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Lutherbuche in Leisnig gestutzt

Der rund 140 Jahre alte Baum am Leisniger Kirchplatz hat seit Kurzem ein paar Äste weniger. Sie waren zur Gefahr geworden.

Aus der Lutherbuche am Kirchplatz wurde Totholz ausgeschnitten. Für das Belüften des Erdreiches fehlt aber noch Geld.
Aus der Lutherbuche am Kirchplatz wurde Totholz ausgeschnitten. Für das Belüften des Erdreiches fehlt aber noch Geld. © Cathrin Reichelt

Leisnig. Rund um den dicken Stamm der Lutherbuche am Kirchplatz liegen sie noch, die Äste, die ihr vor ein paar Tagen entfernt worden sind. Dazu rückte sogar die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter an.

Aber die Feuerwehrleute setzten nicht selbst die Säge an, um das Totholz aus der Baumkrone zu schneiden. „Das hat ein Fachmann erledigt“, erklärt Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Jetzt sehe der Baum nicht nur besser aus, sondern durch das Ausschneiden sei auch eine Gefahr gebannt worden.

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Damit ist ein weiterer Schritt zum Erhalt der Buche getan worden. Vor drei Jahren sah das noch ganz anders aus. Damals wurde das Fällen des Baumes diskutiert. Ein Neuer sollte gepflanzt werden. Aber mit diesem Vorhaben stieß die Kirchgemeinde, in deren Eigentum sich der Baum befindet, auf Widerstand. Das Landratsamt verweigerte die Zustimmung für das Abholzen des Traditionsbaumes. Auch ein Baumsachverständiger aus Dresden habe festgestellt, dass die Lutherbuche erhaltenswert ist.

Heimatverein übernimmt das Gießen im heißen Sommer

Seitdem hat der Geschichts- und Heimatverein eine Art Patenschaft über den Baum übernommen. Vor reichlich einem Jahr erhielt der Stamm der Buche einen weißen Anstrich – als Sonnenschutz

Nun fehlt noch ein weiterer Schritt: das Belüften des Erdreiches rund um den Stamm. Während der Sanierung des Kirchplatzes in den 1990er-Jahren sei dort Baumaterial gelagert worden, so Goth. Dadurch wurde der Boden stark verdichtet. Wasser kann dort nur schwer eindringen.

Ohnehin werden die großen Bäume in der Stadt trotz der zunehmend heißen Tage im Sommer nicht gegossen. Das hat für die Lutherbuche auch der Geschichts- und Heimatverein übernommen. In den vergangenen Jahren hat Vorsitzender Uwe Reichel dafür Wassereimer geschleppt. Jetzt bekommt der Verein Unterstützung von der benachbarten Diakonie. Die sponsert das Wasser.

500 Liter Wasser pro Tag gebraucht

Da der Boden nach wie vor verhärtet ist, werde er anfangs erst einmal berieselt, damit die Erde aufweicht und sich anschließend vollsaugen kann. Normalerweise benötige eine ausgewachsene Buche rund 500 Liter Wasser pro Tag. Aber das sei nicht machbar. Gegossen werde in unregelmäßigen Abständen, je nach Wetterlage.

Für das Belüften, das eine Fachfirma übernehmen soll, benötigt der Verein 1.200 Euro. „Wir haben aber erst die Hälfte zusammen“, so Uwe Reichel. Durch Corona sei das Sammeln der Spenden in diesem Jahr schwierig gewesen. Der Verein sei für jeden Euro dankbar.

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