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Metallveredlung Döbeln erschließt neue Geschäftsfelder

Vor vier Jahren hat die Firma KAP den Familienbetrieb aufgekauft. Jetzt hat sie Millionen in eine neue Anlage investiert.

Meister Roberto Ehrlich bedient die neue Anlage. Bis zu 9.000 Tonnen Kleinteile pro Jahr können mit ihr veredelt werden. Ein Durchlauf dauert drei bis vier Stunden.
Meister Roberto Ehrlich bedient die neue Anlage. Bis zu 9.000 Tonnen Kleinteile pro Jahr können mit ihr veredelt werden. Ein Durchlauf dauert drei bis vier Stunden. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage bei der Firma Metallveredlung Döbeln erfolgte ganz klassisch: Ein großer roter Knopf wurde gedrückt. Mit einem lauten Geräusch rauschten Tausende Muttern in die Beschickung der Anlage, die danach ihre Arbeit aufnahm. Bis zu 9.000 Tonnen Kleinteile pro Jahr können in der neuen Trommel-Galvanikanlage oberflächenbeschichtet werden. Und das Unternehmen hat noch weitere Pläne.

Rund fünf Millionen Euro sind in die neue Anlage investiert worden, sagte Nicolai A. J. Baum, Geschäftsführer der KAP Surface Technologies. Die Firmengruppe hatte im Jahr 2017 die Firmen Metallveredlung und Oberflächentechnik Döbeln übernommen.

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Marko Lietzke, Geschäftsführer der Firma Metallveredlung Döbeln (von links), Katrin Möckel und Nicolai A.J. Baum, Geschäftsführer der KAP Surface Technologies, starten die Produktion in der neuen Zink-Nickel-Trommel-Anlage.
Marko Lietzke, Geschäftsführer der Firma Metallveredlung Döbeln (von links), Katrin Möckel und Nicolai A.J. Baum, Geschäftsführer der KAP Surface Technologies, starten die Produktion in der neuen Zink-Nickel-Trommel-Anlage. © Dietmar Thomas

Für die Millioneninvestition habe das Unternehmen eigentlich einen schlechten Zeitpunkt erwischt, sagte Marko Lietzke, Geschäftsführer der Firma Metallveredlung. Deutschland im Lockdown, keiner wusste, wie es weitergeht, die Wirtschaft war verunsichert. Aber auch in Corona-Zeiten waren sowohl das Budget, als auch der Zeitplan eingehalten worden.Die neue Anlage soll einmal im Dreischichtbetrieb laufen, sagte Bernd Schwarzer, Technischer Geschäftsführer der KAP. Und es gebe noch genug Platz im Betrieb für Erweiterungen.

In der neuen Anlage werden Kleinteile in großen Stückzahlen oberflächenbehandelt, um sie vor Korrosion zu schützen. Die Firma Metallveredlung will den Kunden jetzt auch Leistungen anbieten, die über das Galvanisieren hinausgehen, sagte Baum. „In einem Vierteljahr wird bei uns noch eine neue Anlage stehen.“

Erweiterungen möglich

Bisher sei es üblich, dass weitere Behandlungsschritte wie das sogenannte Patching – das Aufbringen der Schraubensicherung – Kontrolle und Verpackung der Teile von anderen Firmen vorgenommen werden. Die Metallveredlung will diese Dienstleistungen den Kunden jetzt selbst anbieten. „Wir sparen damit Kosten und Emissionen durch die weggefallenen Transporte ein. Wir können anders und besser produzieren und damit auch in einer Krise investieren“, sagte Baum. Mittelfristig denkt man bei KAP über weitere Investitionen nach. Auf dem Gelände seien auch noch Flächen vorhanden, um neue Hallen zu bauen.

Trommelanlagen für die Veredlung von Kleinteilen laufen in der Firma schon. Diese können aber nur verzinken, sagte Geschäftsführer Marko Lietzke. Die Chrom-Nickel-Beschichtung der neuen Anlage sei hochwertiger. „Damit stellen wir uns breiter auf.“ Die Firma arbeitet zu etwa 50 Prozent für die Autozulieferindustrie, die andere Hälfte nehmen Aufträge anderer Branchen ein.

Seit Februar Geschäftsführer

Der 40-jährige Lietzke war erst im Februar in die Firma als Geschäftsführer eingestiegen. Sein Vorgänger Mario Papsdorf ist jetzt Chef der Firma Heiche in Leisnig, die ebenfalls zur KAP-Firmengruppe gehört.

Lietzke hat sein Berufsleben lang in der Branche gearbeitet, wie er erzählte. „Ich bin selbst Galvaniseur und habe dann Oberflächen- und Werkstofftechnik studiert.“ Bevor er nach Döbeln gekommen war, hatte er für eine Firma in Zwickau gearbeitet. Bei der Metallveredlung Döbeln sind derzeit um die 140 Mitarbeiter beschäftigt. Weitere werden gesucht. Die Firma bildet auch selbst aus. „Ich finde es wichtig, Fachkräfte selbst nachzuziehen“, so der Geschäftsführer.

Die Firma Metallveredlung war 1938 von Arnd Gennrich im Gewerbegebiet West gegründet worden. Nach der Wende wurde der Betrieb von Roland Hawlitschek reprivatisiert und später eine neue Produktionsstätte im Gewerbegebiet Döbeln Ost errichtet. Sohn Olaf Hawlitschek gründete 1999 die Firma Oberflächentechnik. Nach dem Verkauf im Jahr 2017 sind beide Betriebe unter dem Namen Metallveredlung Döbeln zusammengefasst worden.

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