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Materialschlacht in Döbeln geht zu Ende

Die Arbeiten an der Flutmulde sind fast abgeschlossen. Ganz zum Schluss müssen noch einmal gewaltige Massen bewegt werden.

Die Flutmulde wird an ihrem Ende zu einem riesigen Trichter aufgeweitet. Am Steigerhausplatz lässt die LTV auf Wunsch der Stadt Uferterrassen bauen.
Die Flutmulde wird an ihrem Ende zu einem riesigen Trichter aufgeweitet. Am Steigerhausplatz lässt die LTV auf Wunsch der Stadt Uferterrassen bauen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Billig ist der Flutschutz für Döbeln nicht. Am Ende wird wohl eine Summe von 90 Millionen Euro unter dem Streich stehen. Ein Umstand gehört mit zu den Kostentreibern. Das meiste Erdreich, das beim Ausbau anfällt, muss mehr oder weniger teuer auf Spezialdeponien entsorgt werden.

Und gerade ist besonders viel davon angefallen. Die Firma Swietelsky baggert nämlich im letzten Abschnitt der sogenannten Flutmulde. Der südlichen Muldenarm weitet sich am Steigerhausplatz zu einem riesigen Trichter, ehe er mit dem nördlichen Muldenarm zusammenfließt. Dabei fallen allein um die 45.000 Tonnen Erdreich an, die weggeschafft werden müssen. "Die kann man nicht mal einfach irgendwo beim Straßenbau verwenden", sagte John-Philipp Müller, Projektleiter bei der Landestalsperrenverwaltung (LTV).

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Schwermetalle im Erdreich

Mit diesem Problem ist die LTV überall an der Mulde konfrontiert. Das Schwemmland ist mit Schwermetallen wie Arsen und Blei belastet. Diese Problemstoffe stammen aus dem Erzgebirge. "Das ist nichts Ungewöhnliches. Wir waren darauf vorbereitet", sagte Müller. Der Aushub werde klassifiziert und entsprechend entsorgt.

Die LTV geht an der Flutmulde in den Endspurt. Bis Weihnachten sollen die letzten Betonarbeiten im Abschnitt abgeschlossen werden, sagte Müller. "Das Wetter hat gut mitgespielt. Die Firma konnte ungehindert arbeiten." Die restlichen Arbeiten werden voraussichtlich bis zum Beginn des Sommers abgeschlossen. Vor allem ist die Sohle des Abschnitts zu pflastern. Diese Arbeiten seien aber nicht so sehr vom Wetter abhängig, so Müller. "Vorausgesetzt, dass es nicht zu kalt wird und dass das Verteilerwehr nicht wegen Hochwasser geöffnet werden muss."

Uferböschung statt Bohrpfahlwand

Nach Abschluss der Arbeiten an der Bohrpfahlwand ist die Firma Swietelsky jetzt auf dem Gelände der Stadtwerke zu Gange. Dort belässt es die LTV bei der bereits vorhandenen Uferböschung, die mit Wasserbausteinen befestigt ist. Es werden der Bewuchs entfernt und gegebenenfalls Reparaturen vorgenommen, so Müller. Auch die Höhe der Böschung sei für den Hochwasserschutz ausreichend.

Auf der anderen Seite der Flutmulde am Steigerhausplatz haben die Arbeiten an den künftigen begehbaren Uferterrassen begonnen. Sie werden aus Winkelelementen aufgebaut, sagte Müller. Außerdem soll auch nicht die gesamte Breite der Flutmulde gepflastert werden. An dieser Stelle wird das Pflaster in Rasen übergehen.

Aufwand wird geringer

Mit den Arbeiten an der Flutmulde im kommenden Jahr werden auch die großen "Materialschlachten" beendet. Der weitere hochwassergerechte Ausbau der Mulde sei nicht mehr ganz so aufwendig. "Wir schaffen dann nicht mehr so viel Erde weg und bringen nicht mehr so viel Beton her", sagte Müller.

Weitergehen soll es am Wappenhenschstift, wo eine Hochwassermauer vor die historische Mauer des Stifts gesetzt wird. Im weiteren Verlauf müssten dann nur noch knie- bis hüfthohe Mauern gebaut werden, sagte Müller. "Das Bohrpfahlgerät wird dann nicht mehr so oft zum Einsatz kommen."

Finanzierung ungeklärt

Wann es weitergeht, ist allerdings nach wie vor mit einem Fragezeichen versehen. Die Finanzierung - das Land hofft auf EU-Mittel - ist immer noch nicht klar. "Eigentlich wollen wir im kommenden Jahr weitermachen", sagte Müller. Dazu wäre aber eine zeitnahe Entscheidung nötig, denn der Auftrag muss zuvor ausgeschrieben werden. "Bis zur Vergabe dauert es vier bis sechs Monate. Und es wäre schön, wenn wir noch die gute Bauzeit des Jahres mitnehmen könnten", so Müller.

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