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Leisnig träumt von modernem Freizeitzeitzentrum

Die Stadt Leisnig bewirbt sich beim Bund um eine Förderung. Gibt es die, könnten mehr als drei Millionen Euro in das Areal rund ums Stadtbad fließen.

Mit Umbauplänen für das Sport- und Freizeitzentrum rund ums Stadtbad will sich die Stadt Leisnig um Fördergeld aus einem Bundesprogramm bewerben. Bei einer Bewilligung könnten die Anlagen für rund drei Millionen Euro saniert und erweitert werden.
Mit Umbauplänen für das Sport- und Freizeitzentrum rund ums Stadtbad will sich die Stadt Leisnig um Fördergeld aus einem Bundesprogramm bewerben. Bei einer Bewilligung könnten die Anlagen für rund drei Millionen Euro saniert und erweitert werden. © Lars Halbauer

Leisnig. Manchmal träumt Jörg Lippert, der Präsident des Leisniger Fußballclubs VfB. Dann sieht er „seine Kicker“ nicht vor einem Sperrschild umdrehen, weil der Rasen vor Nässe trieft, sondern auf einem modernen Rollrasen auflaufen. Diese Vision könnte durchaus Realität werden.

Die Leisniger Stadträte haben am Donnerstagabend grundsätzlich zugestimmt, dass sich die Kommune beim Bund um Fördergeld bewirbt. Das aufgelegte Programm heißt „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. „Sollten wir zu den Ausgewählten gehören, müssen wir unser erstes Grobkonzept noch verfeinern“, sagte Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Damit wiederum müsse sich Leisnig dann ein zweites Mal um Zuschüsse zwischen 45 und 90 Prozent bewerben.

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Für diesen Fall sagte der Rathauschef zu, dass mit allen gesprochen wird, die das Sport- und Freizeitzentrum bis jetzt in irgendeiner Form nutzen oder dies künftig tun möchten. Zu letzteren gehörten zum Beispiel die Bogenschützen.

Linke stoßen sich an Formulierung

Das bislang mit dem einen oder anderen nur ein kurzes Gespräch möglich gewesen ist, begründete der Bürgermeister mit nur etwa zwei Wochen Zeit, die zum Erstellen des Grobkonzeptes zur Verfügung standen. Daher könne nicht jeder Satz ausgefeilt sein. 

Fraktionschefin Elgine Tur de la Cruz (Die Linke) und ihr Parteikollege Stefan Orosz stießen sich zum Beispiel an der Formulierung, dass etwas am maroden AJZ, dem Alternativen Jugendzentrum, getan werden soll. „Damit stoßen wir alle vor den Kopf, die sich bis jetzt dort eingesetzt und mit den geringsten Mitteln versucht haben, alles am Laufen zu halten“, begründete Orosz.

Für die Verwaltung ist klar, dass sich eine Sanierung der Gebäude, die mehrere Jahrzehnte alt sind, kaum lohnt. Trotzdem stellte Goth in Aussicht, dass eine Sanierung genauso eine Option ist wie ein Neubau an bisheriger oder anderer Stelle.

Nicht nur die Sportler können profitieren

Wie der Bürgermeister veranschaulichte, ist das AJZ nur einer von mehreren „Bausteinen“. Er sprach von einer Neugestaltung der Trainingsflächen für die Fußballer, die aber auch von anderen Sportlern genutzt werden können. Die Tennissportler wünschten sich die Überdachung eines ihrer Spielfelder. Und die Kegler würden sich zweifelsfrei über eine Erneuerung der alten Bahnen freuen. Dort hat die Kommune zuletzt in die Reparatur des Daches investiert.

Mit der Neugestaltung des Komplexes sollte sich nach den bisherigen Vorstellungen auch eine Änderung im Bereich der Spielgelegenheiten ergeben. Im Moment gibt es einen Spielplatz und ein Beachvolleyballfeld auf dem Freibadgelände. Weil das eingezäunt ist, können beide auch nur dann genutzt werden, wenn das Bad geöffnet ist. Dem Bürgermeister schwebt die Möglichkeit einer Ganzjahresnutzung und eine Erweiterung dahingehend vor, dass auch Ältere animiert werden, sich zu betätigen und fit zu halten.

Ebenfalls vorstellbar wäre, die Grünfläche parallel zur Sporthalle als grünen Parkplatz zu öffnen und so zu gestalten, dass dort Platz für ein Festzelt ist. Das werde nicht nur bei den Sommerfesten des Sportvereins benötigt, sondern gegebenenfalls auch bei den Faschingsveranstaltungen.

Visionen für den Verein und die Stadt

Jörg Lippert sprach von Visionen, die er mit den Plänen für den VfB, aber auch für die Stadt Leisnig verbindet. Nach seinen Angaben hat der Verein in den vergangenen fünf Jahren mehr als 70 neue Mitglieder gewonnen. Derzeit würden 353 Kinder und Erwachsene beim VfB in irgendeiner Weise Sport treiben – Tendenz steigend. 

Der Zuwachs erfordere auch ein Plus an Trainings- und Wettkampfkapazität und -qualität, veranschaulichte Lippert. Die Platzbelegung sei mitunter randgenäht. Dass es einer Katastrophe gleichkommt, wenn der Rasenplatz nach langem Regen gesperrt werden muss, weil die Drainage mittlerweile mangelhaft ist, musste der Präsident den Räten nicht weiter veranschaulichen.

CDU-Fraktionschef Rüdiger Schulze dankte dem VfB und allen anderen Vereinen der Stadt für deren Engagement. „Ich sehe die Pläne auch als Vision an“, sagte er. Für eine Umsetzung sei eine hohe Förderung nötig. „Immerhin haben wir noch viele andere wichtige Investitionen wie die Erneuerung der Feuerwehrtechnik oder die Digitalisierung der Schulen auf dem Plan.“

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Über diesbezügliche Pläne hat der Bürgermeister im Zusammenhang mit den Umbauplänen für den Sport- und Freizeitkomplex informiert.

Michael Heckel von der Wählergemeinschaft Freie Wähler/SPD machte genau wie sein Vorredner auf die Pflichtaufgaben der Kommune aufmerksam. Zugleich sagte er: „Wir sollten die Förderung als Chance sehen und wenn möglich nutzen.“ Ähnlich äußerte sich Elgine Tur de la Cruz (Die Linke), die schon Details geregelt haben wollte, was das AJZ betraf. Hans-Jörg Oehmig (CDU) begrüßt die Pläne. Wenn es konkreter werden kann, regte der Mediziner an, zu überlegen, ob und wie der Aspekt Reha-Sport im Gesamtkonzept zu berücksichtigen ist.

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