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Leisniger Tausendsassa wird 70

Hansjörg Oehmig ist Stadtrat, als Arzt bei Patienten wie Kollegen beliebt und noch ganz viel mehr. Heute feiert er 70. Geburtstag.

Hansjörg Oehmig, ein engagierter Leisniger, wird an diesem Montag 70 Jahre alt. Die meisten kennen ihn mit einem charmanten Lächeln. Doch die letzten Monate haben den Mediziner auch nachdenklich gestimmt. Corona hat ihn nicht nur aus beruflicher Sicht.
Hansjörg Oehmig, ein engagierter Leisniger, wird an diesem Montag 70 Jahre alt. Die meisten kennen ihn mit einem charmanten Lächeln. Doch die letzten Monate haben den Mediziner auch nachdenklich gestimmt. Corona hat ihn nicht nur aus beruflicher Sicht. © André Braun/Döbelner Anzeiger

Leisnig. Hansjörg Oehmig ist „ein vielseitig begabter Mensch, dem man Bewunderung zollt“. Damit erklärt das Wörterbuch, was ein Tausendsassa ist. Und das ist der Leisniger unumstritten. Das Schöne dabei ist, dass er seine Talente in besonderem Maße dafür einsetzt, um anderen zu helfen, nicht nur als Mediziner.

Als solcher dürfte er seinen wohl verdienten Ruhestand schon seit Jahren genießen. Doch das tut er nur eingeschränkt. Nach wie vor zieht er in der Helios-Klinik stundenweise den Kittel an und behandelt Patienten.

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Die und auch die Kollegen schätzen ihn als jemanden, der verlässlich ist und immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte anderer hat. Genau das ist ein Charakterzug, den auch Mario Richter nicht missen möchte. Der Präsident des Carnevalclubs Leisnig (CCL), dessen Stellvertreter Oehmig ist, kann sich gar nicht vorstellen, dass sein Vize in absehbarer Zeit einmal kürzertreten will.

Immer wieder auf der Bühne

Er sei ein guter Streitschlichter, und Reibereien kämen in einem so großen Verein wie dem CCL immer mal wieder vor. Oehmig kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, betreut einen Teil der Internetpräsentation der Faschingsakteure. Er selbst setzt die Narrenkappe auf, führt seit Jahren durch die Abendprogramme und schlüpft in Kostüme. Auch bei den Altstadtfest-Stücken steht er auf der Bühne vor der Kirche. Und als solche nutzt er seit nunmehr 20 Jahren auch den Altarraum in der Stadtkirche St. Matthäi, und zwar für die Leisniger Benefizgala.

Etwas für die Leisniger, vor allem für die von der Jahrhundertflut 2002 Betroffenen zu tun, das war Oehmig und seinen Söhnen Sebastian und Christopher ein Bedürfnis. Daraus entstanden ist eine Tradition, die niemand mehr missen möchte.

Bekannte und weniger bekannte Sänger und Musiker kommen auf seine Einladung hin immer wieder gern nach Leisnig – ersetzt bekommen sie zumeist nur die Fahrtkosten –, um Geld hauptsächlich für soziale Zwecke zu sammeln. Nach den Flutopfern gingen auf diese Weise gesammelte Spenden unter anderem an Selbsthilfegruppen, Kitas, die Feuerwehr oder auch den Hospizverein.

„Ich möchte heute Danke sagen“, so Pfarrerin Katja Schulze, die bei den Galas sozusagen die Hausherrin ist. „Danke, dass er seine vielen Gaben ganz selbstverständlich in all den Jahrzehnten für die Menschen vor Ort eingesetzt hat.“ Immer wieder habe er Ideen, was er Gutes für die Stadt und für einzelne tun könne und setze dies mit Engagement und Freundlichkeit um. „Das tut gut“, sagt die Pfarrerin. „Deshalb freue ich mich schon auf die nächste Benefizgala am 9. Oktober.“

Kritischer Italienfan mit Familiensinn

Bis dahin hat der Mediziner im „Halbruhestand“ noch einiges vorzubereiten. Zwei Stadtratssitzungen gibt es auch noch bis zur Sommerpause. In die Ratsarbeit bringt er sich genauso vermittelnd ein, hält aber auch mit Kritik nicht hinter Berg. Dabei schätzen die Verwaltungsmitarbeiter zweifelsohne seine Diplomatie.

Wenn Hansjörg Oehmig dann doch einmal Zeit hat, freut er sich, seine Familie um sich zu haben. Zu der gehören mittlerweile zwei Enkel. Er ist ausgesprochener Italienfan, erholt sich seit Jahren unter anderem in Südtirol. Aber auch Leisnigs Umgebung erkundet er gern wandernd.

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Vielleicht läuft ihm irgendwann und irgendwo noch einmal Gunter Emmerlich über den Weg. Mit ihm zusammen hat er vor vielen Jahrzehnten einen Gesangswettbewerb bestritten. Dass er damals den Kürzeren gezogen hat, stört Oehmig nicht. Schließlich kann auch er immer noch erstaunlich gut singen.

Hörproben gab es bei Altstadtfesten schon, die nächste vielleicht bei der Benefizgala. Sie soll in der 20. Auflage etwas Besonderes werden. Das zumindest hat sich der Tausendsassa als Organisator und Moderator der Gala vorgenommen.

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