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Mehr Wohnkomfort in Döbeln Ost

Im Oktober beginnt der Umbau des langen Wohnblocks an der Unnaer Straße. Er ist ambitioniert und nicht billig.

Die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt wird im Oktober mit der Sanierung des langen Wohnblocks an der Unnaer Straße beginnen. Bis 2023 werden die ersten vier Häuser der Reihe umgebaut.
Die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt wird im Oktober mit der Sanierung des langen Wohnblocks an der Unnaer Straße beginnen. Bis 2023 werden die ersten vier Häuser der Reihe umgebaut. © Lutz Weidler

Döbeln. Fast 250 Meter Länge, 18 Aufgänge – das ist der Wohnblock an der oberen Unnaer Straße im Wohngebiet Döbeln Ost II. Er wurde Mitte der 1970er-Jahre gebaut und vor 23 Jahren teilsaniert. Und er ist jetzt eine Herausforderung für die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt, die im Oktober damit beginnen wird, die Häuser Stück für Stück auf Vordermann zu bringen.

Los geht es ganz vorn mit den Häusern Unnaer Straße 72 und 73. Erst einmal mit Vorbereitungen. Tapeten und Fußbodenbeläge kommen raus. Durchbrüche in Wänden und Decken werden ausgeschnitten. Es wird nicht nur eine Sanierung im Bestand, sondern ein kompletter Umbau der Plattenbauten.

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Aufzüge enden auf den Etagen

An den Häusern probiert die Genossenschaft etwas ganz Neues aus. Aufzüge hatte sie zwar schon an zwei anderen Häusern an der Unnaer angebaut. Aber die geplanten werden nicht auf der halben Treppe, sondern auf den Etagen enden und bis in den Keller reichen. Das ist deutlich aufwendiger, weil dafür in die Struktur der Wohnungen eingegriffen werden muss.

Der Aufwand ist nach Ansicht von Genossenschafts-Vorstand Tino Hütter gerechtfertigt: „So entstehen wirklich barrierearme Wohnungen. Man kommt mit dem Rollator bis zur Wohnungstür. Für manche Mieter sind selbst sieben oder acht Treppenstufen zu viel.“

Eingriffe in die Grundrisse nötig

Um den Aufzug an die Stockwerke anzubinden, muss die Genossenschaft jeweils auf das Badezimmer einer der Wohnungen zugreifen. Das hat Konsequenzen auf die Gesamtgestaltung.

In jedem Aufgang werden jeweils vier der verkleinerten Wohnungen zu zwei sogenannten Maisonette-Wohnungen über zwei Etagen zusammengefasst. Unten sind Küche und Wohnen, darüber Schlafbereich und Bad. Verbunden ist das Ganze über eine Treppe. Größe: rund 55 Quadratmeter. Für diese Wohnungen gebe es durchaus Interesse und Vormerkungen. „Einige Leute können es sich gut vorstellen, in so einer Wohnung zu leben“, sagte Vorstand Sven Viehrig.

Große Etagenwohnung im obersten Stock

Auch für die oberste Etage haben sich die Planer etwas einfallen lassen. Die ursprünglich zwei Wohnungen werden zu einer 110 Quadratmeter großen Etagenwohnung zusammengefasst. Außerdem gibt es in jedem Treppenaufgang noch vier Wohnungen mit etwa 75 Quadratmetern. Von ursprünglich zehn Wohnungen bleiben nach dem Umbau sieben übrig.

Darüber hinaus werden die Wohnblöcke komplett saniert. Die alten Balkone kommen weg, um die Fassade ordentlich wärmedämmen zu können. Die Balkone seien außerdem zu klein, sagte Viehrig. Alle Wohnungen werden anschließend mit neuen Balkonen mit der Größe von 1,80 mal 3,60 Metern ausgestattet.

Wärme aus dem Blockheizkraftwerk

Erneuert werden auch die Fenster, Elektrik, Heizung. Die Häuser werden trockengelegt. Geplant ist, die Häuser künftig mit Nahwärme aus dem Blockheizkraftwerk der Stadtwerke in Döbeln Ost zu versorgen. Dafür werden für mehrere Aufgänge statt der bisherigen Heizkessel Wärmeübergabestationen eingebaut, sagte Viehrig.

Bis auf drei Wohnungen sind die Häuser leergezogen worden. Zeitweise werden die verbliebenen Mieter während des Umbaus in Gästewohnungen der Genossenschaft untergebracht.

800.000 Euro pro Aufgang

Billig ist der Umbau nicht. Die Wohnungsgenossenschaft kalkuliert mit etwa 800.000 Euro pro Aufgang. Zwei Aufgänge werden voraussichtlich bis zum Frühsommer des kommenden Jahres umgebaut sein. Danach soll es mit den nächsten weitergehen. Mit den ersten vier Häusern will die Genossenschaft 2023 fertig sein.

Die derzeitigen Preisentwicklungen beim Bau sind ein Problem. „Wir müssen deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. Es ist nicht einfach, den Spagat zwischen Bau- und Mietpreisen hinzubekommen“, sagte Tino Hütter. Er rechnet bei diesen hochwertig ausgestatteten Wohnungen mit Warmmieten um die zehn Euro.

Baumaterial schon eingekauft

Um möglichen Preissteigerungen und Versorgungsengpässen vorzubeugen, sei mit den Baufirmen verabredet, dass sie schon Material für die Sanierung einkaufen, sagte Hütter.

In den nächsten Jahren werden auch die nächsten Aufgänge in der Reihe saniert. Wobei das Konzept nicht unbedingt auch auf die anderen Häuser angewendet werden muss, sagte Viehrig. So könnten die Umbauten auch weniger aufwendig ausfallen, damit die Wohnungen preiswerter angeboten werden können.

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