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Leisnig: Bündnis distanziert sich von „rechter Vereinnahmung“

Die Corona-Demonstranten unterstützen drei Begriffe auf einem Banner, das eigentlich gegen sie gerichtet ist. Das Bündnis stellt sich klar dagegen.

Gegenprotest eines Bürgerbündnisses gegen das „Wirgefühl“, das die Montagsdemonstranten in Leisnig verbreiten. Das Bündnis stellt sich klar gegen die Demo-Teilnehmer.
Gegenprotest eines Bürgerbündnisses gegen das „Wirgefühl“, das die Montagsdemonstranten in Leisnig verbreiten. Das Bündnis stellt sich klar gegen die Demo-Teilnehmer. © Archiv/Heike Heisig

Leisnig. Eigentlich sollen die Banner des Bürgerbündnisses aus Leisnig an einem Haus am Marktplatz zeigen, dass sich die Gruppe gegen rechtes Gedankengut und die Corona-Protestler, unter denen sich auch Ex-Nazis befinden, stellt. Doch derzeit nutzen genau diese die Banner für ihre Zwecke und stützen sich auf die drei Worte Respekt, Solidarität, Vielfalt.

Über den Messenger Telegram teilten die Organisatoren der Corona-Proteste am vergangenen Sonnabend mit: „Seit der ersten Montagskundgebung vor zehn Wochen werden diese drei Kernforderungen immer wieder durch die verschiedenen Redebeiträge auf dem Leisniger Marktplatz ausgerufen.“

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"Rechtsnationale Besetzung dieser Begriffe ist purer Hohn"

Die Gruppe des Leisniger Bürgerbündnisses sieht dies nach Angaben der Grünen-Politikerin Maria-Christin Anderfuhren als „Vereinnahmung der neurechten Veranstalter“. In einer Pressemitteilung schreibt sie weiter: „Die rechtsnationale Besetzung dieser zentralen Begriffe ist purer Hohn und steht den von uns vertretenen Werten diametral gegenüber. Bereits vor einigen Wochen hatten wir beobachtet, dass die Völkischen Siedler bei ihren Kundgebungen den Begriff ‚Gemeinschaft‘ für sich zu besetzen begannen.“

Ein erstes Banner, dass ein Bild mit vielen unterschiedlich aussehenden Menschen zeigte, wurde innerhalb einer Nacht entfernt. Die zweiten Banner jedoch, die nur den von Hand gemalten Schriftzug „Gemeinschaft heißt für uns: Respekt, Solidarität, Vielfalt.“ trugen, blieben hängen.

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„Was auf dem Markt in Leisnig geschah – und noch lange nicht sein Ende gefunden hat – ist ein Feindbildaufbau gegen anders Aussehende und anders Denkende, der die Gemeinschaft zerstört und ein ‚Wir gegen die Anderen‘ erschafft“, so Anderfuhren.

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