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In Waldheim kommen kleine Autos ganz groß raus

Die Modellbauer wollen mehr Leute für ihr Hobby begeistern. Dafür haben sie große Pläne.

Detlef Zühlke zeigt das Modell eines ferngesteuerten Baggers, das die gleichen Funktionen hat, wie ein Original. Die IG Modellbau plant derzeit an einer Offroad-Strecke, auf der sogenannte Crawler fahren können.
Detlef Zühlke zeigt das Modell eines ferngesteuerten Baggers, das die gleichen Funktionen hat, wie ein Original. Die IG Modellbau plant derzeit an einer Offroad-Strecke, auf der sogenannte Crawler fahren können. © Dietmar Thomas

Waldheim/Hartha. Wenn Detlef Zühlke über seine Modelle spricht, kommt er schnell ins Schwärmen. Der 66-Jährige wohnt erst seit April in der Zschopaustadt. Über sein Hobby hat er schnell Anschluss gefunden und auch schon viele Pläne.

An der Schlossstraße haben die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Modellbau ein Schaufenster gestaltet. Baumaschinen und Schiffe im Kleinformat stehen darin. „Die Modelle sind voll funktionstüchtig“, erzählt Detlef Zühlke. Das heißt, der Bagger ist so konstruiert, dass er mit seiner Schaufel wirklich Sand aufnehmen kann, und der kleine Kipper kann per elektronischer Steuerung Material abkippen.

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Detlef Zühlke ist in der IG Modellbau, der er erst seit wenigen Monaten angehört, zuständig für alles, was sich bewegt. Er stammt aus Berlin und hat schon in der Kindheit den Modellbau als Hobby für sich entdeckt. „Ich habe mir das alles selbst angeeignet, bin Autodidakt“, sagt er.

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Seine größte Leidenschaft ist der Bau von Schiffsmodellen. Derzeit bastelt er an einer „Riva“, demnächst soll eine Cap San Diego entstehen, ein Nachbau des einzigen fahrtüchtigen Museums-Frachtschiffs der Welt. Aber auch ein Feuerlöschboot will der 66-jährige noch herstellen. „Da werden dann die Löschkanonen funktionieren, das Schiff kann sich auf der Stelle drehen und es hat einen Wasservorrat im Rumpf“, erklärt Zühlke. Selbstverständlich werde es auch Blaulicht und Sirene haben.

Schiffsmodelle können nicht ins Wasser

Der Ex-Berliner, der jetzt Rentner ist, bedauert es aber sehr, dass es rund um Waldheim so gut wie keine Möglichkeit gibt, die Schiffsmodelle fahren zulassen. Das war in seiner vorherigen Heimat anders. „Bei den Modellbauer-Treffen werden da richtige Einsätze simuliert. Das ist nicht nur für die Erbauer interessant, sondern zieht auch viele Besucher an“, so Zühlke.

So etwas Ähnliches schwebt ihm auch in der Region vor – allerdings nicht auf dem Wasser, sondern im Gelände. „Ich plane, auf einem Grundstück in Hartha eine Crawler-Strecke zu bauen“, sagt er. Crawler sind Offroad-Autos, mit denen über Stock und Stein gefahren werden kann.

Modellautos dafür hat die IG schon, sodass dann jeder Interessierte sie auch einmal selbst ausprobieren kann. Ziel sei es, Interessierte für das Hobby zu begeistern. „Vielleicht bekommen ja einige Lust, sich selbst ein Modellauto zu bauen“, so Zühlke.

Rennstrecke in Hartha in Planung

Das Gelände in Hartha sei etwa 50 mal 20 Meter groß. „Da kann man etwas draus machen“, ist sich der Waldheimer sicher. Wenn alles klappt, könnten noch in diesem Jahr die ersten Wettrennen stattfinden, zu denen dann auch Besucher eingeladen sind. Rechtzeitig werde über den genauen Veranstaltungsort informiert, sagt Detlef Zühlke.

Für die IG Modellbau, die unter dem Dach des Kultur- und Heimatvereins arbeitet, ist das neue Mitglied ein Glücksgriff. „Wir haben uns bisher auf sogenannte Standmodelle, die sich nicht bewegen, konzentriert“, sagt IG-Vorsitzender Andreas Baumbach. „Da sind die beweglichen Modelle eine willkommene Ergänzung und ein Zugewinn.“

Derzeit sind die Tüftler dabei, ein Modell über ein US-Car-Treffen zu bauen. Allen voran arbeitet daran das jüngste Mitglied der IG, der 13-jährige Jamie. Er sei unwahrscheinlich talentiert und im Rahmen des Ganztagsangebotes, das die Modellbauer in der Waldheimer Oberschule gestalten, in die Interessengemeinschaft gekommen.

Reserven wegen Corona aufgebraucht

Baumbach freut sich, dass nach längerer Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie die Ganztagsangebote an der Oberschule wieder starten dürfen. Mit dem Honorar, das die Mitglieder für ihre ehrenamtliche Arbeit bekommen, finanzieren sie unter anderem die Nebenkosten für ihre Werkstatt an der Bahnhofstraße, die die Waldheimer Wohnungsbaugesellschaft (WBV) der IG mietfrei zur Verfügung stellt.

„Unsere Reserven für die Anschaffung neuer Modelle haben wir nun allerdings aufgebraucht“, so Baumbach. Mithilfe des Heimatvereins, privater Spenden und der Unterstützung durch die Schule sei es gelungen, die Krise durchzustehen. „Jetzt freuen wir uns, wieder voll durchstarten zu können.“

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