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Jäger erlegen in Mittelsachsen weniger Wildschweine

Die Jagd ist ein Schlüsselfaktor im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest. Deshalb steigt der Aufwand im Waidwerk.

In Mittelsachsen haben die Jäger in der zurückliegenden Jagdsaison weniger Schwarzwild erlegt.
In Mittelsachsen haben die Jäger in der zurückliegenden Jagdsaison weniger Schwarzwild erlegt. © Symbolfoto dpa-Zentralbild

Mittelsachsen. Im Landkreis Mittelsachsen haben die Jäger in der Saison 2020/21 genau 3.015 Wildschweine, 3.280 Rehe und 2.175 Füchse erlegt. Im Hinblick auf die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest seien die Jäger angehalten, möglichst viel Schwarzwild zu schießen.

Dass weniger Tiere zur Strecke gebracht worden sind, habe laut Anke Knorn von der Unteren Jagdbehörde verschiedene Gründe. „Es könnte daran liegen, dass mehr Unruhe im Wald geherrscht hat. Durch die Pandemie gab es mehr Besucher in den Wäldern. Schwarzwild ist schon bei der geringsten Beunruhigung auf und davon“, erklärt sie.

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Es verstecke sich dann in den Feldern. Großflächige Raps- und Maisfelder bieten perfekten Schutz und genug Nahrung. Die Untere Jagdbehörde bezeichnet die Jäger als Schlüsselakteure im Seuchengeschehen. Sie hätten gleichzeitig einen erheblichen Mehraufwand durch die Beprobung und Entsorgung von Unfall- und Fallwild.

Waschbären dezimieren Stockenten

Mit 176 Marderhunden, die hier nicht heimisch sind, wurden mehr Tiere erlegt als in den Vorjahren. Sie würden aber nicht so viel Schaden anrichten, wie eine andere invasive Art: der Waschbär. Mehr als 2.200 Tiere haben die Jäger im vergangenen Jahr geschossen.

Seit Jahren sinke dafür die Zahl der erlegten Stockenten. 148 waren es in der letzten Saison. Das stehe wahrscheinlich in direktem Zusammenhang mit der wachsenden Waschbär-Population. Die Corona-Pandemie und die draus resultierenden Beschränkungen hätten die Ausübung der Jagd in den vergangenen Monaten erschwert.

Die Einzeljagd sei zwar jederzeit möglich gewesen, Einschränkungen habe es jedoch bei der Durchführung gemeinschaftlicher Jagden gegeben.

Junge Leute wollen jagen

Im Landkreis Mittelsachsen gibt es 1.200 Jäger. Zunehmend stoße das Hobby auch bei jungen Leuten auf Interesse, die die Natur für sich entdecken. „Um den Jagdschein zu erhalten, ist ein breites Wissen zu Themen wie Tier- und Pflanzenkunde, Jagdrecht, Waffenkunde, aber auch Natur- und Artenschutz sowie Wildhygiene nötig“, so Anke Knorn. Am Ende stehe eine Prüfung an.

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Jäger gingen zudem viele Verpflichtungen ein, zum Beispiel den land- und forstwirtschaftlichen Nutzern gegenüber. Die Eigentümer der bejagbaren Flächen sind in Jagdgenossenschaften zusammengeschlossen, die wiederum das Jagdausübungsrecht an die Jäger verpachten. 185 Jagdgenossenschaften gibt es in Mittelsachsen.

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