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Döbeln

Mitfahrerbänke auch für Roßwein?

In der Nachbarstadt Hainichen gibt es dieses Angebot seit ein paar Monaten. Bislang sind die Erfahrungen damit positiv.

So sieht die Mitfahrerbank im Hainichener Stadtteil Berthelsdorf aus. Ein ähnliches Projekt könnte sich Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) auch für „seine“ Stadt vorstellen.
So sieht die Mitfahrerbank im Hainichener Stadtteil Berthelsdorf aus. Ein ähnliches Projekt könnte sich Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) auch für „seine“ Stadt vorstellen. © Stadt Hainichen

Roßwein/Hainichen. Das Thema Mobilität soll im Laufe des Jahres bei einem Zukunftsworkshop in den Mittelpunkt gerückt werden. Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) kann sich irgendwann sogar einmal vorstellen, dass autonomes Busfahren auch in Roßwein eine Rolle spielt. Bis dahin muss aber auf Alternativen zurückgegriffen werden.

Mit Interesse schaut Lindner deshalb zu seinem Amtskollegen Dieter Greysinger (SPD) nach Hainichen. Der hat in den zurückliegenden Monaten sämtliche Ortsteile mit einer sogenannten Mitfahrerbank ausgestattet – insgesamt 13 Stück. In Doppelortsteilen wie Gersdorf/Falkenau hat jeder eine Bank bekommen. Zwei stehen aber auch im Stadtzentrum von Hainichen sowie drei in den entfernter liegenden Stadtteilen wie Berthelsdorf, Ottendorf und Crumbach.

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Aufwendige Bedarfsermittlungen – wie in Roßwein vor Jahren schon einmal über eine Bürgerumfrage im Amtsblatt realisiert – hat es nach den Worten von Dieter Greysinger im Vorfeld des Kaufs der gelb-rot-hellblauen Bänke nicht gegeben. „Vielmehr haben wir von vornherein gesagt, dass jeder Ortsteil eine solche Bank bekommt“, so der Bürgermeister von Roßweins Nachbarstadt.

Zwischen den Ortschaften oder innerhalb von Hainichen verkehren zwar auch noch Busse. „Aber eben nur unregelmäßig“, nennt Greysinger den Beweggrund, den öffentlichen Personennahverkehr um dieses unkomplizierte Mitfahrerangebot zu ergänzen.

Mobilität leicht gemacht

Wer zum Beispiel in Berthelsdorf wohnt, den Bus verpasst hat und daher auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit ist, kann es sich auf der Mitfahrerbank bequem machen. Auf einer Halterung oberhalb der Bank können diverse Wunschzielorte angezeigt werden – einfach durch Umblättern. Wer dann in diese Richtung fährt, kann den Wartenden mitnehmen. „Nutzen kann dieses Angebot faktisch jeder“, so der Bürgermeister.

Dies geschieht in jedem Fall auf eigene Gefahr. Dass sie bei einem Unfall Nachteile haben, müssen die Nutzer nicht befürchten. „Mitgenommene sind bei deutschen Kfz-Versicherungen automatisch über die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers abgesichert. Es bedarf keiner zusätzlichen Versicherung“, informiert die Initiative zur Mobilität „mobil-LL“ auf ihrer Internetseite.

Je nach Entfernung vom Stadtzentrum Hainichen betragen die Mitfahrwege zwischen anderthalb Kilometer (etwa aus Crumbach) bis hin zu zwölf Kilometer, unter anderem aus Eulendorf. Auch in Roßwein wären wahrscheinlich hauptsächlich die Einwohner der Ortsteile die Nutznießer. Bei der Umfrage, die das Zukunftsforum initiiert hatte, sagten vor allem die Bewohner der Ortschaften, dass sie abends und an den Wochenenden eine Anbindung an Roßwein sowie Döbeln vermissen.

Finanziert wurden die 13 Mitfahrerbänke für Hainischen aus dem kommunalen Haushalt. „Dort gibt es alljährlich ein sogenanntes ,Stadtratsbudget’ in Höhe von 50.000 Euro“, erklärt Dieter Greysinger. Im vergangenen Jahr seien es drei Hauptwünsche der Stadträte gewesen, die mit diesem Budget finanziert werden konnten: mehr Sitzbänke, mehr Mülleimer, mehr Hundetoiletten.

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