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Jugend soll in Leisnig mehr Beachtung finden

Das ist dem Bürgermeister zufolge eine Erkenntnis aus der Diskussionsrunde zum Sport- und Kulturzentrum.

Aufgeben oder sanieren? Die Nutzer des Alternativen Jugendzentrums in Leisnig sind da anderer Meinung als die Kommune als Eigentümer der Immobilien.
Aufgeben oder sanieren? Die Nutzer des Alternativen Jugendzentrums in Leisnig sind da anderer Meinung als die Kommune als Eigentümer der Immobilien. © Archiv/Dietmar Thomas

Leisnig. Die öffentliche Vorstellung der Pläne für das Kultur- und Sportzentrum am Stadtrand hat einige Wellen geschlagen. Unter anderem, weil die Vorhaben doch auf mehr Widerstand gestoßen sind, als die Verwaltung nach bisherigen Gesprächen mit Beteiligten erwartet hatte. Deshalb ging Bürgermeister Tobias Goth (CDU) zur Stadtratssitzung am Donnerstagabend auch noch einmal auf dieses Thema ein.

Wie er sagte, könnte bei der Präsentation der Eindruck entstanden sein, dass der Jugend in Leisnig nicht viel Bedeutung beigemessen wird, sie abgeschrieben ist. „Dem ist nicht so“, betonte der Rathauschef vor den Stadträten noch einmal. „Im Gegenteil: Wir wollen etwas tun, damit sich die Jugend hier in Leisnig wohlfühlt.“

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Zweites Förderprogramm bietet weitere Möglichkeiten

Nicht zuletzt deshalb sei die Jugend auch in die Pläne des Bundesförderprogrammes „Sanierung kommunaler Einrichtungen für Sport, Jugend und Kultur“ aufgenommen worden. Leisnig kann dieses Programm nutzen und wird darüber aller Voraussicht nach 2,66 Millionen Euro einsetzen können, 90 Prozent davon Fördergeld.

Überdies soll in diesem Zusammenhang beim Ausbau von Wegeverbindungen und anderen Gestaltungen das Förderprogramm Aktive Ortsteilzentren angezapft werden. Die Förderkulisse bezieht das Kultur- und Freizeitzentrum am Rande der Stadt mit ein.

Nachdem es bei der Projektpräsentation am Dienstag Gegenwind zu den aktuellen Vorhaben vonseiten der Nutzer des Alternativen Jugendzentrums (AJZ) sowie von Vertretern des SV Leisnig gab, zieht die Verwaltung daraus dem Bürgermeister zufolge mehrere Erkenntnisse.

Eine davon sei: „Wir werden den Jugendlichen und deren Wünschen mehr Bedeutung zukommen lassen“, sagte der Bürgermeister.

Bisheriges Jugendzentrum ist ein Knackpunkt

So sollen die Nutzer zunächst eine Rückmeldung erhalten, dass ihre Mitgestaltungswünsche vor etwa zwei Wochen im Rathaus angekommen sind. Dass es darauf bislang keinerlei Reaktionen gab, war eine der Kritiken der Jugendlichen.

Überdies stellte der Bürgermeister in Aussicht, dass der AJZ-Vorstand kommende Woche einen Grundriss des derzeitigen Vereinsgebäudes des Fußballvereins VfB Leisnig erhält. Darin können die Jugendlichen aufzeigen, wo sie sich welche Räume, welche Umbauen und Gestaltungen vorstellen.

Auch in den Außenbereichen sind ihre Ideen gefragt, sagte Goth schon. So soll es beispielsweise einen Bereich für Begegnungen für Jung und Alt geben. Planungsseitig sind dafür bislang verschiedene Fitnessgeräte vorgesehen, auch solche, die für Behinderte und ältere Menschen geeignet sind. Weiteren Vorschlägen stehe die Verwaltung da offen gegenüber.

So sehen die bisherigen Pläne Leisnigs zum Ausbau eines modernen Sport- und Kulturzentrums am Rande der Stadt aus. Nicht alle möglichen Nutzer sind damit zufrieden.
So sehen die bisherigen Pläne Leisnigs zum Ausbau eines modernen Sport- und Kulturzentrums am Rande der Stadt aus. Nicht alle möglichen Nutzer sind damit zufrieden. © SZ Grafik

Wie vorgestellt, soll es einen Neubau geben, der Tribünenplätze, Umkleide-, Sanitär- und Vereinsräume sowie die Gastronomie miteinander vereint. Das bisherige VfB-Vereinsheim wäre dann frei für einen Umbau zum Jugendzentrum nach den Vorstellungen der Nutzer.

Als Option steht außerdem, dort künftig noch die offene Kinder- und Jugendarbeit zu integrieren. Die befindet sich im Wiederaufbau. Das letzte Wort dazu ist noch nicht gesprochen – genau wie zu der Gesamtgestaltung.

Vor-Ort-Treffen im November geplant

Um Details abzusprechen, sollen sich im November alle künftigen Nutzer des Kultur- und Freizeitzentrums vor Ort treffen. Auch einen unabhängigen Gutachter will die Kommune jetzt mit einbeziehen, der vor allem bauliche Situationen bewerten soll, so Goth.

Ein Knackpunkt ist im Moment der derzeitige Jugendtreff. Die Kommune als Eigentümer sieht eine Modernisierung der Immobilien, die teilweise aus den 1950er-Jahren stammen, als unwirtschaftlich an. Nutzer des Hauses schätzen das anders ein.

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Möglichst bis Ende des Jahres sollen die Interessen vieler Nutzer des Sport- und Kulturzentrums unter einen Hut gebracht und Baugenehmigungen beantragt sein, sagte der Bürgermeister auf Anfrage eines Besuchers der Ratssitzung.

Der wollte noch einige Details zu dem Millionenprojekt wissen. Letztlich, so finde er, sollte jeder Nutzer zu Kompromissen bereit sein, damit das Förderprogramm wirklich genutzt werden kann. Eine schriftliche Zusage über das Fördergeld soll bis Ende des Jahres im Rathaus vorliegen.

So soll es weitergehen

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Die Planungen für das neue Sport- und Kulturzentrum am Stadtrand von Leisnig zeigen, dass der Investitionsbedarf für alle Sportanlagen der Stadt groß ist.

Zum weiteren zeitlichen Ablauf sagte der Bürgermeister, dass die Kommune parallel zum Einholen von Genehmigungen auch noch Land erwerben muss. Ab nächstem Jahr soll dann gebaut werden.

Bis 2024 könnte ein Großteil fertig sein, wenn es keine Probleme mit Baumaterial und Baupreisen gibt. Bis spätestens 2026 muss der Einsatz des Fördergeldes dann beim Bund abgerechnet sein.

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