merken
PLUS Döbeln

Obstland erwartet in Leisnig gute Apfelernte

Die Bedingungen waren besser als in den Vorjahren. Geerntet werden 20 Sorten. Im Herbst wird eine Neue gepflanzt.

Auf den Plantagen der Obstland Dürrweitzschen AG hat die Apfelernte begonnen. Rund 550 Erntehelfer pflücken die Früchte von den Bäumen.
Auf den Plantagen der Obstland Dürrweitzschen AG hat die Apfelernte begonnen. Rund 550 Erntehelfer pflücken die Früchte von den Bäumen. © dpa

Leisnig. Im Gut Gammig bei Dresden ist die sächsische Apfelsaison jetzt offiziell eröffnet worden. In der Obstland Dürrweitzschen AG werden die Früchte bereits seit dem 25. August gepflückt.

„Als erste Sorte ernten wir unseren Sommerapfel Delbarestivale“, teilt Vorstand und Geschäftsführer für den Obstbau Erik Buitenhuis auf Nachfrage von Sächsische.de mit. Als Nächstes folgen Sorten wie Santana, Elstar und Gala. Geplant ist, dass die Apfelernte in Sornzig, Ablaß und Leisnig in der letzten Oktoberwoche abgeschlossen wird.

Anzeige
Ihr Geschäft soll bekannter werden? Los gehts!
Ihr Geschäft soll bekannter werden? Los gehts!

Führen Sie Ihr Geschäft mit Werbung auf sächsische.de zu einer Erfolgsgeschichte. Wir helfen Ihnen dabei!

"Fräulein" ist die neue Apfelsorte bei Leisnig

Insgesamt baut Obstland Dürrweitzschen auf rund 1.000 Hektar Stein- und Kernobst an. Davon sind etwa 600 Hektar Anbaufläche für Tafel-Äpfel vorgesehen und rund 126 Hektar für Most-Äpfel. Wie in den Vorjahren konzentriert sich das Unternehmen auf insgesamt etwa 20 Sorten. Bei den Kunden sind dabei Elstar und Gala die beliebtesten.

„Im Herbst pflanzen wir die neue Sorte Fräulein an“, so Buitenhuis. Auf den Plantagen in Leisnig und Ablaß sollen auf zwölf Hektar rund 40.000 Bäume von der deutschen Sorte gesetzt werden, die bereits ein Jahr später die ersten Früchte tragen könnten.

„Fräulein“ soll ein besonders saftiger Apfel mit knackig-krispem Biss sein, ausgewogen süß-säuerlich, mit verführerisch roter Färbung und, was für die Produzenten wichtig ist, mit angeblich hervorragenden Lagereigenschaften.

550 Erntehelfer in Leisnig im Einsatz

Entdeckt wurde „Fräulein“ von Obstbauer Gerd Sundermeyer in der Hildesheimer Börde. Für den Namen Fräulein ist aber die Deutsche Obstsorten Konsortium GmbH verantwortlich. Der Name sollte widerspiegeln, dass er eine deutsche Entdeckung ist und für Tradition sowie Moderne, aber auch eine neue Generation steht.

In den Plantagen von Obstland pflücken derzeit bis zu 550 Erntehelfer die Früchte von den Bäumen. „Coronabedingt gibt es natürlich Herausforderungen. Aber es ist das zweite Ernte-Jahr mit Corona und wir sind daher gut vorbereitet und können alle Hygienestandards erfüllen“, erklärt der Geschäftsführer.

  • Nachrichten aus der Region Döbeln von Sächsische.de gibt es auch bei Facebook und Instagram

„In diesem Jahr erwarten wir eine gute Apfelernte. Es gab so gut wie keine Frostschäden und genügend Wasser für die Ausbildung schöner großer Früchte“, meint der Geschäftsführer. Wie viele Tonnen es werden könnten und wie sich die Preisentwicklung gestalten könnte, dazu äußert sich Buitenhuis noch nicht.

Bis zu 80 Prozent werde als sogenannte Tafelware verkauft. Erhältlich sind die Äpfel aus dem Obstland im Lebensmitteleinzelhandel und in der Direktvermarktung, also zum Beispiel in den Hofläden bei Sachsenobst in Ebersbach und in Leisnig sowie an Ve

Klimawandel bringt mehr Förderung

Insgesamt erwarten die sächsischen Obstbauern in diesem Jahr mit knapp 64.000 Tonnen einen besseren Ertrag als im Dürrejahr 2020. Im Vorjahr lag die Jahresernte bei nur 47.700 Tonnen.

„Abgesehen von leichtem Frost und Hagel in einigen Gegenden hat das Obstjahr 2021 sehr gut begonnen. Doch auch im Obstanbau ist der Klimawandel sichtbar. Viele Bäume leiden nach den Dürrejahren noch immer unter Trockenstress“, sagt Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) und ergänzt: „Da wir auch in Zukunft nicht vor Wetterextremen gefeit sind, wird die Vorsorge gegen Ertragseinbußen im Land- und Gartenbau immer wichtiger.“

Deshalb werde die Politik die Betriebe bei der Anpassung an den Klimawandel weiterhin umfassend mit der Förderung von Forschung und Entwicklung sowie im Bereich Wissenstransfer unterstützen.

Im Frühjahr seien bei der EU ein höherer Fördersatz für Investitionen in Schutzeinrichtungen im Wein- und Obstbau erreicht worden. Statt bisher 25 Prozent könne nun eine Förderung in Höhe von bis zu 40 Prozent erfolgen.

Weiterführende Artikel

Corona-Pandemie: 2,5 Millionen Euro Verlust bei Obstland

Corona-Pandemie: 2,5 Millionen Euro Verlust bei Obstland

Wie in den beiden Jahren zuvor, sind die Ziele des Unternehmens aus Dürrweitzschen nicht erreicht worden. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Ein seltener Apfel kommt nach Sachsen zurück

Ein seltener Apfel kommt nach Sachsen zurück

In der Oberlausitz wurde jetzt das Obst des Jahres gekürt. Die bedrohte Sorte gibt’s nun auch für den heimischen Garten.

Was nützt der Blühstreifen in der Obstplantage?

Was nützt der Blühstreifen in der Obstplantage?

Die Apfelsaison beginnt. Sachsens Landwirte sollen weniger spritzen, können aber nicht alle Wünsche erfüllen.

Mit rund 60 Prozent der Obstanbaufläche ist der Apfel nach wie vor die wichtigste Obstkultur in Sachsen. Von den rund 2.400 Hektar werden vor allem die Sorten Gala, Jonagold, Pinova, Elstar und Golden Delicious geerntet. Die durchschnittliche Apfelernte in Sachsen betrug im Zeitraum von 2015 bis 2019 rund 80.000 Tonnen.

Mehr zum Thema Döbeln