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Leisniger Schützen feiern stolzes Jubiläum

Der Schützenverein Leisnig ist dieses Jahr 600 Jahre alt geworden. Neben Ehrungen gab es auch einige Überraschungen.

Mit einem Salutschießen haben die Leisniger Bürgerschützen ihre große Feier zum 600-jährigen Vereinsbestehen eröffnet.
Mit einem Salutschießen haben die Leisniger Bürgerschützen ihre große Feier zum 600-jährigen Vereinsbestehen eröffnet. © Dietmar Thomas

Von Marie Stockmann

Leisnig. Das Wetter wollte am vergangenen Sonnabend in Leisnig nicht so richtig mitspielen. Doch davon ließen sich die Schützen ihr Fest nicht vermiesen und feierten bei bester Laune das 600-jährige Jubiläum der Privilegierten Bürgerschützengesellschaft zu Leisnig.

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„Damit gehören sie zu den ältesten Schützenvereinen im gesamten Freistaat Sachsen“, erzählte Christian Orasch vom sächsischen Schützenbund in seiner Gratulationsrede. Die nachfolgende Würdigung mit dem Wettiner Schützenteller sollte dabei nicht die einzige Überraschung an diesem Tag bleiben.

Bereits vor Veranstaltungsbeginn sorgte das Eintreffen eines großen Gefährts für Aufsehen. Die Leisniger Stiefelwacht hat es sich nicht nehmen lassen, dem Schützenverein zu gratulieren, und hatte eigens dafür den Leisniger Riesenstiefel „im Schlepptau“ mitgebracht.

Langjährige Mitglieder geehrt

Kurz nach zwölf wurde schließlich die Festveranstaltung mit einem dreifachen Salutschießen eröffnet. Der anschließenden musikalischen Einstimmung durch die Musiker des Kulturbahnhofs Leisnig folgten einige begrüßende Worte durch den Vereinsvorsitzenden Wolfgang Pfeifer.

Dieser ging in seiner Festrede dann auf die wichtigsten Ereignisse und einige heutzutage erstaunliche Details ein. Denn der 1421 gegründete Verein war anfänglich für die Verteidigung der Stadt zuständig.

Mittlerweile ist dem nicht mehr so. „Wir stehen für sportliches Schießen, aber auch für Brauchtum und Tradition. Wir machen das mit Freude und werben für unser Hobby“, so Pfeifer. Nach der Auflösung zu DDR-Zeiten gründete sich der Verein 1992 neu.

Ein Feuerwerk zum Festabschluss

Von den damaligen Gründungsmitgliedern sind derzeitig nur noch Wolfgang Pfeifer, Harry Geisler und Gerd Hessel im Schützenverein aktiv. Alle drei wurden an diesem Tag dafür mehrfach geehrt.

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Pfeifer selbst erhielt das Verdienstkreuz in Gold, eine äußerst wichtige Auszeichnung im Schützenbereich. Für sein Engagement und seine Leidenschaft, die er die Jahre über in den Verein steckte, dankten ihm die Mitglieder selbst nochmals während der abschließenden Abendveranstaltung.

Nach den offiziellen Reden läutete die Blaskapelle Kemmlitz den vergnüglichen Teil ein. Während es nachmittags noch Roster und Kuchen gab, stand bei der Abendveranstaltung ein großes Büfett bereit. Neben lustigen Programmpunkten gab es weitere Ehrungen und zum Abschluss noch ein großes Feuerwerk.

Abschied von Vereinschronisten

An diesem festlichen Tag unvergessen blieb Jürgen Rostock. Das langjährige Vereinsmitglied verstarb erst vor zwei Wochen nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren. „Er hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen ist,“ sagte Wolfgang Pfeifer unmittelbar, nachdem die Schützen die traurige Nachricht erhalten hatten.

Eine Delegation des Vereins wird deshalb dabei sein, wenn Familie und Freunde von Jürgen Rostock bei einer Trauerfeier Abschied nehmen. Rostock hat sich jahrelang um die Pflege der Vereinschronik gekümmert. „Nur wenn alles detailliert aufgeschrieben wird, lässt sich so eine lange Vereinsgeschichte überhaupt erst nachweisen“, so Pfeifer.

Auch an der Heimatgeschichte war Rostock sehr interessiert, und er notierte akribisch die Wetterdaten für Leisnig. Als umgänglicher, freundlicher Zeitgenosse war Rostock beliebt und geachtet.

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