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Akutes Löschwasser-Problem in Schönerstädt

Das Wasser im Löschteich in Seifersdorf reicht nicht, um damit einen Brand zu löschen. Das ist nicht das einzige Problem der Schönerstädter.

Um beim Brand schnell zu löschen, gibt es in vielen Ortschaften Hydranten, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Auch Löschteiche kommen zum Einsatz. Doch in Schönerstädt fehlt das.
Um beim Brand schnell zu löschen, gibt es in vielen Ortschaften Hydranten, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Auch Löschteiche kommen zum Einsatz. Doch in Schönerstädt fehlt das. © Symbolfoto: Matthias Weber

Hartha. Der Löschwasserteich in der Ortsmitte von Schönerstädt ist nur noch ein Tümpel. Davon überzeugten sich die Mitglieder des Ortschaftsrates Gersdorf sowie Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos).

Der Schlamm und was sich sonst noch abgesetzt hat, ist mit bloßem Auge zu sehen. Die vorhandene Wassermenge würde nicht reichen, um einen Brand zu löschen. Auch als Zwischenspeicher bei starken Niederschlägen hat der Teich kaum Aufnahmekapazität. Da sind sich alle Ortschaftsräte einig.

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Bürger fordern: Teich soll in Ordnung gebracht werden

Bürgermeister Kunze, der in Vertretung des Ortsvorstehers den Rundgang durch Schönerstädt übernommen hat, verweist auf die vorhandenen Hydranten. Doch ob diese im Ernstfall ausreichen, ist fraglich.

„Wir überarbeiten zurzeit das Löschwasserkonzept. Dabei geht es um Zisternen und Löschteiche. Zunächst müssen wir herausfinden, ob sie noch funktionieren oder ob sie noch saniert werden können“, sagte der Bürgermeister.

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Der © Sylvia Jentzsch

Es gebe zum Beispiel Teich wie in Lauschka und Langenau, die wegen der Trockenheit kein Wasser führen. Festgestellt werden muss auch, wie groß der Aufwand ist, um die Teiche in Ordnung zu bringen und was das Kosten würde. Steht das fest, wird das entsprechende Geld benötigt.

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Doch der Teiche soll in Ordnung gebracht werden. Davon wollen sich die Schönerstädter nicht abbringen lassen. „Das Wasser fängt schon an zu gären. Fische gibt es auch nicht mehr. Die wurden im vergangenen Jahr tot geborgen. Gut ist, dass die Enten in diesem Jahr wieder gebrütet haben. Es wäre schön, wenn der Teich beräumt würde.

Vorfluter der Kläranlage stinkt nicht mehr so sehr

Das letzte Mal war das kurz nach der Wende der Fall“, sagte Kathrin Goldammer aus Schönerstädt. „Damals haben wir beim Dorffest noch ein Badewannenrennen im Teich veranstaltet.

„Jeder geborene Schirscher, so heißen die Schönerstädter, war mindestens einmal im Leben im Teich. Und wer ein Schirscher werden will, der muss mindestens einmal rein“. Doch zurzeit sei das niemanden zuzumuten, zumal im vergangenen Jahr der Eintrag von Chemikalien durch eine defekte Kläranlage geprüft wurde.

„Der Schaden an der Kläranlage wurde im Auftrag des Grundstückseigentümers behoben“, so der Bürgermeister. Die Ortschaftsräte schauten sich noch den Einlauf in der Nähe des Teiches an, der eine Abdeckung bekommen soll. Außerdem ging es um den Vorfluter der Kläranlage. Die stinkt seit einiger Zeit nicht mehr so sehr und auch seltener.

Kampf gegen Überschwemmungen vom Feld

Dafür aber das in der Anlage gereinigte Abwasser, das in den Vorfluter, der Schlumper eingeleitet wird. „Manchmal möchte man hier wegziehen“, sagte Ullrich Hammer. Er wohnt im Haus Nummer 35.

Er hat neben dem Gestank und dem Rückstau aus dem Vorfluter auch noch mit Überschwemmungen vom Feld und aus der Richtung des Teiches zu kämpfen. Hinzu kommt ein Straßengulli, der ungünstig eingebaut wurde und noch gereinigt werden müsste.

Nicht nur der Bereich, in dem das gereinigte Abwasser in die Schlumper eingeleitet wird, ist völlig zugewachsen. Auch der Bachlauf selbst. Darauf macht der direkt anliegende Grundstückseigentümer Ralf Härtel aufmerksam. Er führt den Ortschaftsrat in den Garten.

„Eigentlich müsste der Bachlauf gehoben und die Böschung saniert werden. Um für solche Arbeiten Platz zu schaffen, würde ich auch meine Hecke wegreißen“, so Härtel. Zunächst allerdings wäre es schön, wenn der vordere Bereich des Bachlaufes entlang der Wiese beräumt werden könnte.

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