SZ + Döbeln
Merken

Jetzt wirklich: Leisnig bekommt 2,4 Millionen Euro

Der Zuwendungsbescheid fürs Sport- und Kulturzentrum ist da. Mit dieser Nachricht hat der Bürgermeister am Donnerstagabend die Stadträte überrascht.

 4 Min.
Teilen
Folgen
Die Sport- und Freizeitanlagen rund um das Leisniger Stadtbad und die Karl-Zimmermann-Turnhalle sollen in den nächsten Jahren mit Geld von Bund und Stadt Leisnig modernisiert werden. Der Förderbescheid liegt jetzt vor.
Die Sport- und Freizeitanlagen rund um das Leisniger Stadtbad und die Karl-Zimmermann-Turnhalle sollen in den nächsten Jahren mit Geld von Bund und Stadt Leisnig modernisiert werden. Der Förderbescheid liegt jetzt vor. © Dietmar Thomas

Leisnig. Endlich mal eine gute Nachricht in Zeiten, in denen schlechte Meldungen vor allem rund um die Pandemie den Alltag bestimmen: Leisnig bekommt die angekündigten 2,394 Millionen Euro vom Bund. So neu ist diese Botschaft eigentlich nicht. Doch nach der Wahl und dem Regierungswechsel war sich die Stadtverwaltung gar nicht mehr so sicher, ob das in Aussicht gestellte „Geschenk“ wirklich kommt.

In dieser Woche nun ist allerdings der Zuwendungsbescheid im Rathaus eingetroffen. Damit haben es die Verwaltung und der Stadtrat schwarz auf weiß. Mit dem vom Grundsatz her schon bewilligten Eigenmitteln kann Leisnig in den nächsten Jahren mindestens 2,63 Millionen Euro am Stadtrand investieren.

Bedingungen für die Zukunft schaffen

Dafür sollen für die bereits rund ums Stadtbad etablierten Vereine die Voraussetzungen derart verbessert werden, dass sie der Zukunft und dem gewollten Mitgliederzuwachs ohne Sorgen entgegensehen können. Und es soll auch für diejenigen Vereine etwas getan werden, die sich schon über Jahre mit Bedingungen zufriedengeben müssen, die ihren Sport, ihr Hobby mehr schlecht als recht ermöglichen. Dazu gehören unter anderem die Kegler des SV Leisnig 90.

Nach Protest aus den Reihen der Sportler will die Verwaltung versuchen, die Modernisierung der Kegelbahn in dem Finanzpaket unterzubringen, das jetzt zur Verfügung steht.

Für den Fußballverein mit mehreren hundert Mitgliedern soll ein neues Vereinsdomizil entstehen, das Sanitär- und Funktionsräume und ein Tribünengebäude vereint. Mit der Anlage eines Kunstrasenplatzes sollen Freizeitsportler und auch die Leisniger Schüler die Möglichkeit bekommen, das gesamte Jahr über draußen zu trainieren und Sport zu treiben.

Das Alternative Jugendzentrum (AJZ) soll nach den bisherigen Entwürfen nach einer Sanierung des Hauses ins bisherige VfB-Heim einziehen. Wie das Objekt gestaltet werden kann, dazu haben die Vereinsmitglieder und Nutzer des Hauses in den vergangenen Wochen ihre Vorschläge einbringen können. Was von ihren Wünschen umsetzbar ist, muss unter anderem in der weiteren Planungsphase geprüft werden.

Vor-Ort-Termin steht noch aus

Dazu sollte es jetzt im November aber auch noch einen Termin – offiziell gibt es noch kein konkretes Datum – vor Ort mit Vertretern des AJZ, aber auch mit Vertretern aller weiteren Vereine geben, die schon im jetzigen Sport- und Freizeitzentrum aktiv sind und dies in Zukunft sein wollen.

Zu letztgenannten gehören die Bogensportler, für die in den ersten Entwürfen ebenfalls Trainingsmöglichkeiten vorgesehen sind. Auf ihrem bisherigen Übungsgelände ist es schwer, bestimmte Vorschriften einzuhalten.

Rolf Noack engagiert sich seit 50 Jahren bei den Keglern des SV Leisnig 90. Weil er hartnäckig auf Probleme der maroden Kegelbahn hingewiesen hat, hat sich die Stadtverwaltung inzwischen ein Sanierungsangebot eingeholt. Womöglich wird die Anlage nun im Zu
Rolf Noack engagiert sich seit 50 Jahren bei den Keglern des SV Leisnig 90. Weil er hartnäckig auf Probleme der maroden Kegelbahn hingewiesen hat, hat sich die Stadtverwaltung inzwischen ein Sanierungsangebot eingeholt. Womöglich wird die Anlage nun im Zu © Dietmar Thomas

Zwischen „neuem“ AJZ und dem Schützenhaus sind noch verschiedene Angebote vorgesehen. Es soll die Möglichkeit zum Treffen für verschiedene Generationen und auch das Angebot geben, sich sportlich zu betätigen. Weitere Ideen können in der folgenden Planungsphase noch eingebracht werden.

Doch jetzt können sich zunächst Projektanten um die Aufträge bemühen, den Kunstrasenplatz sowie das multifunktionale Tribünengebäude zu planen. Die Aufträge sollen vom Umfang her so gestaltet werden, dass keine europaweite Ausschreibung möglich ist. Das spart Zeit, Kosten und soll auch den Baufirmen vor Ort die Möglichkeit geben, mitzuhalten.

Ökologisch und umweltgerecht bauen

Bei der Umsetzung, so kündigte Bürgermeister Tobias Goth (CDU) bereits mehrfach an, will die Kommune den Blick mehr auf ökologisches Bauen richten als bisher. Der Rathauschef sprach davon, natürliche Dämmstoffe einsetzen und die Dächer mit Fotovoltaik ausrüsten zu wollen. Die gewonnene Energie soll dann nicht ins Netz fließen, sondern in den Einrichtungen wie VfB-Heim oder AJZ helfen, Betriebskosten zu senken.

Für die Gestaltung des Umfeldes zwischen Sporthalle und der Gartenanlage kann sich Bauamtsleiter Thomas Schröder vorstellen, ein weiteres Förderprogramm zu nutzen. Die Gebietskulisse dafür ist vor ein paar Jahren erweitert worden, sodass es diese Möglichkeit gibt.

VfB feiert nächsten Sommer drei Tage lang

Gewünscht worden ist zum Beispiel ein Platz, der fürs Parken genauso genutzt werden kann, wie für den Aufbau eines Festzeltes. Das wird für gewöhnlich gebraucht, wenn der VfB sein Sommerfest feiert. Die vergangenen beiden Jahre musste dies der Pandemie wegen ausfallen.

  • Nachrichten aus der Region Döbeln von Sächsische.de gibt es auch bei Facebook und Instagram

Für 2022 gibt es mit den Tagen vom 24. bis 26. Juni zumindest schon einen Termin für das VfB-Sommerfest. Dann soll auch das 100-jährige Bestehen des Sportvereins nachgefeiert werden.

Die ersten Bauarbeiten auf dem Gelände des Sport- und Freizeitzentrums am Stadtrand sollen im nächsten Jahr starten. Bis dahin müssen die Pläne konkretisiert und Baurecht geschaffen sowie noch benötigte Grundstücke gekauft werden.