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Mehr Touristen in der Coronakrise

Die Stadtinfo Döbeln hat eine deutlich größere Nachfrage festgestellt. Für Stadtführungen wird Nachwuchs gesucht.

Die Stadtinfo im Rathaus ist erster Anlaufpunkt für Touristen.
Die Stadtinfo im Rathaus ist erster Anlaufpunkt für Touristen. © Jens Hoyer

Döbeln. Die Coronakrise hat sich auch in der Stadtinformation im Rathaus bemerkbar gemacht. Leiter Ulf Fischer hat in dieser Saison eine merklich größere Nachfrage ausgemacht. Die Besucher hätten regelmäßig die Auslagen mit den Infomaterialien über die Ausflugsziele in der näheren Umgebung und in Sachsen leergeräumt. „Das hat mich schon erstaunt. Wir mussten oft auffüllen. Aber das macht deutlich, dass die Leute ihren Urlaub im Inland verbracht haben.“

Radtourismus nimmt zu

 In der Stadtinfo holen sich auch die Besucher der Stadt Infomaterialien ab, zum Beispiel Stadtpläne. Es sind viele Familien mit Kindern dabei gewesen. „Die Kinder bekommen von uns immer ein kleines Geschenk“, sagte Fischer.“ Ganz krass sei auch die Nachfrage nach Ansichtskarten von Döbeln. „Das lief schon immer gut. Aber jetzt haben wir bis zu 120 Stück pro Woche verkauft.“ 

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Zunehmend bedeutsamer wird auch der Tourismus auf dem Mulderadweg und dem Lutherweg. „Die Leute kommen hier her und fragen ganz gezielt nach dem Lutherweg oder lassen sich ihre Wanderhefte abstempeln“, sagte Fischer. Die Stadtinfo vermittelt auch Unterkünfte an Radtouristen. Am besten in der Stadt. „Die Ansprüche haben sich da verändert. Früher fragten die Radtouristen nach den billigsten Unterkünften. Heute gehen sie gern in Hotels. Sie wollen sich frisch machen und abends in der Stadt noch etwas essen.“

Pläne für Caravanplatz am WelWel

Gut genutzt sei auch der Caravan-Stellplatz am WelWel. Pro Jahr gebe es mehr als 400 Ankünfte. „Wir prüfen gerade, inwieweit es perspektivisch möglich ist, die Stellplätze auszubauen und ob es dafür Fördermittel gibt“, sagte Fischer. Am WelWel sollen drei Caravanstellplätze entstehen, auf denen die Camper Anschluss an Strom, Wasser und Abwasser haben. „Die Camper sagen uns immer wieder, dass sie überrascht sind, was Döbeln für eine schöne Stadt ist, und dass sie damit nicht gerechnet hätten“, sagte Fischer. Die Pferdebahn, aber auch der Riesenstiefel hätten der Stadt zu einer größeren Bekanntheit verholfen. 

Vor allem jüngere Leute würden auch die Möglichkeit eines geführten Stadtrundgangs nutzen. Derzeit gibt es zwei Führer, die den Besuchern die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen. Dazu Kathrin Fuchs vom Stadtmuseum, die ebenfalls durch die Stadt führt. „Perspektivisch brauchen wir bei den Stadtführern Nachwuchs“, sagte Fischer. „Wer Interesse hat, kann sich bei uns melden. Wir würden die Interessierten bei den Führungen mal mitschicken“, so Fischer.

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