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Leisnig: Schulverein ist gerettet

Es hat sich ein neuer Vorstand gefunden. Die bisherige Spitze ist erleichtert. Davor war sie lange Zeit frustriert.

Ohne den Einsatz des Schulfördervereins hätte es den Oberschulstandort Leisnig mit zwei Schulgebäuden und zwei indes zeitgemäß gestalteten Schulhöfen in dieser Form vielleicht nicht gegeben. Jetzt steht fest: Die Arbeit des Vereins wird fortgesetzt.
Ohne den Einsatz des Schulfördervereins hätte es den Oberschulstandort Leisnig mit zwei Schulgebäuden und zwei indes zeitgemäß gestalteten Schulhöfen in dieser Form vielleicht nicht gegeben. Jetzt steht fest: Die Arbeit des Vereins wird fortgesetzt. © Dietmar Thomas

Leisnig. Klassenfahrten nach Wangerooge, Geschenke für Fünftklässler und Abgangsschüler, Förderung von Lernschwachen, das Theaterprojekt – das alles und noch mehr hat auf Messers Schneide gestanden.

Ohne den Schulverein „Peter Apian“, der all diese Projekte unterstützt, teilweise sogar ins Leben gerufen hat, wäre eine Weiterführung fraglich gewesen. Nun stellt sich diese Frage nicht mehr.

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Ein zentnerschwerer Stein sei ihr vom Herzen gefallen. Das gab Ulrike Hünerfauth, seit mittlerweile zwölf Jahren Chefin der knapp 80 Förderer, nach der Vorstandsneuwahl am Montagabend zu.

Bemühungen um jeden Schüler gehen weiter

Seit längerem hatten sie und auch die übrigen Vorstände darauf hingewiesen, dass die jetzt abgelaufene Amtsperiode die letzte für sie ist. Die meisten begründeten dies damit, dass der Bezug zur Schule fehle, weil ihre Kinder längst in der Ausbildung sind.

Auch Sigga Dobosch erlaubt sich nun den Rückzug von der Spitze. Sie selbst war als Schulleiterin vor mittlerweile 28 Jahren bei der Vereinsgründung dabei. Damals ist es vor allem um die Standortsicherung gegangen.

Dass der Kampf nicht ausgefochten sei, machte Bürgermeister Tobias Goth (CDU) deutlich. Im Nachbarort Böhlen entstehe gerade eine moderne Oberschule. Auch sonst gebe es ein großes Angebot an dieser Schulform in der Region.

Daher sei es aus seiner Sicht nach wie vor sinnvoll, um Schüler zu werben und ihnen das Beste zu bieten, was Schule und das gesamte Umfeld zu leisten vermögen.

Theater zum Abschied wäre schön gewesen

Dieser Aufgabe haben sich die Förderer seit beinahe drei Jahrzehnten gestellt – erfolgreich.

Das konnte Ulrike Hünerfauth am Ende ihrer Amtszeit einschätzen, selbst wenn nur eine Aktion 2020 auf dem Arbeitsplan gestanden hat: Der Abend der offenen Tür konnte im Januar vergangenen Jahres noch über die Bühne gehen. Dann ging coronabedingt nichts mehr.

Das ist bis jetzt so geblieben. „Es tut mir in der Seele leid, dass sich die Schüler und Lehrer einer Theaterschule nicht mit einem kleinen Sketch von Ihnen verabschieden können“, sagte Rektorin Kristin Dorias-Thomas.

Aber auch sie wollte ihre Erleichterung darüber, dass es zugunsten von Schülern und Schule mit dem Verein weitergeht, nicht verbergen.

Das ist der neue Vorstand des Schulvereins Peter Apian Leisnig: Jörn Hänsel, Nicole Hirsch, Angela Bilski, Roy Fischer, Olaf Hanemann (von links).
Das ist der neue Vorstand des Schulvereins Peter Apian Leisnig: Jörn Hänsel, Nicole Hirsch, Angela Bilski, Roy Fischer, Olaf Hanemann (von links). © Heike Heisig
Lena und Leon hatten im Sommer 2018 erfolgreich an der Roberta-Olympiade teilgenommen. Der Schulverein hat seit Anfang an unterstützt, dass Schüler im Programm "Roberta" das Programmieren lernen - für einen späteren Beruf und fürs tägliche Leben.
Lena und Leon hatten im Sommer 2018 erfolgreich an der Roberta-Olympiade teilgenommen. Der Schulverein hat seit Anfang an unterstützt, dass Schüler im Programm "Roberta" das Programmieren lernen - für einen späteren Beruf und fürs tägliche Leben. © Dietmar Thomas
Beim Theaterabend haben die Schauspieltalente der Leisniger Oberschule mehrfach gezeigt, dass sie sich auf der Bühne zuhause fühlen. Ende des Jahres oder im nächsten Frühjahr soll es die nächste Aufführung geben.
Beim Theaterabend haben die Schauspieltalente der Leisniger Oberschule mehrfach gezeigt, dass sie sich auf der Bühne zuhause fühlen. Ende des Jahres oder im nächsten Frühjahr soll es die nächste Aufführung geben. © Archiv: André Braun/Döbelner A
Der Schulverein um die bisherige Vorsitzende Ulrike Hünerfauth hat mit seiner Arbeit nicht nur die Oberschule und die Schüler unterstützt, sondern auch andere Vereine wie die Badinitiative. Immerhin gehören auch viele Schüler zu den Nutzern des Bades, das 2014 grundlegend saniert worden ist. Die Badinitiative sammelt weiter Geld, damit der eine oder andere Wunsch der Badbesucher erfüllt werden kann.
Der Schulverein um die bisherige Vorsitzende Ulrike Hünerfauth hat mit seiner Arbeit nicht nur die Oberschule und die Schüler unterstützt, sondern auch andere Vereine wie die Badinitiative. Immerhin gehören auch viele Schüler zu den Nutzern des Bades, das 2014 grundlegend saniert worden ist. Die Badinitiative sammelt weiter Geld, damit der eine oder andere Wunsch der Badbesucher erfüllt werden kann. © Archiv: André Braun/Döbelner A

Über mehrere Jahre hatten die scheidenden Vorstände versucht, Nachfolger zu gewinnen, warben bei Elternabenden, in Elternbriefen und in Veröffentlichungen für die Vereinsarbeit. Dass dies alles erfolglos war, habe den Vorstand entmutigt, zum Schluss sogar richtig frustriert, so Ulrike Hünerfauth.

Letztlich habe es im Frühjahr ein Treffen im Rathaus gegeben. Danach sei es hauptsächlich Stadtrat Rüdiger Schulze (CDU) gelungen, neue Mitstreiter zu gewinnen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

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Die meisten haben sich dazu bereiterklärt, wie sie in einer kurzen Vorstellung sagten, weil sie wollen, dass es für die Kinder genauso gut weitergeht wie bisher: Dass Projekte fortgesetzt werden, Mädchen beim Programmieren im Rahmen von „Roberta“ ungeahnte Fähigkeiten entdecken, die Schauspiel- und Gesangstalente von Kindern und Jugendlichen aufgespürt und gefördert werden und dass jeder mit auf Klassenfahrt gehen kann, gleich, ob das Budget der Eltern dies hergibt oder nicht.

„Wie wichtig das ist, daran anzuknüpfen, hat die Auszeit durch Corona gezeigt“, findet unter anderem Angela Bilski, die im neuen Vorstand mitarbeitet.

"Bühne frei" vielleicht erst im Februar 2022

Nicole Hirsch sieht das ganz ähnlich. Sie wünscht sich, dass der neue Vorstand an die erfolgreiche Arbeit anknüpfen kann, und zwar zum Wohle der Apianschüler. Sie sagte voraus, dass die „Neulinge“ gern auf das Unterstützungsangebot der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder zurückkommen werden.

Sie könnte sich vorstellen, dass der Schulverein – je nach dem wie sich die Pandemie weiter entwickelt – beim nächsten Weihnachtsmarkt wieder vertreten ist und es noch 2021 eine Einladung zum Theaterabend gibt. Möglicherweise dann aber erst für Februar 2022.

Über diese Terminverschiebung sei bereits diskutiert worden, um genügend Zeit für die Vorbereitungen zu haben, sagte Torsten Meyer. Er und seine Kollegen Jens Liebing und Robert Müller sind maßgeblich an der Vorbereitung des Theaterabends beteiligt.

Das ist der neue Vorstand:

  • Vorsitzende: Nicole Hirsch
  • Stellvertreter: Olaf Hanemann
  • Schatzmeister: Jörn Hänsel
  • Schriftführer: Roy Fischer
  • Beisitzerin: Angela Bilski
  • Im erweiterten Vorstand arbeiten Romy Peschel und Jenny Kaiser mit.

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