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Leisnig packt Probleme mit Weinberg an

Die Kommune lässt einen Bebauungsplan erstellen. Zu klären sind mehrere Fragen. Darauf drängen Besitzer von Wochenend-Grundstücken, aber auch das Landratsamt.

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Obwohl es die Weinbergsiedlung am Rande von Klosterbuch schon mehrere Jahrzehnte gibt, steht nirgendwo geschrieben, wie die Wochenendhäuschen dort aussehen dürfen. Das und mehr soll jetzt in einem Bebauungsplan festgehalten werden.
Obwohl es die Weinbergsiedlung am Rande von Klosterbuch schon mehrere Jahrzehnte gibt, steht nirgendwo geschrieben, wie die Wochenendhäuschen dort aussehen dürfen. Das und mehr soll jetzt in einem Bebauungsplan festgehalten werden. © Dietmar Thomas

Leisnig. Es gibt Ärger im Paradies. Der eine oder andere, der an der Weinbergsiedlung am Rande Klosterbuchs vorbeiwandert, möchte sicher mit den Besitzern der Wochenend-Grundstücke tauschen: Idyllisch am Waldrand und mitten in der Natur gelegen, sollte es dort ein Leichtes sein, sich vom Arbeitsstress zu erholen.

Das mag wohl auch so sein. Doch einige der Grundstücksbesitzer haben Ärger mit dem Amt (wir berichteten). Deren Forderung an die Kommune lautete mehrfach, mit einem Bebauungsplan für klare Regeln zu sorgen, was an dieser Stelle sein darf und was nicht. Dem will die Kommune nun nachkommen.

Zuwegung ist zu klären

Festgehalten werden soll auf jeden Fall, dass eine Dauerwohnnutzung an dieser Stelle ausgeschlossen ist. Überdies soll es Aussagen zur gestatteten Bauweise, zu den möglichen Geschossen sowie zur Abgrenzung des Außenbereiches geben. Dazu könnte möglicherweise vorgeschrieben werden, dass die Außengrundstücke in einer besonderen Art und Weise einzufrieden sind, wie Bauamtsleiter Thomas Schröder den Stadträten erklärte.

Außer der baulichen Nutzung und der Abgrenzung soll die Erschließung der Siedlung klar geregelt werden. „Bislang gilt sie als unerschlossen“, so der Amtsleiter. Die öffentliche Straße ende in Höhe des ehemaligen Bahnübergangs.

Der Weg, der danach leicht bergauf zur Siedlung und dann weiterführend über den sogenannten Riedelsteig bis nach Fischendorf führt, ist ein forstwirtschaftlicher Weg und gehört Sachsenforst. Nutzungsrechte durch die Siedler sind bislang nirgendwo vereinbart.

Wird der Waldabstand zum Knackpunkt?

Letztlich, so Thomas Schröder, geht es in dem Verfahren auch darum, Umweltbelange zu klären. „Angrenzend haben wir Natur- und Landschaftsschutzgebiete“, sagte er. Was an dieser Stelle besonders strittig scheint, ist der Abstand zwischen Wald und Bebauung. Der muss laut Waldgesetz 30 Meter betragen – was in Klosterbuch offenbar nicht überall gewährleistet scheint.

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Das Zünglein an der Waage könnte der jetzige Forst- und später möglicherweise öffentlich gewidmete Weg sein. Kommt es zu der Umwidmung, die für die Erschließung wichtig ist, dann würden sich damit auch Sicherungspflichten für den Weg ändern.

Gerade in diesen Punkten gibt es unterschiedliche Auffassung seitens Sachsenforst sowie der Forstbehörde des Landkreises. Das hat Thomas Schröder bei seinen bisherigen Sondierungsgesprächen bemerkt.

Ohne Kompromisse kein Bebauungsplan

Sollte es da zu keinen Kompromissen kommen können, wäre es denkbar, dass es auch nicht zu einem Bebauungsplan für die Siedlung kommt. „Das müssen wir sehen. Ich denke“, so der Amtsleiter, „das wissen wir vielleicht im Frühjahr/Sommer nächsten Jahres.“

Die Wochenendsiedlung am Rande Klosterbuchs ist nach Angaben eines Leisnigers, der dort ein Grundstück besitzt, in den 1980er-Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Hühnerfarm des Klosters gebaut worden.

Seit 1998 sind die Nutzer auch Eigentümer des Grund und Bodens sowie des gemeinschaftlichen Mittelganges. Sie haben die Grundstücke damals von der Stadt Leisnig gekauft.