft, der bekommt das Benötigte nach Hause geliefert“, sagt sie. Diesen Service böten auch viele Kollegen an. Andrea Bachmann ermutigt Betroffene, die Probleme beim Tragen der Maske haben, diese aktiv anzugehen und dies auch zu kommunizieren. „In den meisten Fällen wird es eine Möglichkeit geben, damit Risikopatienten geschützt am Alltag teilnehmen können“, ist sie überzeugt.

Wer zur Risikogruppe gehört, hat per Post sogenannte Berechtigungsscheine bekommen und kann sich ab dieser Woche noch einmal Masken mit hoher Schutzwirkung in den Apotheken abholen.
Wer zur Risikogruppe gehört, hat per Post sogenannte Berechtigungsscheine bekommen und kann sich ab dieser Woche noch einmal Masken mit hoher Schutzwirkung in den Apotheken abholen. © dpa

Als Apothekensprecherin weist sie darauf hin, dass ab dieser Woche der zweite Berechtigungsschein von Risikopatienten in Apotheken eingelöst werden kann. Mit diesen Scheine haben über 60-Jährige und jüngere Personen mit bestimmten Erkrankungen Anspruch auf einmalig sechs Schutzmasken (Zuzahlung zwei Euro).

Diese Art Coupons haben Anspruchsberechtigte zugeschickt bekommen. Diese können bis spätestens 15. April in Apotheken vorgelegt werden. Die ersten Scheine, die die Patienten erhalten haben, verfallen Ende nächster Woche, genau am 28. Februar.

Andrea Bachmann erwähnt außerdem, dass in den Apotheken genauso Schutzmasken für Kinder erhältlich sind. Einige Schüler dürfen mittlerweile wieder in die Klassen zurück, müssen aber in bestimmten Situationen Schutzvorkehrungen treffen. Überdies gilt für sie schon seit Monaten eine Maskenpflicht, wenn sie mit dem Schulbus unterwegs sind.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln