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Neuer Bauträger für Leisniger Eigenheimstandort

Die Stadträte haben dem Wechsel zugestimmt. Gegenwind kam vor allem von Maria-Christin Anderfuhren. Sie stellte das Vorhaben an sich infrage.

Parallel zur August-Bebel-Straße in Leisnig soll auf grüner Wiese der Eigenheimstandort „Eichbergblick“ realisiert werden.
Parallel zur August-Bebel-Straße in Leisnig soll auf grüner Wiese der Eigenheimstandort „Eichbergblick“ realisiert werden. © Dietmar Thomas

Leisnig. Wenn am Rande Leisnigs am dann neu ausgewiesenen Eigenheimstandort „Eichbergblick“ einmal gebaut werden kann, dann mit der Sparkasse Döbeln als Partner der Bauwilligen. Die Stadträte haben in ihrer Tagung im Dezember einem Bauträgerwechsel zugestimmt.

Zunächst hatte die Obstland Dürrweitzschen AG, die nach bisherigen Darstellungen im Rat Grundstücke an dieser Stelle gehören, die Flächen entwickeln wollen und die Aufstellung des Bebauungsplanes forciert. Mittlerweile soll der Konzern von diesem Vorhaben Abstand genommen haben. Deshalb wird die Kommune mit der Sparkasse den dafür nötigen städtebaulichen Vertrag abschließen.

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Dieser regelt unter anderem, dass der Vorhabenträger gewisse Kosten übernimmt. Dazu gehören die Aufwendungen für das Planungsverfahren, aber auch den Bau von Straßen im künftigen Wohngebiet. Die Kommune wiederum übernimmt die Straßen nach Fertigstellung für gewöhnlich. Dann ist sie unter anderem für die Unterhaltung und den Winterdienst an dieser Stelle verantwortlich.

Keine Betonklötze in der Nachbarschaft

Voraussetzung für die geplante Bebauung und Nutzung als Eigenheimstandort ist – unabhängig von einem Bauträger – ein genehmigter Bebauungsplan. Den bereitet die Kommune schon seit mehreren Jahren vor. Anfangs gab es gehörigen Gegenwind von den Bewohnern der benachbarten Eigenheime. Sie denken, dass ihr Weit- und Ausblick gestört wird und forderten daher auch lange Zeit, von den Planungen Abstand zu nehmen.

Hansjörg Oehmig (CDU) verteidigte dagegen noch einmal die Pläne an diesem Standort. Nach seinem Dafürhalten und den vorliegenden Planungen zufolge bekommen die Anwohner keine hohen Betonklötze vor die Nase gesetzt. Vielmehr seien es Häuser in der umgebungstypischen Bauweise, die entstehen sollen. Durch die Lage der Grundstücke denkt Oehmig, dass die jetzigen Anwohner über die Dächer ihrer neuen Nachbarn hinwegschauen können, damit nichts an Wohn- und Lebensqualität einbüßen.

Gegen die Pläne der Stadt, im sogenannten Ochsengrund ein neues Baugebiet für Eigenheime auszuweisen, haben die Anwohner auf unterschiedlichem Weg protestiert.
Gegen die Pläne der Stadt, im sogenannten Ochsengrund ein neues Baugebiet für Eigenheime auszuweisen, haben die Anwohner auf unterschiedlichem Weg protestiert. © Dietmar Thomas

Kleine Nachbesserungen an den bestehenden Plänen beziehungsweise Auflagen sind noch möglich, wenn sich die Stadträte bei einer ihrer nächsten Sitzungen noch einmal mit den Plänen beschäftigen, Einwände und Bedenken abwägen müssen.

Doch Maria-Christin Anderfuhren (Bündnis 90/Die Grünen) sieht jetzt nur noch begrenzt Möglichkeiten, einzuschreiten. Wie sie in der Ratssitzung erklärte, sei sie nicht vom Prinzip her gegen die Ausweisung eines neuen Eigenheimstandortes. Aber: „An dieser Stelle kann ich das nicht gutheißen“, sagte sie und verwies darauf, dass es aus ihrer Sicht genug Potenzial für zuzugswillige Familien in der Altstadt gibt, wo genügend Wohnungen und Häuser leerstünden.

Pro Grundstück eine Solaranlage und eine Zisterne

Stefan Orosz (Die Linke) unterstützte Anderfuhrens Argumentation, „dieses schöne Stück Natur“ so zu belassen, wie es ist. Er zeigte sich überdies sicher, dass seit Planungsbeginn vor mehreren Jahren andere Betrachtungen in Sachen Klimaschutz angestellt worden sind als das heute der Fall ist.

Tatsächlich hatten die Planer bei einer Vorstellung des Projektes sehr wohl an Dinge gedacht, die aus Sicht des Umweltschutzes bislang noch nicht an der Tagesordnung sind. So sollte beispielsweise jedes Grundstück eine Solaranlage und eine eigene 6.000 Liter Regenwasser fassende Zisterne bewirtschaften.

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