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Mehr Service für Leisniger Abwasserkunden

Das Abwasser der Leisniger wird ab sofort unter Leitung eines neuen Betriebsführers behandelt. Unter dem soll sich auch für die Kunden einiges ändern.

Die Kläranlage „Altenhof Mitte“ – eine von vier Gruppenkläranlagen in diesem Ortsteil – ist erst zehn Jahre alt. Trotzdem bereitet sie den Betreibern schon enorme Probleme. Das Konzept soll überdacht werden.
Die Kläranlage „Altenhof Mitte“ – eine von vier Gruppenkläranlagen in diesem Ortsteil – ist erst zehn Jahre alt. Trotzdem bereitet sie den Betreibern schon enorme Probleme. Das Konzept soll überdacht werden. © Dietmar Thomas

Leisnig. Abwasser muss weg. Das ist unstrittig. Wie und was damit passiert, interessiert die wenigsten. Außer: Aus irgendeinem Grund funktioniert die Abwasserbeseitigung nicht und es stinkt oder es geht um die Gebühren, die jeden betreffen. Die zu optimieren und dabei Anlagenkonzepte zu überdenken, das wird eine Aufgabe des neuen Betriebsführers zusammen mit den Stadträten sein. Diese haben in der vergangenen Tagung nach monatelanger Vorbereitung und europaweiter Ausschreibung den Auftrag für die Betriebsführung vergeben.

Die übernimmt im kaufmännischen und technischen Bereich die Veolia Wasser Deutschland GmbH, die im zurückliegenden Jahr dafür bereits übergangsweise zuständig war. Um eine kontinuierliche Arbeitsweise aufzubauen, läuft der Vertrag mindestens bis Ende 2035. Dafür muss die Kommune jedes Jahr eine Dienstleistungsgebühr in Höhe von etwas mehr als 900.000 Euro aufbringen. Das ist weniger als in den zurückliegenden Jahren.

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Corona schränkt Dienstleister ein

Bauamtsleiter Thomas Schröder bleibt zunächst weiter Leiter des Eigenbetriebes Abwasserentsorgung der Stadt Leisnig. Diesen Betrieb musste die Kommune gründen, weil sie seit 2019 wieder eigenverantwortlich für die Abwasserentsorgung zuständig ist, dies aus der Verwaltung heraus aber nicht leisten kann. Die meisten anderen Städte und Gemeinden haben sich in überschaubaren Verbänden zusammengeschlossen. Dafür fehlen aber im Umfeld die entsprechenden Partner.

Für Schröder steht fest: „Mit dem neuen Betriebsführer ändert sich die Qualität der Abwasserbehandlung.“ Um da neue Maßstäbe zu setzen, gab es im vergangenen Jahr schon eine Art Inventur und eine Übersicht, wo welche neuen Parameter eingeführt und umgesetzt werden sollen.

Auch für die Leisniger soll sich spürbar etwas ändern. Das betrifft nicht die Vor-Ort-Betreuung. Wegen der Corona-Einschränkungen müssen im Moment zwar Abstriche beim Service gemacht werden. Wer Fragen klären will, braucht dafür einen Termin und kann nicht einfach im Büro an der Ringstraße „auftauchen“.

Mehrfach Beschwerden im Leisniger Stadtrat

Aber die Mitarbeiter werden dort genauso weiter Ansprechpartner sein wie bisher. Thomas Schröder spricht sogar von mehr Personal vor Ort. Zudem erhofft er sich, dass Abrechnungen übersichtlicher und für die Kunden nachvollziehbarer werden.

„Insgesamt soll der Service ein besserer werden“, wünscht sich der Geschäftsführer. Das sollte auch im Interesse der Stadträte als Gesellschafter des Eigenbetriebes sein. In der Vergangenheit haben sie sich in mehreren Fällen Klagen von Anwohnern darüber anhören müssen, dass ihre Einsprüche gegen Bescheide oder Beschwerden lange Zeit nicht bearbeitet worden oder ganz im Sande verlaufen sind. „Das sollte besser werden“, forderte zum Beispiel CDU-Fraktionschef Rüdiger Schulze.

Konzepte für Kanäle und Kläranlagen

Aber auch konzeptionell besteht Nachholebedarf. Wie Schröder sagte, soll unter anderem das umgesetzte Abwasserbeseitigungskonzept noch einmal auf den Prüfstand und überlegt werden, was wo noch sinnvoll und wirtschaftlich ist.

Als Beispiel dafür nannte er die Gemeinschaftskläranlagen, die dem Verband gehören. Vier davon gibt es allein im Ortsteil Altenhof. Zwei davon bereiten den Klärwärtern permanent Probleme, sodass an dieser Stelle größere Investitionen anstehen oder eine neue Lösung gefunden werden muss.

Weiterhin steht das Kanalnetz im Fokus. Das sollte in Zukunft regelmäßig kontrolliert und befahren werden – auch, um den Unterhaltungsbedarf kalkulieren zu können.

Optimieren will der Eigenbetrieb den Energieverbrauch der Kläranlagen in Leisnig/Paudritzsch und diverser Gruppenkläranlagen. Und nicht zuletzt sollen Themen wie Aus- und Weiterbildung, die Umsetzung des Bereitschaftsdienstes und die Digitalisierung eine größere Rolle spielen als bisher.

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