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Mehr Anerkennung für die Leisniger Johanniter

In den vergangenen Jahren hat sich viel getan. Aber noch stimmen nicht alle Rahmenbedingungen.

Viele Männerhände helfen Petra Köpping in eine Jacke der Johanniter, die die Leisniger Truppe mit dem Namen der Gesundheitsministerin versehen hat.
Viele Männerhände helfen Petra Köpping in eine Jacke der Johanniter, die die Leisniger Truppe mit dem Namen der Gesundheitsministerin versehen hat. © Dietmar Thomas

Leisnig. Bei den Johannitern hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Die Leisniger Wache ist saniert worden. Die Zusammenarbeit mit anderen Rettungsorganisationen hat sich verbessert und die Einsätze sind vielfältiger geworden.

Rund 300.000 Euro sind in die Leisniger Wache der Johanniter an der Colditzer Straße investiert worden. „Das Gebäude wurde saniert, damit sich die Helfer vernünftig duschen können und sich nicht mehr in der Fahrzeughalle umziehen müssen“, sagt Dirk Roscher, Mitglied im Regionalvorstand der Johanniter bei einem Besuch von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping.

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Zudem seien neue Rolltore eingebaut und der Brandschutz optimiert worden. Jetzt gebe es auch einen Notausgang.

Die Leisniger Truppe besteht aus 50 Ehrenamtlichen. Insgesamt gehören zum Regionalverband Meißen/Mittelsachsen 250 Frauen und Männer, die sich für den Katastrophenschutz engagieren. Allerdings müssten die Rahmenbedingungen stimmen, wenn bei jungen Leuten das Interesse am Katastrophenschutz geweckt werden soll.

Eine wichtige Forderung an die Politik sei zum Beispiel der Bildungsurlaub. Nach wie vor müssten die Helfer für die Ausbildung ihren Erholungsurlaub nehmen.

Technik wird anspruchsvoller

Auch die Technik werde immer anspruchsvoller. Elf Fahrzeuge stehen den Leisniger Helfern derzeit zur Verfügung. Für einen Führerschein, der rund 3.500 Euro koste, gebe es derzeit eine Förderung von 1.000 Euro.

Es sei eine große Herausforderung, nachts mit Sondersignal einen Zwölftonner an die Einsatzstelle zu bewegen. Zurzeit könnten dieses Fahrzeug nur drei der Leiniger Johanniter fahren. Zwei davon seien aber nicht immer einsatzbereit. „Der eine arbeitet in Leipzig, der andere ist Berufskraftfahrer“, begründet Martin Wagner, Zugführer des Einsatzzuges 2 des Landkreises Mittelsachsen.

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In diesem Jahr gab es für die Johanniter bereits 28 Einsätze. Der bisher umfangreichste war im Flutgebiet in Ahrweiler. Für eineinhalb Wochen waren zuerst fünf, später neun Leisniger in Sinzig und haben gemeinsam mit dem DRK aus der Feldküche die von der Flut Betroffenen und die Helfer versorgt.

Mittelsachsen hätte gern einen ganzen Einsatzzug in das Hochwassergebiet geschickt. „Aber einige Helfer arbeiten bereits in der kritischen Infrastruktur. Sie kann man nicht einfach aus der Intensivstation reißen“, meint Roscher.

Unzureichende Organisation

Andererseits habe ein anderer Einsatzzug drei Tage lang auf dem Sammelplatz am Nürburgring gewartet. Die Helfer hätten vor dem Fahrzeug auf dem Boden geschlafen und nur mit Mühe die Lebensmittel im Fahrzeug vor dem Verderben retten können.

„Dann sind sie frustriert wieder nach Hause gefahren, obwohl sie gebraucht worden wären“, bemängelt Roscher die unzureichende Organisation.

In Sinzig hätten die Leisniger zum ersten Mal mit anderen Johannitern zusammengearbeitet. „Jetzt wissen wir, was sie können und sie wissen, was wir können“, sagt eine junge Frau.

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Auch die Zusammenarbeit mit anderen regionalen Rettungskräften wie dem Technischen Hilfswerk (THW) und den Feuerwehren habe sich verbessert. Sie würden sich bei Einsätzen gut ergänzen. „Das hat etwas mit den Leuten an der Spitze zu tun“, meint Henning Homann, SPD-Landtagsabgeordneter.

Respektvoller Umgang wichtig

Petra Köpping lobt das ehrenamtliche Engagement der Johanniter. Das müsse noch viel mehr gefördert werden. „Ehrenamt tut gut, weil man sich in der Gemeinschaft einbringen kann“, sagt die Gesundheitsministerin. Wichtig ist ihr ein respektvoller Umgang miteinander.

Es habe den Anschein, dass derzeit Themen aus allen Bereichen spalterisches Potenzial besitzen. Deshalb sei es wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, so wie sie mit den Leisniger Katastrophenschützern.

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