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Polizei sucht Zeugen nach Kellerbrand

In einem Wohnblock in Westewitz bricht in der Nacht zu Mittwoch ein Feuer aus. Es ist von Brandstiftung auszugehen.

Im Wohnblock Am Waldrand 83 in Westewitz hat ein Keller gebrannt.
Im Wohnblock Am Waldrand 83 in Westewitz hat ein Keller gebrannt. © privat

Großweitzschen. Im  Neubaublock Am Waldrand 83 in Westewitz hat es in der Nacht zu Mittwoch um Mitternacht einen Kellerbrand gegeben. Die Feuerwehren aus Großweitzschen, Mockritz, Hartha, Wendishain sowie  Döbeln mit der Drehleiter waren vor Ort. Verletzte hat es nicht gegeben.

Ein Brandursachenermittler hat am Morgen den Keller hinsichtlich der Brandursache untersucht. „Im Ergebnis dessen ist von Brandstiftung auszugehen“, sagt eine Polizeisprecherin. 

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Zeugen, die Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Brand gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. „Wem sind möglicherweise im Vorfeld des Brandes in dem Wohnblock oder im Umfeld Personen aufgefallen, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten?“, fragen die Beamten. Hinweise werden unter Tel. 03431 6590 beim Polizeirevier Döbeln entgegengenommen.

Strom in den Häusern abgestellt

Um Mitternacht wird die Feuerwehr alarmiert. Ein Keller steht vollkommen in Flammen. Der Rauch zieht durch den gesamten Wohnblock, weil der Kellergang durchgängig ist. Die Bewohner können sich alle retten, verletzt wird niemand. „Ich bin von einer Nachbarin aus dem Nebeneingang informiert worden, dass es brennt. Danach habe ich in unserem Eingang alle Mieter gewarnt“, sagt Evelyn Weißer.

Die junge Frau hat erst vor kurzem ein ähnlich schweres Erlebnis durchmachen müssen. „Vor vier Wochen hat es in unserem Haus einen Rohrbruch gegeben, wodurch unsere Wohnung geflutet worden ist“, berichtet sie. Trotz des erneuten Schicksalsschlages wirkt sie einigermaßen gefasst.

In den Häusern musste der Strom abgestellt werden. Die Mieter sind über Nacht im sogenannten Beigut in Westewitz untergebracht worden. Zur Betreuung wird die Johanniter Unfallhilfe Leisnig gerufen. Die zehn Einsatzkräfte kümmern sich um die Versorgung der Betroffenen und der Feuerwehrleute. „Es hat uns an nichts gefehlt“, sagt Sigrid Kühnel, eine der Mieterinnen.

Am Vormittag dürfen die Bewohner zumindest kurz in ihre Wohnungen, um Kleidung und andere Gegenstände zu holen. Einige wirken ratlos, wissen nicht, wie es weitergehen soll. Derweil kümmert sich die Gemeinde, der die Wohnhäuser gehören, um die Unterbringung der Mieter. „In dem Wohnblock sind 18 Wohnungen belegt“, sagt Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos). Dann hat er schon wieder das Telefon am Ohr, um den zeitweiligen Umzug der Mieter zu organisieren.

Unterkunft auf dem Klinikgelände

Einige von ihnen kommen auf dem benachbarten Klinikgelände unter. So wird im Haus Falkennest der Wohnstätten gGmbH „Die Brücke“ eine Wohnung eingeräumt. Eine weitere ist kürzlich in dem Haus, in dem sich die Verkaufsstelle befindet, frei geworden. „Dort soll eine fünfköpfige Familie vorübergehend untergebracht werden. Die Wohnung ist teilmöbliert“, sagt Eigentümerin Ramona Lässig.

Auch in der Fachklinik Bethanien kommen einige Leute unter. Dort gibt es Miet- und Gästewohnungen, die die Klinikleitung sofort zur Verfügung gesellt hat.Am Nachmittag gibt es zumindest für die Bewohner der Eingänge C und D eine gute Nachricht. Sie können ihre Wohnungen wieder nutzen. Strom und Wasser liegen wieder an.

Höhe des Schadens unbekannt

Anders ist die Situation für die Mieter in den in den Eingängen A und B. „Hier ist der Schaden größer, es ist alles verschmort“, sagt Jörg Burkert.

Wie lange es dauert, bis die Bewohner dieser beiden Eingänge wieder in ihre Wohnungen ziehen können, vermag der Bürgermeister nicht zu sagen. Auch die Höhe des Schadens stehe noch nicht fest. „Das muss sich erst ein Gutachter anschauen“, so Burkert.

Der Artikel wurde um 17.05 Uhr aktualisiert.

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Das Feuer hat unter anderem die Kellerfenster zerstört.
Das Feuer hat unter anderem die Kellerfenster zerstört. © Dietmar Thomas
Evelyn Weißer hat noch einige Sachen aus ihrer Wohnung geholt. Sie wird vorübergehend in einer Wohnung der Fachklinik Bethanien untergebracht.
Evelyn Weißer hat noch einige Sachen aus ihrer Wohnung geholt. Sie wird vorübergehend in einer Wohnung der Fachklinik Bethanien untergebracht. © Dietmar Thomas
Im Haus Falkennest der Wohnstätten gGmbH „Die Brücke“ ist eine Wohnung für die Betroffenen des Brandes eingerichtet worden.
Im Haus Falkennest der Wohnstätten gGmbH „Die Brücke“ ist eine Wohnung für die Betroffenen des Brandes eingerichtet worden. © Dietmar Thomas
Bürgermeister Jörg Burkert (rechts) spricht mit den Bewohnern.
Bürgermeister Jörg Burkert (rechts) spricht mit den Bewohnern. © Dietmar Thomas
Der Rauch quillt aus den Kellerfenstern und aus der Eingangstür.
Der Rauch quillt aus den Kellerfenstern und aus der Eingangstür. © Archiv/privat

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