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Endlich wieder Kultur in Mittelsachsen

Der Miskus hat 31 Veranstaltungen an 20 Orten organisiert. In der Region Döbeln ist Neues und der Abschluss geplant.

Birgit Lehmann, Gisela Berszick, Thomas Kühn und Klaus Wawra (von links) haben mit historischen Spielszenen auf die 28. Saison des Mittelsächsischen Kultursommers (Miskus) eingestimmt.
Birgit Lehmann, Gisela Berszick, Thomas Kühn und Klaus Wawra (von links) haben mit historischen Spielszenen auf die 28. Saison des Mittelsächsischen Kultursommers (Miskus) eingestimmt. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen/Döbeln. Kultur ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Kultur, meint Matthias Damm (CDU). Der Landrat von Mittelsachsen und Schirmherr des Mittelsächsischen Kultursommers (Miskus) gibt zu, ihm habe die Kultur in den vergangenen Monaten gefehlt.

„Die Menschen lechzen nach Kultur, das haben die ersten Veranstaltungen gezeigt“, sagt er bei der Vorstellung des Programms der 28. Miskus-Saison. Und Matthias Damm hofft, dass sich die Corona-Bedingungen so verändern, „dass die Veranstaltungen ohne lästige Auflagen durchgeführt werden können.“

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Das Motto der Saison „Immer wieder neu“ ist bezeichnend für die Pandemie-Situation. Das Programm wurde gekürzt, Veranstaltungen immer wieder verschoben und abgewandelt. „Es war eine schwierige Zeit. So viel Flexibilität und Anpassungen wie in den vergangenen Monaten hat noch kein Geschäftsführer durchmachen müssen“, ist sich Miskus-Geschäftsführer Jörn Hänsel sicher.

Zu Beginn des Jahres sei der Optimismus sehr eingeschränkt gewesen. Aber die Mitstreiter des Vereins hätten viel Zuspruch erfahren und den Mut gefasst, nach vorn zu schauen.

Folk im Kloster Buch

Entstanden ist ein kreatives, abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm mit 31 Veranstaltungen an mehr als 20 Orten in Mittelsachsen. „Es ist das vielseitigste Festival, das Sachsen zu bieten hat“, meint Matthias Damm.

Im Juni lasse es der Verein noch ruhig angehen, ab Juli, wenn die Sicherheit voraussichtlich größer ist, wolle der Miskus durchstarten. Einem russischen Abend auf Schloss Bieberstein, einer irischen Nacht auf Schloss Rochsburg und dem Gellert-Kaffee in Hainchen folgt eine Neuheit in Kloster Buch.

„Nachdem das ursprünglich geplante „Gugge ma trifft Pipes“ abgesagt werden musste, planen wir nun etwas Kleineres“, so Jörn Hänsel. Bei Folk im Kloster mit ursprünglicher, handgemachter Musik sind die Lokalmatadoren „The Road Brothers aus Clennen, die Familienband „Fiddle Folk Family“ und als Duo der Banjomann Nico Schneider mit Tim „Doc Fritz“ zu Gast.

Volkmar Schreiter, Bürgermeister von Großschirma; Matthias Damm, Landrat von Mittelsachsen; Holger Nerlich, beim Miskus für die Finanzen verantwortlich, und Miskus-Geschäftsführer Jörn Hänsel (von links) bei der Vorstellung des Programms des Mittelsächsis
Volkmar Schreiter, Bürgermeister von Großschirma; Matthias Damm, Landrat von Mittelsachsen; Holger Nerlich, beim Miskus für die Finanzen verantwortlich, und Miskus-Geschäftsführer Jörn Hänsel (von links) bei der Vorstellung des Programms des Mittelsächsis © Dietmar Thomas

Historischer Stadtbummel in Döbeln

Auch das historische Heimatfest in Döbeln ist der Pandemie zum Opfer gefallen. „Aber wir wollen trotzdem Geschichte präsentieren“, so Jörn Hänsel. Wer sich einem historischen Stadtbummel anschließt, wird an verschiedenen Orten historische Figuren und Döbeln aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen.

Drei tolle Tage auf der Seebühne stehen für August im Programm. Los geht es mit Akustik & Rock mit der Simon & Garfunkel Revival Band, gefolgt von Abba meets Bee Gees sowie den Abenteuern von Pettersson und Findus. Die Karten seien begehrt und begrenzt. Denn nach den derzeitigen Corona-Regeln sind an der Seebühne nur 400 statt 800 Zuschauer erlaubt.

Big Helga im Wilden Mann Ostrau

„Ein neuer Veranstaltungsort ist der Wilde Mann in Ostrau“, erklärt der Miskus-Geschäftsführer. Passend zu dem sanierten Gasthof werde dort mit „Big Helga – Een kleenet Menschenkind“ eine Mischung aus Kleinkunst und Show geboten.

Der Abend sei eine Hommage an die Entertainerin Helga Hahnemann und wird von ihrer langjährigen Wegbegleiterin Dagmar Gelbke sowie Wolfgang Flieder gestaltet. Dabei fehlt auch der aus dem Fernsehen bekannte Silvestersketch aus dem Gerichtssaal nicht, in dem der Richter Probleme mit seinem Hammer hat.

Seit dem 14. Juni dürfen die Chöre wieder singen. Damit sie noch genügend Zeit zum Proben haben, wurde das Mittelsächsische Sängertreffen in Lichtenwalde auf den 5. September verschoben.

Die Miskus-Entdeckertour führt auf die Spuren berühmter Baumeister und dabei zum ersten Mal nach Waldheim, wo eine Besichtigung der Justizvollzugsanstalt geplant ist.

Gräfin Cosel im Waldheimer Rathaus

Die Orgelsinfonie am 19. September in der Stadtkirche in Mittweida war ursprünglich als Abschlusskonzert der diesjährigen Miskus-Saison gedacht. „Jetzt wird es ein Zwischenkonzert“, so Hänsel. Denn die Saison wurde bis Ende November verlängert. Im Oktober wird die Kirche Grünlichtenberg zu einem neuen Veranstaltungsort. „Die Gemeinde war sehr offen“, sagt Hänsel. Gerhard Schöne wird dort ein Familienkonzert und eins für Erwachsene geben.

Das Lutherprogramm „Mein lieber Herr Käthe“ wird in diesem Jahr in der Stadtkirche Olbernhau aufgeführt und soll 2022 zum ersten Mal nach Döbeln kommen.

Ebenfalls eine Neuheit: Den Abschluss des Mittelsächsischen Kultursommers bildet ein Abend mit Gräfin Cosel (Birgit Lehmann) und ihrem Leibarzt im Waldheimer Rathaus. Dabei dreht sich alles ums Herz.

Dem Miskus stehen in diesem Jahr 535.000 Euro zur Verfügung. Das sind rund 100.000 Euro weniger als 2019. Mit 200.000 Euro kommt der größte Teil des Etats vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen. Die Förderung durch den Landkreis beträgt 37.500 Euro. Außerdem beteiligen sich Hartha, Kriebstein, Mittweida, Rochlitz und zahlreiche Spender an der Finanzierung.

Auszüge aus dem Programm

  • 28. Juli: Kunst am Wasser, Kriebstein
  • 30. Juli - 1. August: Waldheimer Kulturtage
  • 7. - 8. August: Parkfest Lichtenwalde
  • 27. - 29. August: Altstadtfest Leisnig
  • 12. September: Der Supervulkan, Hartha
  • 9. Oktober: Straßenfestival der Hochschullandschaft, Mittweida

Mehr gibt’s unter www.miskus.de.

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