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Ein sprachloser Präsident beim VfB Leisnig

Jörg Lippert verschlägt es nicht so leicht die Sprache. Doch nun ist es passiert und der Anlass dafür lässt das Jubiläum auch ein klein wenig zur Seite rücken.

Vereinsmitglied Frank Günther und VfB-Präsident Jörg Lippert (rechts) sind stolz auf die Vereinsfahne. Auch sie zeigt, dass in diesem Jahr ein besonders Jubiläum ansteht, der VfB auf den 100. Jahrestag der Gründung verweisen kann – der Erstgründun
Vereinsmitglied Frank Günther und VfB-Präsident Jörg Lippert (rechts) sind stolz auf die Vereinsfahne. Auch sie zeigt, dass in diesem Jahr ein besonders Jubiläum ansteht, der VfB auf den 100. Jahrestag der Gründung verweisen kann – der Erstgründun © Dietmar Thomas

Leisnig. Anderthalb Wochen ist es her, dass die Stadt und der VfB die Nachricht bekommen haben: Leisnig ist bei einem Bundesförderprogramm mit einem staatlichen Zuschuss in Höhe von 2,34 Millionen Euro dabei. So richtig fassen kann es VfB-Präsident Jörg Lippert noch immer nicht. Klar ist für ihn allerdings schon: Jetzt verschieben sich die Prioritäten.

Seit etwa einem Jahr hat er schon den 100. Geburtstag des Vereins für Bewegungsspiele im Hinterkopf. Lippert und eine Reihe von Helfern sind dabei, mit ehemaligen Funktionären und Sportlern über die zurückliegenden Jahrzehnte zu sprechen, eine Chronik vorzubereiten.

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Wie die aussehen soll, weiß der Präsident noch nicht. Denn ein bloßes Aneinanderreihen von Fakten und Daten, das ist nicht in seinem Sinn. Etwas Fetziges schwebt ihm vor. Doch daran kann er im Moment keinen Gedanken verschwenden.

Entgegen dem Trend: Sportverein wächst

Vielmehr gilt es jetzt Gas zu geben. Nach der Nachricht, dass Leisnig beim Förderprogramm dabei ist, muss ein Feinkonzept erarbeitet werden. In dieser Woche gab es ein erstes Treffen mit einem Architekten. Die Beteiligten sind den Sport- und Freizeitkomplex rund um Freibad, Schützenhaus, Fußball- und Tennisplatz sowie Zimmermann- und Kegelhalle abgelaufen.

Lipperts erste Reaktion: „Wir brauchen mehr Platz. “Das ist keine neue Erkenntnis. Der Verein hat sich auch unter Corona-Bedingungen entgegen dem Trend entwickelt. Statt schrumpfender Mitgliederzahlen verzeichnet der VfB einen Zulauf. „Und es wird noch mehr“, ist sich Lippert sicher.

Ein Garant dafür sei der Kunstrasenplatz, der im Zuge des Förderprogramms unter anderem entstehen soll. Ähnliches gibt es in der Region nur noch in Döbeln. „Dann können wir das gesamte Jahr über draußen unter guten Bedingungen trainieren“, freut sich der VfB-Präsident.

Jubiläumsfeier auf 2022 verschieben?

Er ist überzeugt, dass dadurch die Leistungen der Kicker merklich besser werden. Denn im Moment seien die Leisniger immer noch im Nachteil, wenn sie gegen Mannschaften mit Kunstrasenplatz-Erfahrungen antreten.

Weil es zur Präzisierung des Großprojektes „Sport-, Kultur- und Freizeitzentrum“ noch tausend Dinge zu besprechen und zu konkretisieren gibt, schwebt Lippert vor, die eigentliche 100-Jahr-Feier mit geladenen Gästen und den Leisnigern auf 2022 zu verschieben. „Wir wissen ohnehin nicht, wie es Anfang Juli mit den Corona-Auflagen aussieht“, meint er.

Vielleicht wäre noch eine kleinere, vereinsinterne Feier drin. Mehr aber nicht. Zumindest aus seiner Sicht. Näheres muss er erst noch mit dem Vorstand besprechen. Für ihn allerdings steht fest: „Ich kann mich nur auf eine Sache richtig konzentrieren, und das sollte das Millionen-Projekt sein. Es ist wichtig für unsere Stadt, alle Partner und für uns als VfB Leisnig.“

Kicker mussten damals zum Umziehen ins Freibad

Die in Aussicht stehenden Investitionen machen sich nicht des Jubiläums wegen notwendig, sondern aus anderen Gründen. Viele der Sportanlagen sind verschlissen. Wer sich die Tribünenanlage anschaut, der braucht bestimmt keine weiteren Erklärungen. Auch die Fußballplätze sind überholt. Die derzeitigen entstanden parallel zum Bau des Wohngebietes Sachsenplatz Anfang der 1970er-Jahre. Umkleiden mussten sich die Fußballer damals noch im Freibad.

Nach einem halben Jahrhundert haben sich die Anforderungen geändert. Nicht nur der Sportler, sondern auch der Besucher. „Wir haben inzwischen häufig Mütter mit kleinen Kindern in den Zuschauerreihen“, erzählt Jörg Lippert. Sie seien es, die sich einen Spielplatz wünschten, der neben anderem auch Teil des Neugestaltungskonzeptes sein soll.

VfB zeigt sich offen für weitere Sportarten

Für den Präsidenten kommt der Motivationsschub durch die in Aussicht stehende Förderung gerade richtig. Der Verein zählt gegenwärtig rund 350 Mitglieder, hat elf Mannschaften im Spielbetrieb, für die die vorhandenen Anlagen weder vom Umfang noch von der Ausstattung her genügen.

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Nach der Modernisierung sieht Lippert das Potenzial, noch andere Sportler in den Verein aufzunehmen. Die Bogenschützen haben nach seinen Worten bereits Kontakt gesucht, wünschten sich ein Gelände zum Trainieren. „Verein für Bewegungsspiele – das lässt noch vieles offen“, sagt Jörg Lippert. Bislang sind die meisten VfB-Mitglieder Kicker von den Kindern bis zu den alten Herren. Aber auch die Tennisspieler gehören zum VfB.

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