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In Kriebsteiner Papierfabrik geht's ums Geld

Bei Kübler & Niethammer laufen die Tarif-Verhandlungen. Aber die Vorstellungen des Eigentümers und der Gewerkschaft gehen weit auseinander.

In der Papierfabrik Kübler & Niethammer laufen die Tarif-Verhandlungen.
In der Papierfabrik Kübler & Niethammer laufen die Tarif-Verhandlungen. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Die Tarif-Verhandlungen für die Papierfabrik Kübler & Niethammer in Kriebstein gestalten sich schwierig. Das geht aus einer Mitteilung der IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) hervor.

Darin heißt es: „Zur Unterstützung des Sanierungsvorhabens bieten wir der Geschäftsführung den Abschluss einer befristeten Standortsicherungsvereinbarung an.“ Diese beinhalte eine deutliche Senkung der Personalkosten. 

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Bedingung sei eine spätere Rückkehr zum „tariflichen Normalzustand“. Danach werde der Abschluss eines unternehmensbezogenen Verbandstarifvertrages angestrebt.

Haustarifvertrag abgelehnt

Die Gewerkschaft habe sowohl mit dem neuen Geschäftsführer von Kübler & Niethammer Felix Cordier als auch mit der Tarifkommission intensive Gespräche geführt. Die Gewerkschaft sei durchaus bereit, vorübergehenden finanziellen Kürzungen zuzustimmen, zum Beispiel beim 13. Monatsgehalt. 

Die Entscheidungen müssten für alle Mitarbeiter tragbar sein und „dürfen nicht nur einzelne Beschäftigte oder Beschäftigtengruppen betreffen“, sagt Simon Dicke, Verhandlungsführer Ost der IG BCE.

Die Geschäftsleitung habe den Entwurf eines Haustarifvertrages vorgelegt, der den derzeitigen Tarifvertrag ersetzen soll. „Den lehnen wir ab“, so Dicke. „Der Arbeitgeber möchte dauerhaft alles über Bord werfen. Das halten wir für den falschen Weg.“ 

Der Haustarifvertrag enthalte Änderungen, die kaum einen finanziellen Effekt bringen und nicht zur Sicherung des Standortes der Papierfabrik beitragen würden. Es müsse genau geschaut werden, wie hoch die Einsparungen sein müssten und wo ein günstiger Ansatz wäre, damit sie für alle gerecht seien. „Und wir wollen ein Bekenntnis, dass es dem Betrieb damit besser geht“, meint der Verhandlungsführer.

Geschäftsführer Felix Cordier schweigt

Wie die Vorschläge der Unternehmensleitung genau aussehen, konnte der Gewerkschafter nicht sagen. „Dafür fehlen noch die konkreten Zahlen von Felix Cordier“, sagt Dicke. Geschäftsführer Cordier war aber nicht zu einem Gespräch bereit. „Das ist eine interne Angelegenheit. Dazu möchte ich mich nicht äußern“, sagte er auf Nachfrage von Sächsische.de.

Felix Cordier ist gemeinsam mit Holger Hampel Geschäftsführer der Schönfelder Gruppe aus Annaberg-Buchholz, die Kübler & Niethammer im September übernommen hat (Sächsische.de berichtete). Zu diesem Zeitpunkt wurden beide auch Geschäftsführer der Kriebsteiner Papierfabrik und deren Insolvenz aufgehoben. 

Die Aktiengesellschaft wurde in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) umgewandelt, in der weiter 130 Mitarbeiter beschäftigt sind. Während der Insolvenz waren 20 Mitarbeiter entlassen worden.

Kübler & Niethammer ist weltweit der einzige Hersteller nass- und laugenfester Etiketten aus 100 Prozent Recyclingpapier mit Blauem Engel. (mit br)

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