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Leisnigs Stadträte feilschen um jeden Baum

Nicht jeder Alleebaum zwischen Bockelwitz und Naunhof kann beim Ausbau der Strecke stehen bleiben. Alle zu fällen, ist vom Tisch. Das reicht nicht jedem.

Nicht jeder Alleebaum zwischen Bockelwitz und Naunhof kann beim Ausbau der Strecke stehen bleiben. Alle zu fällen, ist vom Tisch. Das reicht nicht jedem.
Nicht jeder Alleebaum zwischen Bockelwitz und Naunhof kann beim Ausbau der Strecke stehen bleiben. Alle zu fällen, ist vom Tisch. Das reicht nicht jedem. © Dietmar Thomas

Leisnig. Die Gemüter haben sich nach dem anfänglichen Aufschrei ein wenig beruhigt. Nachdem es zunächst hieß, dass für den Ausbau der Kreisstraße zwischen Bockelwitz und Naunhof mehr als 40 Linden weichen müssen, sieht es inzwischen so aus, das etwa die Hälfte der Bäume stehenbleiben kann. Mindestens – hofft Maria-Christin Anderfuhren.

Die Stadträtin von Bündnis 90/Die Grünen war in dieser Woche bei einem nochmaligen Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Stadtverwaltung, des Landkreises als zuständigem Baulastträger sowie des vom ihm beauftragten Planungsbüros dabei. Zuvor hatte Bauamtsleiter Thomas Schröder von einem Treffen berichtet, bei dem die Beteiligten vor Ort mit dem Zollstock die jetzigen Gegebenheiten nachgemessen haben: Wie weit stehen die Bäume auseinander? Wo stünden sie, wenn neu gepflanzt wird? Ganz klar: auf den Feldern neben der Straße.

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Für Stadtrat Michael Heckel (SPD/WG), der auch in nahezu alle laufenden Flurneuordnungsverfahren eingebunden ist, wäre das keine Option. „Wir haben hier hervorragende Böden“, begründete er. Die sollten den Landwirten seiner Meinung nach auch erhalten bleiben. Grundsätzlich sei er genauso für den Erhalt von Bäumen. „In diesem Fall habe ich mir das aber noch einmal angeschaut und bin mir ziemlich sicher, dass die Bäume jetzt schon ziemlich eng stehen“, so Heckel.

Von Zurückrudern ist keine Rede

Das heiße nicht, dass er nun zurückrudern wolle. „Aber ich finde einen Kompromiss wichtig.“ Querstellen bedeute, den Straßenbau in Gefahr zu bringen. „Das können wir nicht wollen“, appellierte er. Dann sei durchaus denkbar, dass das Projekt für die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte gestorben sei.

Doch aus Heckels Sicht ist der Straßenbau wichtig. „Die Strecke Bockelwitz-Naunhof-Döbeln wird immer als Umleitungsstrecke benutzt, wenn die Autobahn gesperrt ist. Wer zu dieser Zeit schon einmal dort entlanggefahren ist, weiß, wie voll die Verbindung dann ist.“

Dementsprechend ist deren Zustand: die Bankette sind heruntergefahren. Mehrere Ausweichstellen sind einfach deshalb nötig, weil die Breite der Straße an vielen Stellen gar nicht für die Begegnung von zwei Lastwagen ausgelegt ist. Das passiert aber, wenn die Brummifahrer auf die Landstraßen ausweichen, wenn sie auf der Autobahn nicht weiterkommen.

Schauen, was noch zu retten ist

„Wir wollen den Ausbau keineswegs blockieren“, sagte Maria-Christin Anderfuhren nach dem neuerlichen Termin in dieser Woche. Ihre Forderung sei, dass die Räte zeitig genug einbezogen werden. Das ist für ihr Dafürhalten in diesem Fall nicht passiert.

Wie sie sagte, habe sie dem Planer einige Vorschläge mitgegeben, wie vielleicht der eine oder andere Baum mehr erhalten werden kann. Thomas Schröder konnte schon nach dem ersten Termin davon berichten, dass beim Bau wahrscheinlich „nur“ etwa die Hälfte der Bäume weichen muss.

Mehr sei Schröder zufolge nicht möglich, wenn aktuelle Richtlinien wie Straßen- und Bankettbreite und Pflanzabstände eingehalten werden sollen.

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