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Darum erhält Zschaitz ein Beton-Funkturm

Ursprünglich wollte die Deutsche Funkturm GmbH einen Stahlmast im Ortsteil Lüttewitz bauen. Nun hat sie sich anders entschieden – doch warum?

So oder so ähnlich soll der Betonmast der Deutschen Funkturm GmbH in Lüttewitz Ende des Jahres aussehen. Zunächst war ein Stahlmast geplant, doch dann hat sich die Firma anders entschieden.
So oder so ähnlich soll der Betonmast der Deutschen Funkturm GmbH in Lüttewitz Ende des Jahres aussehen. Zunächst war ein Stahlmast geplant, doch dann hat sich die Firma anders entschieden. © dpa/Jens Büttner

Zschaitz-Ottewig. Die Diskussionen rund um den Funkturm der Telekom im Zschaitzer Ortsteil Lüttewitz ist noch lange nicht vorbei. Denn wollte die Deutsche Funkturm GmbH als Bauträger im Frühjahr 2020 noch einen Stahlmast aufstellen, ging es im Dezember des vergangenen Jahres im Gemeinderat dann doch um einen Betonmast.

Wieder unter Protest der Anwohner, die Beschädigungen an ihren Häusern befürchten. Dennoch stimmte der Großteil der Räte dafür. Doch warum nun doch die Materialänderung?

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Der Sprecher der Deutschen Funkturm GmbH, Benedikt Albers, erklärt auf Anfrage: „Die Bauweise, also Stahl oder Beton, ist für das Versorgungsziel unerheblich und wird in der Regel durch äußere Rahmenbedingungen bestimmt. So unterscheiden sich beispielsweise die notwendigen Abstandsflächen und es gibt Unterschiede bei den Voraussetzungen der Zuwegung oder der Bodenbeschaffenheit.“

Telefónica will mit auf Telekom-Funkturm in Zschaitz

Ihm zufolge seien in Lüttewitz die Rahmenbedingungen für beide Bauweisen gegeben. Deshalb habe sich die Firma umentschieden. Eine Änderung an der geplanten Mobilfunkversorgung gibt es jedoch nicht.

Denn weiterhin strebt die Telekom an, vor Ort die Mobilfunkversorgung für Telefonie und mobile Daten zu verbessern. Dazu zählt vor allem die Versorgung mit LTE-Standard, doch die Technik ist auch für das neue 5G geeignet, wie Albers erklärt. Der Mobilfunkmast könne durch die Telekom zukünftig je nach Bedarf auch für den neusten Standard verwendet werden.

Des Weiteren bietet die Deutsche Funkturm den Mobilfunkmast auch allen anderen Anbietern zur Mitnutzung an, sodass diese keine eigenen Masten bauen müssen. „In Lüttewitz sind wir bereits in Kontakt mit Telefónica bezüglich einer Mitnutzung“, bestätigt Benedikt Albers.

Zuvor hatte der Gemeinderat einen Neubau eines Mobilfunkmastes für die O2-Gruppe abgelehnt und auf den bestehenden Bauantrag der Telekom verwiesen.

"Gesetzliche Vorschriften werden berücksichtigt"

Im Dezember hat die Deutsche Funkturm GmbH die Baugenehmigung für den neuen Betonmast erhalten, sodass Arbeiten in Lüttewitz theoretisch schon losgehen könnten. Aktuell werden bauvorbereitenden Maßnahmen durchgeführt und der eigentliche Bau detailliert geplant, so der Sprecher.

„Witterungsbedingt werden wir mit den Bauarbeiten im Frühsommer beginnen und den Mast bis Herbst fertigstellen. Wenn es keine Verzögerungen gibt, könnte er bis Ende des Jahres in Betrieb gehen“, so Albers.

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In Hinblick auf die Sorgen der Bürger erklärt er weiter: „Beim Bau neuer Standorte arbeiten wir mit erfahrenen und spezialisierten Firmen zusammen, die alle gesetzlichen Vorschriften und Regularien für Schwertransporte berücksichtigen. Der Mast in Lüttewitz wird in drei Teilen angeliefert. Wir haben im Vorfeld geprüft, dass die Straßenverhältnisse eine sichere Anlieferung ermöglichen.“

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