merken
Döbeln

Roßwein hat jetzt eine Nektar-Tankstelle

Die Kita am Weinberg freut sich über ein neues Angebot in Sachen Umweltbildung. Eine Stiftung hat das möglich gemacht.

Ähnlich einer Kräuterschnecke gibt es auf dem Gelände der Kita am Weinberg in Roßwein jetzt eine Nektar-Tankstelle. Dort wachsen Pflanzen, die Insekten Nahrung bieten.
Ähnlich einer Kräuterschnecke gibt es auf dem Gelände der Kita am Weinberg in Roßwein jetzt eine Nektar-Tankstelle. Dort wachsen Pflanzen, die Insekten Nahrung bieten. © privat

Roßwein. Obwohl die Mädchen und Jungen der Grundschule und des Hortes derzeit an der Döbelner Straße lernen, waren einige von ihnen in den vergangenen Tagen auch hin und wieder auf dem Gelände der Kita am Weinberg anzutreffen. 

Entstanden ist dort eine Nektar-Tankstelle. Diese gleicht vom Aussehen her einer Kräuterschnecke. Die äußere Begrenzung bilden sogenannte Gabionen – in diesem Fall mit weißen Steinen befüllte Gitterbausteine.

Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Die ersten Pflanzen haben dort auch schon ihren Platz gefunden. Dabei handelt es sich ausschließlich um solche, die Insekten gern anfliegen, weil sie ihnen Nahrung bieten.

Ohne Insekten fehlt mehr als nur der Honig aufs Brötchen

Das können die Kinder in Zukunft beobachten. Sie dürfen die Tankstelle pflegen, Neues dazupflanzen. „Ich finde das prima“, sagt Kita-Leiterin Birgit Schwitzky. Ihr und ihrem Team ist Umweltbildung wichtig, „gerade in der heutigen Zeit“.

Nicht anders sieht es Mathias Wachs. Der Roßweiner Geschäftsmann ist Botschafter der Town & Country Stiftung. Als solcher war er schon häufiger in Roßweiner Kindereinrichtungen zu Gast und hat beispielsweise Nistkästen übergeben.

Jetzt hat die Stiftung die Nektar-Tankstelle in der Kita am Weinberg gefördert. „Das Thema Bienensterben ist in den Medien zwar präsenter geworden“, findet Wachs. Allerdings würden viele Menschen dies lediglich mit Honig verbinden, der teurer werden könnte oder womöglich ganz vom Frühstückstisch verschwindet. 

Doch vielen sei womöglich gar nicht bewusst, dass der jährliche Wert der Nahrungsmittelproduktion durch Bestäuben mehrere hundert Milliarden Euro beträgt, sagt Mathias Wachs.

Kleines Beet mit großer Wirkung

Er hofft und wünscht sich, dass die Nektar-Tankstelle den Kindern Zusammenhänge zeigen und vermitteln kann, wie wichtig es ist, etwas dafür zu tun, dass es den Insekten und der Umwelt überhaupt gut tut. „Denn es ist der Mensch, der durch Monokultur, Pestizideinsatz, Waldrodung, Luftverschmutzung und anderes mehr dafür sorgt, dass die Bienenbestände weltweit dramatisch zurückgehen“, so der Stiftungsbotschafter.

Zusammenhängen werden die Kinder auch im Sachkundeunterricht an diesem neuen Lehrobjekt nachgehen, stellt Birgit Schwitzky in Aussicht. An den Nachmittagen sollen es die Schüler des Ganztagsangebotes (GTA) Garten und Hauswirtschaft sein, die sich um die Nektar-Tankstelle kümmern.

„Möglicherweise können wir noch eine zweite anschaffen und dort Kräuter anpflanzen, die Insekten Nahrung bieten, aber auch gut in der Küche weiterzuverarbeiten sind“, überlegt Birgit Schwitzky schon. 

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln