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Insolvenzverfahren für Papierfabrik beendet

Die Papierfabrik Kübler & Niethammer in Kriebstein ist offenbar gerettet. Der neue Investor hat die Mehrheit der Beschäftigten übernommen.

Das Insolvenzverfahren der Papierfabrik Kübler & Niethammer ist vom Amtsgericht Chemnitz aufgehoben worden. Ein Unternehmen aus dem Erzgebirge hat sie gekauft.
Das Insolvenzverfahren der Papierfabrik Kübler & Niethammer ist vom Amtsgericht Chemnitz aufgehoben worden. Ein Unternehmen aus dem Erzgebirge hat sie gekauft. © Archiv/Dietmar Thomas

Kriebstein. Durch einen Gerichtsbeschluss ist das Insolvenzverfahren der Kübler & Niethammer Papierfabrik Kriebstein AG am Freitag aufgehoben worden. Darüber informierte am Dienstag einer der neuen Geschäftsführer, Felix Cordier.

Nach Zustimmung der Gläubiger zum Insolvenzplan konnte die Fesco GmbH, ein Unternehmen der Schönfelder Gruppe aus Annaberg-Buchholz, die Firma in Kriebstein bereits übernehmen, so Cordier weiter. 

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Er und Holger Hampel, beide auch Geschäftsführer der Schönfelder Papierfabrik GmbH, sind demnach auch zu Geschäftsführern für den Kriebsteiner Betrieb bestellt worden. 

Mit Aufhebung der Insolvenz wurde das Unternehmen von einer Aktiengesellschaft (AG) in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) umgewandelt. Alle 130 Mitarbeiter sind übernommen worden. 

Überdies sind zum 1. September zwei Azubis eingestellt worden, die den Beruf des Papiertechnologen lernen. Das bestätigte Raik Kilper, Sprecher des Insolvenzverwalters.

Insolvenzverfahren im Frühjahr eröffnet

Die Kübler & Niethammer Kriebstein GmbH ist weltweit einziger Hersteller nass- und laugenfester Etiketten aus 100 Prozent Recyclingpapier mit Blauem Engel.

„Mit Kriebstein gewinnt die Schönfelder Gruppe einen Standort, der mit höchster Effizienz die Produktpalette der Schönfelder Papierfabrik vervollständigt. Beide Werke ergänzen sich ideal“, so Cordier. Der Vertrieb der Produkte laufe wie bisher über die Firma Fesco Papier in Kriebstein.

Das Insolvenzverfahren für die Kübler & Niethammer Papierfabrik AG war am 1. April dieses Jahres offiziell am Amtsgericht Chemnitz eröffnet worden. Die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Beck & Partner GbR erarbeitete einen Insolvenzplan, dem die Gläubiger zustimmten.

Bereits im Januar hatte die Papierfabrik Zahlungsunfähigkeit anmelden müssen. Daraufhin war zunächst ein vorläufiges Verfahren eröffnet worden. Mit der Schönfelder Gruppe aus Annaberg-Buchholz konnte der Insolvenzverwalter Hubert Ampferl bald einen Investor präsentieren. 

Die Gruppe übernahm zunächst den Vertrieb der im Markt etablierten Produkte und stellte die für die Produktion benötigten Rohstoffe zur Verfügung.

Schaden von etwa einer Million Euro

Die Kübler & Niethammer AG, die auch ein Kraftwerk betreibt, war im September 2019 durch die Insolvenz ihres Gaslieferanten stark betroffen. Der Schaden betrug etwa eine Million Euro.

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