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Mittelsachsen sind bei Müllaktion dabei

In der Region Döbeln ist der Aufruf der Entsorgungsdienste auf fruchtbaren Boden gestoßen. Das Sammelergebnis steht aus.

Domenic und seine Mitschüler aus der 10. Klasse der Oberschule Hartha haben ihren freien Samstagvormittag geopfert und rund um die Pestalozzischule aufgeräumt.
Domenic und seine Mitschüler aus der 10. Klasse der Oberschule Hartha haben ihren freien Samstagvormittag geopfert und rund um die Pestalozzischule aufgeräumt. © Lars Halbauer

Region Döbeln. Samstags liegt die Schule um 9 Uhr morgens eigentlich verlassen da. Doch am zurückliegenden Sonnabend war das ganz anders. Papierfetzen, leere PET-Flaschen und anderer Müll wehten wie in einem alten Western durch die Gegend.

Diesem Übel traten engagierte Harthaer und Schüler der Oberschule Hartha entgegen. Auch die Jugendfeuerwehrabteilung Gersdorf leistete ihren Beitrag und schickte junge Leute ins Feld hinter Langenau, um für Ordnung zu sorgen.

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In Roßwein schwärmten zum Beispiel zehn Mitglieder der Jugendfeuerwehr ans Ufer der Mulde aus, um dort aufzusammeln, was andere achtlos in die Landschaft geworfen hatten.

Herbstputz im Harthaer Stadtpark

Anlass für so viel Aktionismus war der für den 18. September ausgerufene World Cleanups Day. Dazu wurden bundesweit in 836 Kommunen mit über 189 000 Mitstreitern Müllsammelaktionen durchgeführt.

Davon allein in Hartha drei: Die Oberschüler der 10. Klassen haben sich das Schulgelände und die Gehwege um die Schule vorgenommen. Domenic Zechlin und Eric Wagner sagten: „Wir freuen uns, wenn wir in einer sauberen Schule lernen können. Darum sind wir auch sofort dabei gewesen, als es um das Umfeld ging.“

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Sabine Lewandowski, Lehrerin und Mitglied im Förderverein der Schule, brauchte keine großen Überredungskünste. „Eigentlich sollte schon ein Frühjahrsputz stattfinden, das ging coronabedingt nicht.“

Mit Schubkarren, Gartenscheren, Müllbeuteln und Handschuhen bewaffnet sammelten die Jungs der 10. Klassen bis in die Mittagsstunden reichlich Müll zusammen. „Wir sind die Kerle fürs Grobe“, sagten Ben, Domenic, Vincent Leon und Eric schmunzelnd auf die Frage, ob denn heute auch Mädels mithelfen.

Ohne Blaulicht, aber mit ganz viel Elan

Im Stadtpark klapperten ebenfalls die Schaufeln und Rechen. Die Wege haben etwas Pflege dringend nötig. „Wir wollen für unsere Stadt etwas Gutes tun und die Mitbürger motivieren, mit anzupacken“, sagte Silvia Reichert von der Initiative „Für ein schönes Hartha“.

Ohne Blaulicht, aber trotzdem mit viel Freude waren in Gersdorf 15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Hartha/Gersdorf zu einer Zeltnacht hinter der Grundschule zusammengekommen. Neben der Ausbildung hat sich die Feuerwehr am internationalen Aktionstag beteiligt.

Wehrleiter Robert Prosch sagte: „Wir leben gerne hier und wollen, dass es sauber ist. Da helfen wir mit den Kindern gerne, unsere Umwelt sauber zu halten.“

Fyn Schade und Marie Naumann von der Jugendfeuerwehr Gersdorf haben sich am Samstag an der Müll-Sammel-Aktion in Mittelsachsen beteiligt. Die beiden ärgern sich darüber, was die Leute so alles in die Landschaft schmeißen.
Fyn Schade und Marie Naumann von der Jugendfeuerwehr Gersdorf haben sich am Samstag an der Müll-Sammel-Aktion in Mittelsachsen beteiligt. Die beiden ärgern sich darüber, was die Leute so alles in die Landschaft schmeißen. © Lars Halbauer

Sowohl am alten Kieselbacher Kreuz als auch in Langenau gibt es immer wieder Stellen, die bei Autofahrern „beliebt“ sind, um Müll illegal zu entsorgen. Die jungen Feuerwehrmitglieder sind davon genervt: „Warum muss man denn Plastetüten wegwerfen, wenn sie leer sind?“, fragten sie.

Vor allem in Langenau gibt es immer wieder Meldungen dazu, dass säckeweise Laub, Müll, Windeln und jede Menge Plastik gefunden worden sind, wie Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) bestätigte. Er ist hellauf begeistert von dem Engagement der jungen, aber auch der älteren Leute.

„Einige Rentner haben den Aktionstag vorverlegt und schon am Freitag im Stadtwäldchen Müll gesammelt“, erzählte Kunze. Der Bürgermeister stellte sich am Sonnabend dann ans Stadtwäldchen und leitete die Helfer in den Stadtpark um.

Jugendfeuerwehr übt und tut der Umwelt Gutes

Am Kieselbacher Kreuz hatten sich Leon, Fyn und Marie Gummihandschuhe übergestreift. Mithilfe von Zangen sammelten sie Unrat ein. Schon nach wenigen Metern wandern die ersten Plastetüten, Flaschen und Zigarettenschachteln in den Müllsack. Bis zum Mittag haben neben dem Nachwuchs auch die aktiven Feuerwehrkameraden in Langenau einige Müllsäcke befüllt.

Ortswehrleiter Robert Prosch ist mit dem Ergebnis und dem Jugendzeltlager zufrieden: „Wir konnten unser neues Zelt gemeinsam mit den Kindern auf- und abbauen, zusammen trainieren und Zeit verbringen. So etwas bringt und hält die Truppe zusammen, und das ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je.“

Auswertung der großen Aktion wird dauern

Im Landkreis hatte die Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen (EKM) zur Beteiligung an diesem Umwelttag aufgerufen. Mit unzähligen Helfern wurden 150 Sammelstellen eingerichtet, dort mehr als 1.500 Mülltüten ausgereicht.

Wie viele Tonnen Müll an diesem Sonnabend zusammengekommen sind, das vermag EKM-Sprecherin Saskia Siegel noch nicht zu sagen. „Die Auswertung wird wohl noch einige Tage, wenn nicht sogar Wochen in Anspruch nehmen“, denkt sie.

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