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Leisniger Karnevalisten fliegen zum Mond

Die 69. Leisniger Faschingssaison soll möglichst nicht ins Wasser fallen. Darauf und auf ein Motto haben sich die Narren bei ihrer Hauptversammlung geeinigt.

Nach ihrem Abstecher nach Asien wollen die Leisniger Karnevalisten ihr Publikum in der 69. Saison mit auf den Mond nehmen.
Nach ihrem Abstecher nach Asien wollen die Leisniger Karnevalisten ihr Publikum in der 69. Saison mit auf den Mond nehmen. © Archivfoto: Dietmar Thomas

Leisnig. Eine Premiere war es nicht, aber immer noch ungewohnt. Bei ihrer Jahreshauptversammlung vor ein paar Tagen mussten die Mitglieder des Carnevalclubs Leisnig (CCL) entscheiden, ob es eine nächste Saison gibt.

Nicht prinzipiell, denn die Zukunft des Vereins und damit der Faschingstraditionen steht mitnichten zur Debatte. Doch wegen der Corona-Pandemie ist die Situation nach wie vor unsicher: Wie werden die Einschränkungen Ende Februar/Anfang März sein? Lohnen sich die Proben, wenn möglicherweise keine Innenveranstaltungen möglich sind?

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Die ersten Tänzer proben schon wieder

Vorstandsmitglied Hansjörg Oehmig, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, weiß genau, dass ein ziemlich großer Teil der Vereinsmitglieder hin- und hergerissen ist. Deshalb wollte er sich selbst überraschen lassen, wie die Entscheidung zur inzwischen 69. Faschingssaison in der Bergstadt ausfällt.

Eine Mehrheit der knapp 40 zur Versammlung anwesenden Mitglieder hat sich dafür entschieden, die neue Saison vorzubereiten, so Oehmig im Nachgang. „Die Prinzengarde trainiert auch schon“, so der Sprecher des CCL. Die Männercrew und der Elferrat würden dann im November mit regelmäßigen Proben beginnen.

Das Motto steht bereits fest: Im Raumanzug zum Mond hinauf, der CCL ist ko(s)misch drauf. Auch ein neues Prinzenpaar sei gefunden, nachdem das aktuelle über zwei Jahre im Dienst bleiben musste, da die Saison 2020/21 der Pandemie zum Opfer gefallen ist. Coronabedingt gab es dann auch nur einen Mini-Auftakt am vergangenen 11.11. mit drei Personen. Der Rathausschlüssel wurde aus einem Fenster zu den auf der Straße stehenden Karnevalisten hinunter gelassen.

Faschingsverein geht kein Risiko ein

„Das soll in diesem Jahr wieder anders werden“, verspricht Hansjörg Oehmig. Er kann zwar nicht voraussagen, welche Corona-Regelungen es in rund anderthalb Monaten geben wird. „Doch ich denke, wir sind draußen und können notfalls mit Maske doch eine Eröffnung planen, die ein Stück an die in der Stadt bekannten Traditionen anknüpft.“

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Wie es dann im Winter mit den Abendveranstaltungen weiter geht, dazu soll es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal eine separate Mitgliederentscheidung geben. „Fest steht: Wir alle wollen kein Risiko eingehen, weder für die Besucher, noch für unsere Mitglieder“, sagt Oehmig.

Wie schon bei den letzten Faschingsveranstaltungen wird das Schützenhaus nicht einbezogen. Es werde sich also konzentriert alles in der Karl-Zimmermann-Turnhalle abspielen. Ob die Zukunft noch die eine oder andere Möglichkeit „zum Ausbreiten“ für die Faschingsakteure bietet, das zeige sich Oehmig zufolge, wenn die Planungen für den Ausbau des Sport- und Kulturzentrums konkreter sind. „Auf jeden Fall sind wir in die Pläne einbezogen und könnten uns da etwas vorstellen.“

Gutes Ergebnis fürs Jahr 2020

In seinen Rückblick auf das Jahr 2020, das bei der Versammlung auch ein Hauptthema war, habe Präsident Mario Richter diese Saison als überschaubar bezeichnet. Das betrifft Oehmig zufolge die Aktivität, die wegen der Pandemie überschaubar gewesen sei.

Die Faschingsveranstaltung konnten die CCL-Mitstreiter noch über die Bühne bringen. Wenig später brachten Urlauber die ersten Infektionen mit dem Coronavirus mit nach Deutschland. „Wir sind wirklich froh, dass nach diesen Veranstaltungen nicht auch bei uns Infektionen aufgetreten sind“, gibt Oehmig zu, der als Mediziner daraufhin jeden Tag mit Corona konfrontiert war und ist.

Wegen der im Februar 2020 noch gefeierten Faschingspartys habe der CCL das Jahr dann auch mit einem positiven Ergebnis abschließen können. Aufgrund des Saisonausfalls musste dann im Folgejahr auch nicht über den Kauf neuer Kostüme oder andere Ausgaben nachgedacht waren.

Weitere Auftritte wie beim Altstadtfest gab es 2020 nicht – das Fest fiel der Pandemie wegen ins Wasser. „Aber das Altstadtfest in diesem Jahr hat gezeigt, dass die Leute wieder raus- und feiern wollen“, so Hansjörg Oehmig.

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