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Döbeln

Leisnig gibt die Gewässerpflege ab

Die Kommune hat sich verkalkuliert. Statt des Bauhofes muss jetzt eine Firma die nötigen Arbeiten übernehmen – als Feuerwehr sozusagen.

Im Schickelsbach, der vor allem durch die Leisniger Ortsteile Beiersdorf, Nicollschwitz und Naunhof fließt, stehen Pflegearbeiten an. Weil die Kommune den Gewässerunterhalt selbst nicht mehr schafft, gibt sie die Arbeiten an eine Firma ab.
Im Schickelsbach, der vor allem durch die Leisniger Ortsteile Beiersdorf, Nicollschwitz und Naunhof fließt, stehen Pflegearbeiten an. Weil die Kommune den Gewässerunterhalt selbst nicht mehr schafft, gibt sie die Arbeiten an eine Firma ab. © Dietmar Thomas

Leisnig. Die Baufirma Schneider aus Geringswalde wird sich in den nächsten Wochen einiger Bäche annehmen, um die sich die Stadt Leisnig kümmern muss. Die Kommune ist für sogenannte Gewässer zweiter Ordnung zuständig. Dazu zählen Bäche wie der Schanzen- und Polkenbach, die Zschoche und der Schickelsbach.

An diesen vier Bächen sollen jetzt die notwendigsten Arbeiten in Angriff genommen werden. Schon bis Ende des Jahres müssen die abgehakt sein – am besten schon bis Anfang Dezember. Denn die Verwaltung muss den Einsatz des Geldes auch noch abrechnen, Nachweise erstellen.

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 Damit begründete Bauamtsleiter Thomas Schröder jetzt den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses, weshalb sie der Auftragsvergabe zustimmen sollten, diese nicht mehr bis zur nächsten Stadtratssitzung warten konnte.

Längstes Bachnetz in Mittelsachsen

Wie Schröder erklärte, habe die Kommune für die Jahre 2019 und 2020 jeweils knapp 45.000 Euro bekommen, um die Gewässer zweiter Ordnung in Schuss zu halten. „Wir hatten vor, die nötigen Arbeiten mit den Möglichkeiten unseres Bauhofes zu realisieren“, sagte Schröder. „Das ist uns aber nicht gelungen“, gab er zu.

Für das vergangene Jahr könne die Stadt Leisnig gerade mal 7.000 Euro für die Gewässerunterhaltung abrechnen. Damit sei noch ein Guthaben von fast 38.000 Euro vorhanden, was sich mit den Zuwendungen aus diesem Jahr auf knapp 83.000 Euro summiert.

Den Stau der Unterhaltungsarbeiten begründete der Amtsleiter in erster Linie mit der Länge des Gewässernetzes. Rund 90 Kilometer Bachlauf hat Leisnig zu betreuen – also zu kontrollieren und dort Hand anzulegen, wo es nötig ist. Keine Kommune in ganz Mittelsachsen muss sich um mehr Bachkilometer kümmern.

Alte Wehre verschwinden

Auf Vorschlag der Verwaltung soll die Baufirma Schneider aus Geringswalde jetzt die liegengebliebenen Arbeiten erledigen – so schnell es ihr möglich ist. Insgesamt drei Firmen hatten sich um den Auftrag beworben. Das Geringswalder Unternehmen gab mit knapp 71.000 Euro das wirtschaftlichste Angebot ab.

Laut Schröder müssen unter anderem 45 Kubikmeter Beton aus den Bachläufen geholt werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um alte Wehre, deren Rückbau sich erforderlich macht. 

Zugleich sei es aber auch notwendig, wieder ungefähr 20 Kubikmeter Material zum Schutz der Uferstreifen einzubauen. Überdies stünden Mäharbeiten an, „wobei es dann nicht darum geht, alles wegzuschneiden, sondern dort einzugreifen, wo es notwendig ist“, so der Amtsleiter.

Arbeiten im nächsten Jahr früher planen

Was genau an welcher Stelle passiert, das stellte Schröder nicht im einzelnen vor. Die Räte hätten allerdings die Möglichkeit, in den Arbeitsplan Einsicht zu nehmen. Wie er sagte, würden zunächst erst einmal die dringlichsten Punkte abgearbeitet. Wie er berichtete, gebe es regelmäßig Begehungen mit Vertretern der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes Mittelsachsen. „Die Mängelliste, die dabei entstanden ist, soll abgearbeitet werden“, kündigte der Amtsleiter an.

Michael Heckel, Stadtrat (Wählergemeinschaft) und Ortsvorsteher von Bockelwitz, bat die Verwaltung, dass es 2021 im Vorfeld Absprachen bezüglich der Gewässerunterhaltung gibt. Auch im Gemeindegebiet sehe Heckel einiges, was an den Bächen abzustellen ist, um Problemen bei bestimmten Wetterlagen vorzubeugen.

Auch jetzt passiert schon einiges auf dem Gebiet von ehemals Bockelwitz. Der Schickelsbach zum Beispiel führt hauptsächlich durch die Ortschaften Beiersdorf, Nicollschwitz und Naunhof (alles ehemalige Bockelwitzer Ortschaften), bevor er weiter nach Wollsdorf in die Gemeinde Großweitzschen wechselt. Und der Polkenbach fließt ebenfalls durch früheres Bockelwitzer Gemeindegebiet.

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