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Neue Leisniger Drehleiter im Test

Die Leisniger Feuerwehrleute lernen die Neue kennen. Der Einweiser aus Oschatz verbindet viele Erinnerungen mit ihr.

Das neue Feuerwehrfahrzeug ist in Leisnig angekommen. Die Leiter kann bis auf 30 Meter Höhe ausgefahren werden. Dafür und für diverse andere Technik gab’s eine Einweisung von einem Oschatzer Kameraden.
Das neue Feuerwehrfahrzeug ist in Leisnig angekommen. Die Leiter kann bis auf 30 Meter Höhe ausgefahren werden. Dafür und für diverse andere Technik gab’s eine Einweisung von einem Oschatzer Kameraden. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer

Leisnig. Die Leisniger Feuerwehr besitzt nun ein Fahrzeug mehr. Am Sonnabend wurde die neue Drehleiter von der Oschatzer Feuerwehr übergeben und kann nun ausgestattet, beladen und auf die Leisniger Kameraden „zugeschnitten“ werden.

Stars im Strampler aus Döbeln
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Die technischen Daten können sich sehen lassen: Der Magirus, Baujahr 1999, hat 230 PS. Rein optisch sieht man dem Fahrzeug sein Alter aber nicht an. Immerhin stammt der Leiterwagen, der sich in Leisnig noch im Einsatz befindet, aus dem Jahr 1991 und es fehlten die Ersatzteile für das Fahrgestell.

Mit Freude ist also das neue Fahrzeug in Leisnig erwartet worden. Bevor es richtig losgehen konnte, wurden die Kameraden noch zu einem Unfall zwischen Bahn und Entsorgungsfahrzeuge in Tragnitz gerufen. Erst dann konnten sie sich bei knackiger Kälte dem neuen Fahrzeug widmen.

Bernd Starke, der Leisniger Ortswehrleiter, ist begeistert von der Technik: „Die Leiter kann bis auf 30 Meter Höhe ausgefahren werden. Bis zu zwölf Meter können wir in die Ausladung fahren, das heißt von Fahrzeugmitte bis zum Einsatzpunkt mit einer maximalen Länge der Leiter von 23 Metern. Weiter kann man die Leiter im oberen Bereich einknicken, damit kann man sehr effektiv arbeiten.“

Stichwort: Kuh auf dem Dach

Zur Einweisung ist Jörg Schimpke von der Freiwilligen Feuerwehr Oschatz nach Leisnig gekommen. „Ich bin den Leiterwagen seit 2005 zu bestimmt 95 Prozent der Einsätze gefahren, da kenne ich jede Schraube. Das Fahrzeug ist mir auch sehr ans Herz gewachsen. Darum freue ich mich, dass das gute Stück nach Leisnig kommt,“ ist der Feuerwehrmann etwas emotional.

„Hier weiß ich, dass ich das Auto auch weiterhin mal in gemeinsamen Einsätzen sehen kann und der Leiterwagen nicht einfach viele hundert Kilometer nach irgendwohin verkauft wird.“

Da sich die Kameraden verschiedener Wehren untereinander kennen, hatten die Leisniger gehört, dass in Oschatz ein neuer Leiterwagen in Dienst gestellt. So kam der „Alte“ nach Leisnig. „Wir haben eine gute Kameradschaft und so ein gemeinsames Auto schweißt ja auch zusammen,“ erzählt Schimpke. „Ich stehe auch jederzeit für Nachfragen und Informationen bereit.“

Jörg Schimpke begann 1993 in der Jugendfeuerwehr und wechselte 1998 zum aktiven Einsatzdienst. Da kann er auch einiges berichten.

„Du hast ja immer Einsätze, die sind hart, aber ich erinnere mich an einen Einsatz, der mit dem Alarmierungsstichwort ,Kuh auf Dach‘ begann. Da war eine Kuhherde ausgebrochen, und eine Kuh hatte sich verirrt. Durch die örtlichen Gegebenheiten war sie von der Weide auf ein tieferliegendes Gebäude geraten und dort durch das Dach gebrochen. Dort haben wir den Hubrettungswagen wie einen Kran einsetzen und die Kuh mit einem Geschirr vom Dach holen können.“

Altes Fahrzeug in Leisnig wird versteigert

Das Fahrzeug wechselte für 37.500 Euro als Ersatzbeschaffung für die Leisniger den Besitzer. Der jetzige Leiterwagen bleibt noch so lange im Dienst, bis das neue Fahrzeug einsatzbereit ist und soll dann versteigert werden. Auch wenn es für das alte Fahrzeug schwieriger wird, Ersatzteile zu beschaffen, wird sich auch dafür vielleicht noch ein Liebhaber finden.

Jörg Schimpke hat für die Leisniger Kameraden den Wunsch, dass sie jederzeit gesund und munter von den Einsätzen zurückkommen und er hofft, dass das Fahrzeug gute Dienste leistet. „Damit findet ein lange gut im Einsatz befindliches Feuerwehrauto eine neue Verwendung und die Leisniger sind jederzeit einsatzbereit“, so Schimpke.

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