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Zeit für Schubladenprojekte im Klosterbezirk Altzella

Wer in der neuen Förderperiode Geld von der EU haben will, sollte vorausdenken. In welche Richtung? Das ist jetzt die Frage.

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Der Klosterbezirk Altzella will sich um „frisches“ Fördergeld von der EU bewerben.
Der Klosterbezirk Altzella will sich um „frisches“ Fördergeld von der EU bewerben. © Dietmar Thomas

Roßwein. Über das Regionalbudget kann das Regionalmanagement für den Klosterbezirk Altzella auch für 2022 und 23 Unterstützung für kleinere Vereinsprojektes in Aussicht stellen. Wer Größeres vorhat, der muss sich wahrscheinlich noch etwas länger gedulden.

Im Jahr 2023 soll eine neue EU-Förderperiode beginnen. Wenn die Städte und Gemeinden im Klosterbezirk Altzella dann wieder Geld haben wollen, müssen sie wie vor Jahren schon eine Leader-Entwicklungsstrategie – kurz Les genannt – erarbeiten.

Dafür können ab sofort Ideen entwickelt werden, warb Regionalmanagerin Steffi Möller in der zurückliegenden Sitzung der Roßweiner Stadträte. Sie gab einen Überblick, welche Vorhaben in der zurückliegenden Förderperiode über das Leader-Programm unterstützt worden sind.

Ideen auch aus Roßwein gefragt

Im Vergleich zu anderen Kommunen konnte im Stadtgebiet Roßweins vergleichsweise wenig passieren, weil mehr als 5.000 Einwohner im Kerngebiet lebten. Diese Bemessungsgrenze wird es in der neuen Förderperiode so womöglich nicht mehr geben – und wenn, dann kommt Roßwein entgegen, dass die Einwohnerzahl schrumpft.

Das heißt, die Kommune könnte eine größere Chance auf Fördergeld haben als bisher. Dafür allerdings sollte sie schnell sein und das eine oder andere Projekt in der Schublade haben. „Sie sollten weiter denken“, so der Ratschlag von Steffi Möller.

Sie appellierte an die Stadträte wie Vertreter von Vereinen, sich in die Erarbeitung der neuen Entwicklungsstrategie einzubringen. Auf jedem Gebiet seien Ideen gefragt: Wie soll das Leben im ländlichen Raum in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bewältigt werden? Was fehlt dafür und kann da Abhilfe geschaffen werden?

Vier Arbeitsgruppen am Start

Diese und viele andere Fragen und Antworten werden sich diejenigen stellen, die sich bereiterklären, am „Strategiepapier“ mitzuarbeiten. Dafür sollen vier Arbeitsgruppen gebildet werden. Die erste beschäftigt sich mit den Bereichen Wirtschaft und Arbeit, die zweite mit den Themen Grundversorgung und Lebensqualität sowie Bildung und Wohnen. Eine dritte Gruppe soll sich der Punkte Natur und Umwelt sowie Umwelt/Klimaschutz annehmen. Und auch Tourismus und Naherholung sollen eine Rolle spielen.

Die ersten Treffen sind für die Tage zwischen dem 29. November und 1. Dezember anberaumt. Für die Planung der Runden wird um eine Anmeldung bei Janine Zill vom Verein Regionalentwicklung Klosterbezirk Altzella gebeten. Die Entwicklungsstrategie wird unter der Leitung der Umwelt-, Tourismus- und Regionalberatung GmbH aus Dresden erarbeitet.

Zunächst schauen, wie die Situation ist

Die erste Aufgabe der in den verschiedenen Gruppen Mitwirkenden wird es sein, die aktuelle Situation zu analysieren. Daraus ergibt sich, was in den kommenden Jahren mit der Hilfe von Fördergeld angepackt werden könnte oder sollte.

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Ob der Klosterbezirk überhaupt wieder in den Genuss von EU-Fördergeld kommt, das steht noch gar nicht fest. Sicher ist dagegen, dass es eine neuerliche Bewerbung als Leader-Gebiet beim Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung geben soll.

Das hat der Vorstand des Vereins für Regionalentwicklung Klosterbezirk Altzella bereits beschlossen. Bei der Bewerbung muss die Entwicklungsstrategie mit eingereicht werden. Abgabetermin ist Mitte nächsten Jahres.

Von Aussichtsturm bis Festplatz

An dem Leitfaden für die jetzt zu Ende gegangene Förderperiode hatten sich insgesamt 160 Menschen aus der Region Roßwein, Striegistal, Hainichen, Großschirma, Mochau, Reinsberg, Halsbrücke, Rossau und Nossen beteiligt. Über diese Kommunen erstreckt sich das Leader-Gebiet.

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Bisherige Schwerpunkte waren unter anderem die Mobilität auf dem Lande zu sichern, Netzwerke zukunftsfähig aufzustellen oder Ortsteile mit Spiel- und Dorfplätzen so zu gestalten, dass Jung und Alt dort gern leben. Unter diesem Gesichtspunkt sind beispielsweise in den Roßweiner Ortsteilen Gleisberg und Otzdorf Spielplätze und Treffpunkte entstanden.

Die Nossener etwa haben ihren Rodigtturm zurückbekommen. Den Bau des ursprünglichen Turmes hatte 1886 der dortige Verschönerungsverein angeschoben. Und die Hainichener können sich ab 2022 im renovierten Stadtbad vergnügen.

Anmeldung zur Mitarbeit in einer Regionalentwicklungsgruppe bei Janine Zill, Tel. 03431 6788720, oder per Mail unter [email protected]