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Immer wieder Ärger mit Müllsündern

In Großweitzschen sind es zuletzt Elektrogeräte gewesen, die beräumt werden mussten. Die Zschaitzer ärgern sich über Plastiktüten, die in Gräben liegen.

Am Feldweg zwischen Gadewitz und Döschütz haben sich Unbekannte vor kurzem einer Matratze und eines alten Fernsehers entledigt. Ebenfalls an dieser Straße lag eine Waschmaschine.
Am Feldweg zwischen Gadewitz und Döschütz haben sich Unbekannte vor kurzem einer Matratze und eines alten Fernsehers entledigt. Ebenfalls an dieser Straße lag eine Waschmaschine. © Jens Hoyer

Ostrau/Großweitzschen/Zschaitz-Ottewig. Das kennt mit Sicherheit jede Kommune: An beinahe jedem Feld- und Waldweg, der gut mit einem Fahrzeug zu erreichen ist und schlecht von „Zeugen“ eingesehen werden kann, findet sich mal selten oder auch mit schöner Regelmäßigkeit illegal entsorgter Müll.

Womöglich nach einer Haushaltauflösung ist einer dieser Müllsünder vor kurzem an den Feldweg zwischen Gadewitz und Döschütz gefahren. Dort lagen danach eine Waschmaschine, eine Matratze und anderer Müll, und es stand ein alter Fernseher in der Landschaft.

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„Das ist eine Sauerei“, so die erste Reaktion von Großweitzschens Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos). Inzwischen habe die Gemeinde die Elektrogeräte und die anderen Dinge eingesammelt, wie Burkert auf Nachfrage am Donnerstag sagte.

Mit Pollern gegen Müllsünder?

Gerade an diesem Weg zwischen der B169 und Döschütz hat es nicht zum ersten Mal Probleme gegeben. Im Sommer 2019 musste die Kommune dort einen illegal entsorgten Öltank abtransportieren und samt des Restinhaltes fachgerecht entsorgen lassen. Ein Stück weiter wurden damals Dachwellplatten in die Landschaft geworfen. Auch die ließen die Gemeindemitarbeiter natürlich nicht liegen.

„Sie können sicher sein, dass wir uns schon mehrfach mit derartigen Problemen beschäftigt haben“, sagte Burkert. Eine Lösung allerdings sei bislang nicht gefunden worden. Denn, zum Beispiel die Wege mit Pollern zu versperren, sodass Umweltsündern schon einmal die „Anreise“ erschwert wird, ist leichter gesagt als getan.

„Bei vielen Wegen, an denen illegal entsorgter Müll liegt, handelt es sich um öffentlich gewidmete Wege, die nicht ohne Weiteres gesperrt werden können“, erklärte der Bürgermeister. Außerdem halte er es für nicht praktikabel, die etwa 50 Feldwege, die es im Gemeindegebiet gibt, mit Pollern abzuriegeln. Aber: Daran gedacht habe die Gemeinde tatsächlich schon mal.

Ostrau versucht, Täter zu ermitteln

Die Probleme an diesem Weg kennt auch die Gemeinde Ostrau. Denn ihr Gebiet grenzt an das von Großweitzschen. Wenn dort oder andernorts illegal entsorgter Müll entdeckt wird, „beräumen wir solche Plätze sehr zeitnah, weil sich ansonsten erfahrungsgemäß noch mehr Müll ,ansammelt‘“, sagte Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU).

Allerdings müsse die Kommune nicht in jedem Fall tätig werden. „Wenn es sich um Ablagerungen an einer Kreisstraße in unserem Gemeindegebiet handelt, informieren wir die Straßenmeisterei“, so Schilling. Die sei dann für alles Weitere zuständig.„

Bei Sondermüll wie beispielsweise Asbest wird die zuständige untere Umweltbehörde informiert“, erklärte der Ostauer Bürgermeister die Verfahrensweise, die auch andere Kommune praktizieren. Was Ostrau noch macht: „Der aufgefundene Müll wird generell nach Anhaltspunkten untersucht, um den Verursacher feststellen und abstrafen zu können. Das ist auch schon gelungen“, sagte Dirk Schilling.

Umweltfrevel kann teuer werden

Der oder diejenige müsse dann mit einem Bußgeldverfahren rechnen. Das leitet auch das Landratsamt Mittelsachsen ein, wenn es Müllsündern die Tat nachweisen kann. Wer beispielsweise Grünschnitt entsorgt und dabei erwischt wird, der muss mit einem Bußgeld zwischen 10 und 1.500 Euro rechnen. Die Höhe hängt davon ab, ob es sich um eine Schubkarren- oder eine Lastwagenladung handelt, die im Wald oder auf einer Lichtung landet.

Wer gefährlichen Abfall wie Asbest und Dachpappe entsorgt, kann mit 50 Euro Strafe davonkommen, dafür aber unter Umständen auch mit bis zu 25.000 Euro deutlich mehr zahlen müssen.

Und was macht Ostrau mit dem gesammelten Müll? „Wir haben dafür einen zentralen Lagerplatz, der in gewissen Abständen geräumt wird“, so Schilling. Er stellt für Ostrau eine Zunahme der illegalen Müllablagerungen fest. „Das ist für die Verursacher nicht nur strafbar, sondern für uns auch völlig unverständlich und komplett unlogisch“, so der Bürgermeister. „Wenn diese Umweltverschmutzer den Müll schon im Auto haben, können sie den direkt nach Hohenlauft schaffen und dort entsorgen – sogar kostenfrei.“

In Zschaitz ärgern sich die Gemeinderäte, dass immer wieder Müll in Plastiktüten im Straßengraben in der Nähe der Sandgrube liegt.
In Zschaitz ärgern sich die Gemeinderäte, dass immer wieder Müll in Plastiktüten im Straßengraben in der Nähe der Sandgrube liegt. © Dietmar Thomas

Illegal entsorgter Müll ist in der Märzsitzung auch Thema bei den Gemeinderäten von Zschaitz-Ottewig gewesen. Eine Rätin schimpfte darüber, dass immer wieder Plastiktüten, mit Abfällen und Müll gefüllt, in den Straßengräben und an Straßenrändern liegen. Besonders aufgefallen ist ihr dies im Bereich Eichberg bis zur Sandgrube. An der Heerstraße hätten vor einiger Zeit große Säcke voller Papier gestanden.

„Ich verstehe das nicht“, so die Rätin. „So schlimm wie in diesem Jahr war es lange nicht“, urteilte sie. Dabei zeigte sie sich überzeugt, dass es weniger die Einheimischen sind, die ihr Umfeld verschandeln, sondern vielmehr Mülltouristen, die die Beutel in die Gegend werfen.

Auch Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos) gefällt das nicht. Er kündigte wieder eine Frühjahrsputz- und Müllsammelaktion im Gemeindegebiet an. Er geht davon aus, dass Sport- und Heimatverein einen solchen Einsatz organisieren beziehungsweise die Kommune dabei unterstützen. Auch er sprach davon, dass die Gemeinde versucht, Hinweise auf die Täter zu finden, um die dann zur Rechenschaft zu ziehen.

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