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Kirchgemeinde distanziert sich von Kantor

Rene Michael Röder organisiert in Waldheim privat Kundgebungen wegen der Corona-Maßnahmen. Das kommt in der Gemeinde nicht gut an.

Kantor Rene Michael Röder in seinem eigentlichen Element: Im September spielte er auf der mobilen Orgel in der Sommerkirche Mochau.
Kantor Rene Michael Röder in seinem eigentlichen Element: Im September spielte er auf der mobilen Orgel in der Sommerkirche Mochau. © Lars Halbauer

Waldheim. Die evangelische Kirchgemeinde Waldheim-Geringswalde distanziert sich von ihrem Kantor Rene Michael Röder. Der hatte in den vergangenen Wochen zweimal als Privatmann Versammlungen auf dem Waldheimer Obermarkt angemeldet, bei denen es um die Maßnahmen in der Corona-Krise ging.

Die Polizei prüft in diesem Zusammenhang die Aussage eines Redners auf strafrechtliche Relevanz, genauer den Tatbestand der Volksverhetzung. Er hatte die Schutzimpfungen in einen Zusammenhang mit den Menschenexperimenten des SS-Arztes Josef Mengele gebracht.

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Kein Mandat für solche Veranstaltungen

Die Aussage kam nicht von Röder selbst. „Wäre eine solche Äußerung von Herrn Röder gekommen, hätten wir sofort arbeitsrechtliche Maßnahmen ergriffen“, so Pfarrer Reinald Richber. Er machte in einer Erklärung klar: „Kirchliche Angestellte haben kein Mandat der Kirchgemeinde, solche Veranstaltungen zu organisieren oder aufzusuchen.“

Die Kirchgemeinde sei bestrebt, angemessen auf die Anforderungen der Corona-Pandemie zu reagieren. „Vorsicht und Rücksicht bei den persönlichen Kontakten ist geboten. Seit Beginn der Pandemie reagiert die Kirchgemeinde mittels angepasster Hygienekonzepte. Auf dieser Basis war es möglich, Weihnachtsgottesdienste in Kirchen zu halten, auf dieser Basis finden auch aktuell Gottesdienste statt.“

Nächste Versammlung am Montag

Für diesen Montag hat Röder wieder eine Versammlung angemeldet, wie er gegenüber Sächsische.de bestätigte. „Meine Intention ist zum Einen, dass jede Krise eine Chance in sich birgt, wenn man ihr den Charakter der Katastrophe nimmt. Darüber möchte ich mit den Menschen ins Gespräch kommen. Zum anderen habe ich das Bedürfnis, mal endlich wieder mit mehr Personen zu singen als mit mir alleine.“

Den Mengele-Vergleich besagten Redners bezeichnet Roeder als „spontane Assoziation“. „Jeder ist für seine Worte und Taten selbst verantwortlich. Möglicherweise wäre es gut, der Frage nachzugehen, wie es zu solch einer offenbar spontanen Assoziation kam.“

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