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Döbeln: Mit Elektroschrott in den Supermarkt

Discounter müssen bald Altgeräte zurücknehmen. Der Stand der Vorbereitung ist ganz unterschiedlich.

Ab kommendem Jahr müssen Supermärkte, die Elektrogeräte verkaufen, auch solche Altgeräte zurücknehmen.
Ab kommendem Jahr müssen Supermärkte, die Elektrogeräte verkaufen, auch solche Altgeräte zurücknehmen. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Die Supermärkte bieten längst nicht mehr nur Lebensmittel an. Sie sind fast zu Vollsortimentern geworden, bei denen auch elektrische Geräte, vom Smartphone bis zum Kühlschrank, in den Regalen stehen. Gehen die im Laufe der Nutzung durch den Kunden kaputt, muss der sie in einem Wertstoffhof entsorgen. Bisher jedenfalls.

Nach einer Änderung des Elektrogesetzes, Elektro G3, müssen Vertreiber von Elektrogeräten solche ab dem 1. Januar 2022 auch zurücknehmen. Das gilt für Anbieter von Elektro- und Elektronik-Kleingeräten auf einer Fläche von mindestens 400 Quadratmetern sowie für Vertreiber von Lebensmitteln mit einer Gesamtverkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern.

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Zu Kleingeräten zählen zum Beispiel Haartrockner, Toaster oder Radios bis zu einer Geräte-Kantenlänge von 25 Zentimetern. Das gilt unabhängig davon, ob das Gerät in dem Geschäft gekauft wurde. Größere Geräte, wie Fernseher oder Waschmaschinen, können nur dort abgegeben werden, wenn gleichzeitig ein vergleichbares Produkt gekauft wird.

Marktkauf: Rücknahme von Altgeräten schon seit Jahren

Sind die Supermärkte darauf überhaupt eingerichtet? Mit einem klaren „Ja“ beantwortet diese Frage Sven Flößner, Geschäftsführer von Marktkauf in Döbeln. „Wir nehmen bereits seit fünf Jahren Elektroschrott bis hin zu Leuchtstoffröhren zurück. Der Umwelt zuliebe und als Service für die Kunden“, sagt er.

Dieser Service werde angenommen und viel von den Kunden genutzt. „Waschmaschinen und Kühlschränke liefern wir auch“, erklärt Flößner. Die Altgeräte werden dabei wieder mitgenommen.

Die Elektrogeräte nimmt Marktkauf an der Kundeninformation an und sammelt sie in einer Entsorgungsstation. Ein regionales Unternehmen kümmere sich um die regelmäßige Abholung und weitere Entsorgung.

Kaufland: In den Filialen gibt es Sammelstellen für Elektrokleingeräte

Auch Alisa Götzinger von der Unternehmenskommunikation von Kaufland erklärt: „Die neue Vorgabe wird in unseren Filialen bereits umgesetzt. Unsere Kunden können die bei uns erworbenen Elektrokleingeräte direkt an einer Sammelstelle in der Filiale, analog der Sammelstelle für Batterien, abgeben.“

Alternativ könnten defekte Geräte auch an der Kundeninformation zurückgegeben werden. Anschließend werde die defekte Ware von den Lieferanten in der Filiale abgeholt und wieder dem Wertstoffkreislauf zugeführt oder von einem zertifizierten Fachbetrieb entsorgt.

Edeka: Das Rücknahmesystem wird den neuen Vorgaben angepasst

Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen hat ebenfalls schon ein regionales Rücknahmesystem für Elektroschrott in den Märkten. „Dieses werden wir entsprechend erweitern und den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen anpassen“, sagt Stefanie Schmitt, Vorstandsassistenz.

Welcher zusätzliche Aufwand auf den Discounter zukommt, sei derzeit noch nicht absehbar. Die Entsorgung der Altgeräte erfolge in regelmäßigen Intervallen durch die Lagerstandorte. so Schmitt.

Aldi Nord: Konzept für mehr als 2.200 Filialen in Vorbereitung

Für die Umsetzung der gesetzlichen Vorgabe zur Rücknahme von Elektroaltgeräten befinde sich Aldi Nord derzeit in Gesprächen mit verschiedenen Entsorgungsdienstleistern.

„Das Konzept gestalten wir dabei im gesamten Vertriebsgebiet von Aldi Nord in Deutschland einheitlich, damit wir eine einfache und unkomplizierte Rücknahme von Elektroaltgeräten unserer Kunden spätestens ab dem 1. Juli 2022 gewährleisten können“, erklärt Dennis Boczek von der Unternehmenskommunikation.

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Das bedeute, dass die Vorgaben der Novelle des Elektrogesetzes in allen rund 2.200 Märkten in Deutschland, unabhängig von der Quadratmeterzahl der Verkaufsfläche, erfolgen werde.

Lidl: Gesetz wird in Märkten ab 800 Quadratmeter Fläche umgesetzt

Lidl werde die gesetzliche Bestimmung in Filialen mit einer Verkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern umsetzen. „Die zurückgenommenen Elektrogeräte werden wir an einen qualifizierten externen Dienstleister zum Recycling übergeben“, so Melanie Pöter von der Pressestelle.

Rewe und Netto: Die Filialisten können derzeit noch keine Details nennen

Die Rewe-Group und Netto teilen mit, dass sie den Kunden mit Inkrafttreten des Gesetzes eine Möglichkeit anbieten werden, Elektrogeräte zurückzunehmen. Details könnten sie aber noch nicht nennen.

Für Anbieter von Lebensmitteln gibt es eine Übergangsfrist. Sie müssen die Rücknahmestellen bis zum Ablauf des 30. Juni 2022 einrichten.

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