merken
PLUS Döbeln

Staatsminister will Schmiedewerkern helfen

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig bietet der Frauenthal-Holding die Unterstützung an. Der Konzern soll den Standort in Roßwein erhalten.

Sachsens Wirtschaftsminister bietet der Frauenthal-Holding die Unterstützung des Freistaates an. Der Konzern soll den Standort in Roßwein erhalten.
Sachsens Wirtschaftsminister bietet der Frauenthal-Holding die Unterstützung des Freistaates an. Der Konzern soll den Standort in Roßwein erhalten. © Lars Halbauer

Roßwein. Für die mehr als 100 Mitarbeiter der Frauenthal Powertrain GmbH in Roßwein geht das Hoffen und Bangen in dieser Woche weiter. Mittlerweile hat es erste Gespräche zum Sozialplan gegeben, aber auch einen Kontakt von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) mit der Frauenthal-Holding im Stammsitz in Österreich.

„Der Sächsische Wirtschaftsminister hat auf seiner Österreichreise zum Standort Roßwein ein Gespräch mit dem Vorstand der Frauenthal-Holding geführt“, teilt Henning Homann mit. Der Döbelner ist arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Mit den Mitgliedern der SPD-Mittelsachsen hatte er beim Parteitag am Wochenende eine Resolution verabschiedet. In der kritisierten die mittelsächsischen Sozialdemokraten die angekündigte Schließung des ehemaligen Schmiedewerks. 

„Die Menschen verlieren nach Jahren der harten und zuverlässigen Arbeit ihre Jobs, einfach so. Wir halten es für falsch, dass große Konzerne mit der Ausrede Corona oder Strukturwandel in der Automobilindustrie ihre Pläne für Stellenstreichungen durchsetzen“, sagte Homann vor den Delegierten.

Linke fordern, politischen Druck aufzubauen

Auch Mittelsachsens Linke hatten sich am Wochenende beim Parteitag in Plauen mit den Schmiedewerkern solidarisch erklärt und eine politische Handlungsaufforderung an die sächsische Staatsregierung formuliert. 

Darin fordern sie neben dem Erhalt des Standortes unter anderem den Aufbau von politischem Druck, um „wirtschaftliche Abschreibungsobjekte von vornherein zu verhindern“, teilte die Vorsitzende von Die Linke Mittelsachsen und Landtagsabgeordnete Marika Tändler-Walenta mit.

Ihre Forderung an den Minister, in Sachen Roßweiner Schmiedewerk aktiv zu werden, hat Dulig erfüllt. In seinem Gespräch mit Frauenthal bot er dem Unternehmen die Unterstützung der Wirtschaftsförderung an, wenn der Konzern in die Zukunftsfähigkeit des traditionsreichen Standortes in Sachsen investiert statt diesen aufzugeben.

Investitionen für attraktiven Standort nötig

„Martin Dulig und ich sind uns darin einig, dass der Erhalt des Standortes absolute Priorität hat. Sachsen ist ein Automobilstandort, der schon jetzt eine Spitzenposition bei der Produktion von Elektrofahrzeugen in Deutschland und Europa einnimmt“, findet Henning Homann. „Auch für Frauenthal kann Sachsen deshalb ein attraktiver Standort sein, wenn die Konzernführung bereit ist, in neue Technologien und Produkte in Roßwein zu investieren.“ 

Dass Martin Dulig dabei die Unterstützung der Wirtschaftsförderung angeboten habe, sei ein klares Signal. Homann zufolge tue der Freistaat alles, um den Standort zu erhalten. „Letzten Endes ist es jedoch eine Unternehmensentscheidung“, so der Döbelner.

 Damit weist er Kritik der Linken zurück. Tändler-Walenta hatte der Staatsregierung vorgeworfen, diese dulde und fördere es, „dass „kleine und mittlere Unternehmen subventioniert und gleichzeitig die Infrastruktur der übernommenen Standorte heruntergewirtschaftet werden“.

Gewerkschaft sitzt mit am Verhandlungstisch

Dass sich neben den Kommunalpolitikern jetzt auch die Landespolitiker einschalten, kommt Willi Eisele von der IG Metall durchaus gelegen. Ob dies bei den am Montag begonnenen Verhandlungen zum Sozialplan hilft, da ist er sich nicht sicher. 

„Aber vielleicht wird ja dadurch der eine oder andere auf den Betrieb in Roßwein aufmerksam und überlegt sich eine Übernahme“, sagt der Gewerkschafter. Zwar sei schon ein paar Mal über Kaufinteressenten gemunkelt worden. „Doch bisher ist noch keiner aus der Deckung gekommen“, so Eisele.

Er hat am Montag an der Seite der Betriebsräte mit dem Geschäftsführer des Roßweiner Frauenthal-Werkes sowie Vertretern des Personalrates am Verhandlungstisch gesessen. Die Vorstellungen über einen Sozialplan seien weit auseinandergegangen, sagte der Gewerkschafter zur Ausgangsposition. 

Weiterführende Artikel

Welle der Solidarität für Schmiedewerker

Welle der Solidarität für Schmiedewerker

Sie kämpfen nicht allein um ihre Jobs. Das haben die Mitarbeiter von Frauenthal gemerkt. Es gibt von vielen Seiten Unterstützung.

Neue Perspektive für Schmiedewerker

Neue Perspektive für Schmiedewerker

Das Roßweiner Werk von Frauenthal Powertrain wird zum 31. Dezember geschlossen. Jetzt interessieren sich andere Firmen für die Mitarbeiter.

Roßwein: Schmiedewerker sind kampfbereit

Roßwein: Schmiedewerker sind kampfbereit

Die 110 Mitarbeiter wollen die Schließung des Werks nicht einfach hinnehmen. Auch die Gewerkschaft hat sich eingeschaltet.

Am Ende sei ein möglicher Weg aufgezeigt worden. „Nun wird die Arbeitgeberseite rechnen“, so Eisele. Er hofft am Ende der Woche auf eine Antwort, inwieweit es zu einem Konsens kommen kann. Das beste Ergebnis wäre, wenn der Betrieb und die Arbeitsplätze erhalten werden könnten.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln