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Kuschelfaktor fürs Walduferviertel bleibt

Nach den Vorstellungen einiger Stadträte sollen keine Kamine im neuen Döbelner Wohngebiet zugelassen werden. Aber ist das klug?

So könnte das Walduferviertel auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik einmal aussehen. Eventuell wird gegen Ende des Jahres mit dem Bau von vier Mehrfamilienhäusern begonnen.
So könnte das Walduferviertel auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik einmal aussehen. Eventuell wird gegen Ende des Jahres mit dem Bau von vier Mehrfamilienhäusern begonnen. © Sparkasse

Döbeln. Sollen im künftigen Wohngebiet Walduferviertel mit Holz beheizte Kamine zugelassen werden oder nicht? Darum drehte sich die Diskussion in der Sitzung des Stadtrates, bei der Döbelns erstes Nahwärme-Vorranggebiet beschlossen wurde. Der Stadtrat hat eine Nahwärmesatzung verabschiedet, die den künftigen Hausbauern sowohl Rechte einräumt, als auch Pflichten auferlegt. Jeder hat das Recht, sich an die zentrale Heizungsanlage anschließen zu lassen. Er hat allerdings auch die Pflicht, das zu tun, es sei denn, er fällt unter die wenigen Ausnahmeregeln.

Stadträte gegen Kamine

Die Diskussion drehte sich aber eher um einen Wohlfühlfaktor: Soll es zugelassen werden, dass die Hausbesitzer zusätzlich Kaminheizungen und Kachelöfen in ihre Häuser einbauen? „Man sollte Kamine nicht zulassen“, sagte Axel Buschmann, Fraktionschef der SPD. „Manche Leute sind nicht so vernünftig, dass sie nur trockenes Holz verfeuern.“ Er befürchtete Umweltbeeinträchtigungen und eine Belästigung der Bewohner durch den Rauch und stellte den Antrag, die Satzung in diesem Punkt zu ändern.

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Mauerbienen stechen nicht, leisten aber einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Obstbäumen, Wildblumen und Kulturpflanzen.

Zustimmung bekam er dafür aber nicht. „Ich plädiere dafür, den Standort so attraktiv wie möglich zu machen. Ich kenne viele, die Kamine auch gut finden“, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU).

Kamine sind gewünscht

Baudezernent Thomas Hanns pflichtete ihm bei. Er war mit auf der Baumesse, auf der die Sparkasse als Eigentümer das neue Wohngebiet potenziellen Käufern vorstellte. „Da hatten einige den Wunsch, dass sie gerne einen Kamin einbauen würden. Die Sparkasse legt großen Wert darauf, dass wir das nicht rausstreichen.“ Peter Draßdo (FDP) sah keinen Anlass, keine Kamine zuzulassen. Die Anforderungen an solche Anlagen in Bezug auf die Rauchgase seien mittlerweile hoch.

Auch Dirk Munzig (AfD) hält die Kamine in dem Gebiet für unbedenklich. Heute gebe es Aktivkohlefilter zur Reinigung der Rauchgase, zudem seien die Kamine auch nicht rund um die Uhr in Betrieb. Munzig begrüßte die geplante Nahwärmeversorgung. „Das ist ein modernes Heizungskonzept. Es gibt viele Heizungen, die nicht effektiv funktionieren und Energie verschleudern.“

Stadtwerke will mit BHKW heizen

Die Stadtwerke Döbeln wollen rund zwei Millionen Euro in die Nahwärmeversorgung der bis zu 60 Eigenheime und vier Mehrfamilienhäuser investieren. Geplant ist der Bau eines energetisch besonders effektiven Blockheizkraftwerks, das mit Gas betrieben wird und neben Wärme Elektroenergie erzeugt.

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Voraussichtlich im April soll beim Bebauungsplan für das Wohngebiet mit der sogenannten Abwägung der nächste Schritt gegangen werden. In der kommenden Woche soll zudem der Stadtrat dem Erschließungsvertrag zwischen der Stadt und der Sparkasse zustimmen.

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