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Neuer Essenanbieter – neue Möglichkeiten

Seit mehr als 20 Jahren versorgt Sodexo die Gymnasiasten mit Mittagessen. Denen schmeckt es schon lange nicht mehr.

Von Cathrin Reichelt
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Seit mehr als 20 Jahren beliefert Sodexo das Lessing-Gymnasium Döbeln mit Essen. Ab dem Schuljahr 2021/22 soll sich das ändern.
Seit mehr als 20 Jahren beliefert Sodexo das Lessing-Gymnasium Döbeln mit Essen. Ab dem Schuljahr 2021/22 soll sich das ändern. © Dietmar Thomas

Döbeln. Gibt es in der Mensa des Döbelner Lessing-Gymnasiums Spaghetti, ist die Schlange an der Essenausgabe schon mal etwas länger. Aber nur dann.

Von den rund 780 Schülern nutzen seit längerer Zeit nur etwa 250 die Möglichkeit, in der Schule Mittag zu essen. Die meisten davon sind die Fünft- und Sechstklässler, die am Körnerplatz lernen. Sie scheinen noch nicht ganz so kritisch zu sein, wie die Älteren. Denen schmeckt das Essen der Firma Sodexo schon lange nicht mehr.

Kündigung zum Ende des Schuljahres

Nachdem die Kritik immer lauter wurde, hatte die Schulkonferenz mit Vertretern von Lehrern, Schülern und Eltern im Oktober beschlossen, die Stadtverwaltung zu bitten, den Vertrag mit Sodexo zu beenden. „Dieser Bitte sind wir nachgekommen. Der bestehende Vertrag wurde gekündigt“, erklärt Thomas Mettcher, Pressesprecher der Stadt Döbeln, auf Nachfrage.

Mit Beginn des Schuljahres 2021/22 soll die Essensversorgung am Gymnasium durch einen neuen Anbieter erfolgen. „Die Ausschreibung dafür wird gegenwärtig vorbereitet“, so Mettcher.

Stein des Anstoßes war bei Sodexo vor allem die lange Liegezeit der Speisen, wodurch deren Qualität gelitten hat. Inzwischen habe die Firma dieses gravierende Problem besser im Griff. „Die Firma gibt sich Mühe. Das Essen hat sich in den vergangenen Wochen verbessert“, sagt Schulleiter Michael Höhme.

Ab Januar werde nur noch ein Teil des Essens vorgekocht, das letzte Drittel dann vor Ort im Gymnasium. Die dafür nötigen Geräte seien bereits vorhanden. „Das ändert aber nichts daran, dass wir den Essenanbieter wechseln wollen“, meint Höhme.

Mensa als Ort der Begegnung

Schüler, Eltern und Lehrer haben auch schon sehr genaue Vorstellungen, was der Neue leisten müsste. „Er sollte täglich drei Menüs anbieten, davon ein Vegetarisches. Außerdem legen wir Wert auf regionale und Bioprodukte“, erklärt der Schulleiter. Besonders wichtig sei, dass überwiegend vor Ort gekocht werde.

Zudem soll die Mensa am Hauptstandort des Gymnasiums zu einem Ort der Begegnung werden. Dafür müsste die Schulcafeteria von 9 bis 14 Uhr besetzt sein und in dieser Zeit zum Beispiel Kaffee, kalte Getränke und Snacks anbieten.

Bei einem Vor-Ort-Termin haben sich inzwischen Vertreter der Stadt Döbeln als Eigentümer der Immobilie, des Gymnasiums und von Vereinen als Nutzer der Sporthalle über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Mensa ausgetauscht.

Wenn im kommenden Jahr klar sei, welches Unternehmen als neuer Essenanbieter für das Gymnasium infrage kommt, hat sich Michael Höhme vorgenommen, mit dem Eltern- und Schülerrat eine Schule zu besuchen, in der die Firma bereits „am Start ist“.

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