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Döbeln

Kriebstein: "Feldmäuse" ziehen um

Kriebsteins Gemeinderat macht den Weg für die Kita-Sanierung frei. Zuvor gibt es noch Diskussionsbedarf.

Die Kita Feldmäuse in Grünlichtenberg wird umgebaut. Für ein Jahr ziehen die Kinder deshalb in eine Übergangs-Einrichtung in Modulbauweise.
Die Kita Feldmäuse in Grünlichtenberg wird umgebaut. Für ein Jahr ziehen die Kinder deshalb in eine Übergangs-Einrichtung in Modulbauweise. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Der An- und Umbau an der Kindertagesstätte „Feldmäuse“ in Grünlichtenberg kann beginnen. In der März-Ratssitzung haben sich die Gemeinderäte nochmals zu dem Vorhaben bekannt und dazu, es bis zum 30. Juni nächsten Jahres abzuschließen.

Bereits Ende Februar hatte die Gemeinde die Förderzusage in Höhe von 89 Prozent erhalten. Die Eigenmittel, die die Gemeinde aufwenden muss, liegen vorbehaltlich der Ausschreibungen bei rund134.000 Euro, erläuterte Bürgermeisterin Maria Euchler (FWK).

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„Der Zeitraum ist sehr sportlich“, so die Räte. Deshalb gelte es, keine Zeit zu verlieren. Die Ausschreibungen sollen jetzt erfolgen – genau wie die Vergabe der Bauarbeiten für die Übergangs-Kita in Modulbauweise.

Angebote klaffen weit auseinander

Die ist nötig, weil die rund 40 Mädchen und Jungen während der Bauarbeiten nicht in der Einrichtung betreut werden können. Alle Versuche, die Kinder übergangsweise in einem vorhandenen Gebäude unterzubringen, scheiterten an den strengen Vorgaben, die für Kindereinrichtungen gelten und auch in einem Übergangsdomizil einzuhalten sind. So war unter anderem die Gaststätte „Trompeter“ im Gespräch.

Für das Aufstellen der Container hat die Gemeinde Angebote von vier Firmen eingeholt. „Die Summen variieren erschreckend“, sagte Maria Euchler. Das niedrigste Angebot gab die Firma Menzl aus Lichtenau mit rund 40.000 Euro ab und erhielt den Zuschlag. Fast 160.000 Euro wurden mit dem teuersten Angebot aufgerufen.

Laut Bürgermeisterin hätten sich bei der Feinabstimmung mit der Firma Menzl dann aber doch noch einige Änderungen ergeben. Das angepasste Angebot umfasst nun Kosten in Höhe von rund 61.700 Euro. „Das ist immerhin ein Drittel mehr“, bemängelte Gemeinderat Christoph Merker (FWK).

Landwirte stellen Grundstück zur Verfügung

Die Bürgermeisterin konnte das begründen. Die Mehrkosten seien vor allem dadurch entstanden, dass zwei Container mehr benötigt werden als ursprünglich geplant. „Auch in der Übergangs-Kita müssen jedem Kind mindestens drei Quadratmeter zur Verfügung stehen. Überdies war der Umbau einer Toilette zur Dusche erforderlich.

„Ein Kostenfaktor sei zudem die Verkleidung der Wände. Wir nehmen unsere Möbel mit und in die Container selbst darf nicht gebohrt werden“, erklärte sie.

Aufgebaut wird die Übergangs-Kita nur wenige Meter vom Stammsitz der „Feldmäuse“ entfernt auf dem Parkplatz an der Grundschule Grünlichtenberg. Das Grundstück gehört zwar der Agrargenossenschaft, die Firma habe sich aber bereiterklärt, es für die Nutzung zur Verfügung zu stellen. „Wir planen den Umzug für das erste Augustwochenende“, so Maria Euchler. Gleich danach sollen die Bauarbeiten am Stammsitz beginnen.

Um- und Anbau kostet 1,5 Millionen Euro

Wie berichtet, war die Kita schon seit Jahren immer wieder an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Deshalb wird mit dem Erweiterungsbau, der in den derzeit T-förmigen Trakt eingegliedert wird, die Erweiterung um sechs Krippenplätze realisiert.

Immer wieder hatte es Kritikpunkte bei der Erteilung der Betriebserlaubnis gegeben, die gleich mit beseitigt werden. So gab es eine Toilette zu wenig. Die Töpfchen stehen derzeit im Schlafraum der Krippenkinder, was nicht erlaubt ist. Ein Wickeltisch steht ebenfalls im Schlafraum, was nicht den Anforderungen entspricht, weil direkt daneben ein Waschbecken angebracht ist. Überdies steht für die Erzieherinnen kein Pausenraum zur Verfügung. Auch ein Zimmer für Elterngespräche fehlt.

Aber es gibt auch bauliche Mängel, die im gleichen Atemzug beseitigt werden sollen. Wie die Bürgermeisterin erläuterte, ist an die Einrichtung bereits dreimal angebaut worden. Deshalb verfügen die drei separaten Anbauten über drei verschiedene Stromkreise, die zusammengeführt werden.

Die Heizung ist 26 Jahre alt und soll ebenfalls erneuert werden. Auch die Parkplatzsituation sei alles andere als befriedigend. In Stoßzeiten müssten Eltern an der Straße parken. Insgesamt sollen An- und Umbau rund 1,5 Millionen Euro kosten.

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