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Kein Festspiel in Döbeln wegen Corona

Das Heimatfest im kommenden Jahr steht im Zeichen der Pandemie. Die Stadt will kein unnötiges Risiko eingehen.

Vor vier Jahren entführten Doblins Mimen beim Heimatfestspiel auf dem Schloßberg die Gäste in die Vergangenheit der Stadt. Das wird es im kommenden Jahr nur in einer ganz kleinen Variante geben.
Vor vier Jahren entführten Doblins Mimen beim Heimatfestspiel auf dem Schloßberg die Gäste in die Vergangenheit der Stadt. Das wird es im kommenden Jahr nur in einer ganz kleinen Variante geben. © Fotograf: Christian Juppe, Bautz

Döbeln. Im kommenden Jahr will Döbeln am Wochenende 18. bis 20 Juni ein Heimatfest zum 1040. Jahrestag der Ersterwähnung der Stadt feiern. Es wird auch als Corona-Heimatfest in die Geschichte eingehen. Schon jetzt ist klar: Ein Heimatfestspiel in gewohnter Form wird es nicht geben.

Risiko ist zu groß

Bei den vergangenen Heimatfesten hatten die Laienschauspielgruppe Doblins Mimen auf dem Schloßberg immer groß aufgetrumpft. Sie stellte Begebenheiten aus der Döbelner Geschichte nach in imposanter Kulisse vor Hunderten Zuschauern auf den Traversen. Die Stadtverwaltung scheut dieses Mal vor diesem Aufwand aufgrund der Kosten-Risiko-Abwägung zurück. Zu groß ist die Gefahr, dass nach aufwendigen Vorbereitungen das Festspiel ausfallen muss oder nur vor wenigen Zuschauern aufgeführt werden kann. „Es ist ein großer Unterschied, ob nur 120 oder 750 Leute zuschauen“, sagte Kulturamtschefin Angela Petzold.

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Kleine Variante

Stattdessen soll es eine Alternative geben. Im Rahmen des historischen Markes auf dem Lutherplatz, der wieder vom Mittelsächsischen Kultursommer (Miskus) organisiert wird, soll die kleine Variante des Festspiels aufgeführt werden. In den Markt integriert und ohne Zuschauertraversen, wie Angela Petzold sagte. „Döbelns Mimen sollen zum Zuge kommen. Hans Mühler arbeitet schon an Ideen, wie man das machen kann.“

Es werde wohl auf ein Schauspiel von einer halben Stunde bis 40 Minuten hinauslaufen, dass an diesem Heimatfestwochenende auch mehrfach aufgeführt wird. „Ich denke, dass wir da etwas zustande bekommen, das allen Spaß macht“, sagte Angela Petzold.

Mittelalter bis auf den Schloßberg

Die frei gebliebene Fläche auf dem Schloßberg könnte in den Mittelaltermarkt mit eingezogen werden. „Die Idee ist, die Situation auf dem Lutherplatz ein bisschen zu entspannen. Dort oben wäre dann Platz, um auch einmal ein Zelt aufzustellen, für Bogenschießen und Mitmachaktionen.“ Allerdings müsse dabei beachtet werden, dass vom Schloßberg aus auch wieder das Feuerwerk abgefeuert werden soll.

Das große Höhenfeuerwerk ist wieder am Heimatfest-Sonnabend geplant. Als Alternative fürs ausgefallene Heimatfestspiel soll es eine Lichtperformance auf dem Obermarkt geben. Dabei wird das Rathaus mit Lasertechnik in ein ganz neues Licht gerückt. Verbunden ist die Performance mit Musik und Tanz.

Heimatfest kostet 195.000 Euro

„Das alles steht natürlich unter Corona-Vorbehalt. Wir planen aber ganz normal in der Hoffnung, dass wir das alles machen können“, sagte Angela Petzold. Eine Sache ist aber schon glasklar. Die Stadt wird das nötige Geld zur Verfügung stellen. Das Heimatfest ist deutlich aufwendiger als die jährlichen Stadtfeste – auch finanziell. 

Die Stadtverwaltung rechnet mit einer 20-prozentigen Kostenerhöhung zum letzten Mal. Rund 195.000 Euro sollen für das dreitägige Spektakel zur Verfügung stehen. 45.000 Euro sollen von Sponsoren kommen. Der Bereitstellung von 150.000 Euro hat der Stadtrat zugestimmt.

Umzug schon in Vorbereitung

Allein für den Festumzug sind Ausgaben von rund 40.000 Euro vorgesehen. Unterstützt wird der Umzug wieder von den Stadtwerken, die dafür 20.000 Euro zuschießen werden.

Sechs Arbeitsgruppen sind für die Vorbereitung des Heimatfestes gebildet worden. Geplant sind vier Bühnen im Stadtgebiet, auf denen den Gästen etwas geboten wird. Auf dem Parkplatz Ritterstraße werden die Schausteller wieder ihre Fahrgeschäfte aufbauen.

Auch die Organisation des Festumzuges erfolgt unter Regie der Stadtwerke. Diese haben dafür Jörn Hänsel vom Verein Mittelsächsischer Kultursommer engagiert, der mit den Vorbereitungen bereits im Sommer begonnen hat. In mehr als 20 Bildern soll das Stadtleben im Gestern und Heute vorgestellt werden. Auch die Döbelner Stadträte sollen einen Platz im Festumzug bekommen. „Den 20. Juni 2021 sollten sie sich in den Terminplan schreiben“, sagte Angela Petzold in der Stadtratssitzung.

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