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Döbeln

Nur scheinbar Winterschlaf in Obstplantagen

Winterspaziergänge haben den einen oder anderen auch an Obstplantagen in der Region vorbeigeführt. Vor manchen Baumreihen stapeln sich Zweige.

Jetzt im Winter wird mit einem Schnitt der Obstbäume der Grundstein dafür gelegt, dass die Früchte im Herbst eine schöne Färbung bekommen.
Jetzt im Winter wird mit einem Schnitt der Obstbäume der Grundstein dafür gelegt, dass die Früchte im Herbst eine schöne Färbung bekommen. © Symbolfoto: SZ/Brühl

Dürrweitzschen/Leisnig. Wer meint, die Natur und alle, die mit ihr leben und arbeiten, liegen derzeit im Winterschlaf, der irrt.

Das weiß kaum jemand besser als die Obstbau-Experten der Obstland Dürrweitzschen AG. Denn auch für sie gibt es zwischen letzter geernteter Frucht und erster Blüte einiges zu tun, selbst wenn sich die einzelnen Bäume aktuell in einer gewissen Winterruhe befinden.

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Ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung der neuen Saison hat gerade begonnen: das Schneiden der Obstbäume. In der Regel wird an jedem Baum einmal im Jahr die „Schere“ angesetzt.

Schlanke Baumform für schön gefärbte Früchte

„Unsere Obstbauern entscheiden sich für eine Kombination aus maschinellem Schnitt und einem Korrekturschnitt von Hand“, veranschaulicht Sandy Ronniger, die bei der Obstland Dürrweitzschen AG für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Für Erstgenannten kommt ein Schnittgerät mit Sägeblättern oder Schlagmessern zum Einsatz. „Mit dem Schneiden der Bäume wird der Grundstein für die neuen Triebe im Frühjahr gelegt. Dabei liegt das Augenmerk auf einer schlanken Baumform. Diese sorgt für eine bessere Lichteinstrahlung und später damit für eine bessere Ausfärbung der Früchte“, erläutert die PR-Frau.

Aber auch Schädlinge sind im Winter ein Thema, an dem die Obstbauern nicht vorbeikommen. So gibt es zum Beispiel sogenannte Fruchtholzproben „Dabei begutachten die Experten die Rinde der fruchttragenden Äste und kontrollieren unter der Rinde, ob Schädlingseier eingelagert sind oder Schädlingslarven sich eingesponnen haben“, erläutert Sandy Ronniger.

"Jeder Schädling hat seine Wohlfühltemperatur"

Dabei dürfte das Wetter der zurückliegenden Tage den Obstbauern durchaus in die Karten gespielt haben. „Der strenge Frost ist in diesem Jahr ein Vorteil. Obwohl jeder Schädling eine unterschiedliche Wohlfühltemperatur besitzt, machen allen tiefe Temperaturen zu schaffen“, so Obstland-Vorstand Jan Kalbitz. Er sieht deshalb eine gute Chance, „dass 2021 mehr Schädlinge dezimiert werden als in den letzten Jahren“.

Vor Schnitt und Rindenkontrolle war schon im Spätherbst etwas anderes wichtig: Sind die letzten Blätter gefallen und der Boden damit übersät, kommt der Mulcher zum Einsatz. Dieser Häcksler sorgt dafür, dass die Blätter zerkleinert werden. „Je kleiner desto besser“, sagt Kalbitz.

„In den Blättern kann beispielsweise Apfelschorf überwintern. Je kleinteiliger die Blätterreste sind, desto besser verrotten diese und umso geringer ist die Überlebenschance für diese Apfelkrankheit“, erklärt er.

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