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Kaum Bewegung in Harthas Stadtwäldchen

Der Bauhof hat erste Arbeiten in dem Waldgebiet an der B 175 in Angriff genommen. Dennoch wurden noch nicht alle Versprechen eingelöst.

Seit mehreren Wochen stehen das Stadtwäldchen und dessen Pflege in der Kritik. Foto: Dietmar Thomas
Seit mehreren Wochen stehen das Stadtwäldchen und dessen Pflege in der Kritik. Foto: Dietmar Thomas © Dietmar Thomas

Hartha. Einen Monat ist es nun her, dass sich Vertreter aus Stadtverwaltung, Sachsenforst und der Bürgerschaft im Stadtwäldchen getroffen haben. Bei dem Treffen im Mai wurde über das weitere Vorgehen im Waldgebiet beraten.

Angeregt wurde neben einer weiteren Beräumung einiger Ecken mit viel Totholz und einer damit verbundenen Schredder-Aktion, auch ein Aufruf an alle Bürger, sich zu einem gewählten Termin freiwillig an einer Aufräum-Aktion zu beteiligen.

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Aufräum-Aktion im Stadtwäldchen lässt auf sich warten

Letztere sollte ebenfalls durch die Stadtverwaltung organisiert werden. Passiert ist nach Anfrage bei Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) bislang nicht sehr viel. „Wir kämpfen derzeit mit einem hohen Krankenstand, weswegen einige Dinge etwas länger dauern, als gewohnt.“

Bezüglich der gemeinsam Aufräum-Aktion soll es in der übernächsten Woche noch einmal Gespräche mit den Initiatoren aus der Bürgerschaft geben. „Sollte das abgeklärt sein, denken wir über so eine Aktion im Herbst nach, wenn die Bäume ihre Blätter verloren haben und die Brutzeit vorbei ist“, so Ronald Kunze.

Auch die sonstigen Arbeiten in dem Waldgebiet sollen folgen, wenn die Wachstumszeit soweit vorbei ist, erklärt der Bürgermeister. „Wir haben den Stadtwald nicht vergessen, aber wir müssen auch die Natur beachten.“

Enttäuschung bei Helfern und Anwohnern in Hartha

Enttäuscht über den aktuellen Stand der Arbeiten ist der Harthaer Herbert Seidel. „Mittlerweile wächst das Gestrüpp so langsam wieder. Da hätte ich mir einen schnelleren Eingriff durch die Stadt gewünscht“, sagt der 69-Jährige.

Selbst habe er mit seinem Neffen in den vergangenen Wochen, nach Rücksprache mit dem Förster und der Stadt, rund um die Bäume Gehölz verschnitten. „Die jungen Bäume brauchen Platz zum Wachsen. Da müssen die Sträucher ringsherum aber auch in Schuss gehalten werden“, so Seidel.

Bereits Mitte Mai wurden durch den Bauhof rund um den bekannten Pilz Sicherungsmaßnahmen vorgenommen, um die Unfallgefahr zu verringern sowie an der Gartenstraße ein Stück vom Totholz befreit. Außerdem seien Fahrspuren entfernt worden, so Bauamtsleiter Ronald Fischer auf damalige Anfrage.

Schutz der Tiere und der Natur geht vor

Wie Herbert Seidel weiter erzählt, kann man in letzter Zeit auch gut Tiere wie den Roten Milan, Eulen oder Fledermäuse sehen und hören. Alle drei Tierarten stehen in Deutschland unter strengem Naturschutz. Einige auch auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

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Auf Anfrage betont Harthas Bürgermeister, dass die Verwaltung bei zukünftigen Arbeiten auch „dementsprechend besonders nachsichtig“ im Wald vorgeht.

Er selbst freue sich sehr, dass sich beispielsweise die Eule, die bereits im gesamten Stadtgebiet immer mal wieder gesichtet wurde, auch im Stadtwäldchen unterwegs ist. „Unser Anspruch ist natürlich, die Natur, also auch die dort lebenden Tiere, wie die Eule, zu schützen“, betont Ronald Kunze.

Entscheidung über Entwidmung der Wege steht aus

Weiterhin unklar ist, wie sich der Stadtrat zur Entwidmung der Wege im Stadtwäldchen entscheidet. Ende des vergangenen Monats war unter den Stadträten eine Teil-Entwidmung als Lösung im Gespräch, bei der lediglich der hintere Teil des Stadtwäldchens mit mehreren jungen Bäumen zur Entwidmung vorgesehen ist.

Das vordere Stück samt Pilz und Trimm-dich-Pfad könnte demnach weiterhin in Widmung – und somit in der Sicherungspflicht der Stadt – bleiben (DA berichtete).

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„Die Entscheidung wird in einer der nächsten Stadtratssitzungen fallen. Dort wird zu dem Thema auch noch einmal öffentlich diskutiert.“ Der Bürgermeister stehe persönlich einer Teil-Entwidmungs-Variante skeptisch gegenüber, sei aber an die Entscheidung des Stadtrates gebunden.

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