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Museumshaus wird abgedichtet

Für fast zwei Millionen Euro war das Napoleonhaus saniert und 2017 erst eröffnet worden. Jetzt steht ein Gerüst davor.

m Stadt- und Museumshaus am Waldheimer Niedermarkt sind Reparaturarbeiten notwendig geworden. Einige Risse im Außenputz wurden verschlossen. Darüber hinaus wird der Sockelbereich entsalzt und neu versiegelt.
m Stadt- und Museumshaus am Waldheimer Niedermarkt sind Reparaturarbeiten notwendig geworden. Einige Risse im Außenputz wurden verschlossen. Darüber hinaus wird der Sockelbereich entsalzt und neu versiegelt. © Dietmar Thomas

Waldheim. Am Stadt- und Museumshaus wird am Außenputz gearbeitet. Einige Risse werden fachgerecht verschlossen, die sich in dem Altbau, der erst vor knapp vier Jahren saniert worden war, gebildet hatten.

Die Arbeiten dauern nur wenige Tage und haben keinen Einfluss auf den Besucherverkehr im Stadt- und Museumshaus. „Das Gerüst ist am Donnerstagnachmittag schon wieder abgebaut worden“, informierte Bürgermeister Steffen Ernst (FDP).

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Alt- und Neubau treffen aufeinander

Um Gewährleistungsarbeiten handele es sich dabei aber nicht, „sondern um ganz normale Erhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten. Das Geld dafür kommt aus der Stadtkasse“, so Steffen Ernst. Zahlen nannte er nicht.

„Man muss bedenken, dass es sich um ein historisches Gebäude handelt. Noch dazu treffen hier Alt- und Neubausubstanz aufeinander. Dass die Bausubstanz arbeitet und dadurch Spannungen und Risse entstehen können, ist nicht auszuschließen“, so der Bürgermeister.

Außerdem wird laut Ernst der Sockelputz auf einer Länge von rund vier Metern erneuert und die Fugen dort ausgebessert. „An der Frontseite des Gebäudes wird zudem der Porphyrsockel mit einem speziellen Anstrich entsalzt“, erklärte Ernst. Das Salz sei durch den Straßenverkehr und das Streuen des Fußweges in den Sockelbereich gelangt. Durch eine spezielle Versiegelung werde ein erneutes Eindringen des Salzes verhindert.

Die Risse in dem Gebäude waren bereits vor zwei Jahren dem damaligen CDU-Stadtrat Ricardo Baldauf aufgefallen. Er hatte sich daraufhin an die Stadtverwaltung gewandt. Michael Wittig, der zu dieser Zeit Bauamtsleiter war, hatte schon damals auf die historische Bausubstanz verwiesen.

Risse standen unter Beobachtung

„Das Haus lebt und die Substanz arbeitet, das dürfte eigentlich jedem bekannt sein.“ Es habe zwei Hochwasser überstanden, hatte Wittig im Jahr Mai 2019 gesagt. Seither seien die Risse aber beobachtet worden. Jetzt waren die Arbeiten offenbar nicht mehr aufzuschieben.

Vor knapp vier Jahren war das im Jahr 1771 erstmals erwähnte Haus am Niedermarkt 8 aufwendig saniert und zum Stadt- und Museumshaus umgebaut worden. 1810 erwarb es Tuchmacher Christian Friedrich Riehle.

Es fiel einem Brand zum Opfer, wurde aber ein Jahr später wieder aufgebaut und trägt seitdem den Namen Tuchmacherhaus. Oft wird es auch als Napoleonhaus bezeichnet. Der französische Kaiser Napoleon Bonaparte soll eine Nacht dort verbracht haben.

Der Um- und Ausbau des Gebäudes kostete insgesamt rund 1,8 Millionen Euro. Davon flossen 90 Prozent als Fördergeld vom Land Sachsen.

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